Kollex: Kein Kurswechsel, sondern aufklärende Gespräche

Neue Standpunkte zur neuen Schule

IG-Schulleiter Wilfried Kollex.

IG-Schulleiter Wilfried Kollex.FEHMARN (wi) • Der Schulleiter des Inselgymnasiums, Wilfried Kollex, nimmt eine deutlich positivere Haltung zur geplanten Gemeinschaftsschule ein als noch vor drei Wochen.

Wie bereits berichtet, hat er in einem Brief an Eltern, Schüler und Freunde des Inselgymnasiums einiges klargestellt, das in seinem ersten „Elternbrief“ vom 20. Dezember für Irritationen gesorgt hatte. Doch Kollex ist nicht der Meinung, dass er einen Kurswechsel vollzogen habe: „Ich habe in dem ersten Brief einige Fragen aufgeworfen, die nun inzwischen durch Gespräche mit dem Ministerium geklärt wurden“, sagte er auf FT-Nachfrage.

Kollex macht keinen Hehl daraus, dass auch er hinsichtlich der Gemeinschaftsschule in einigen Punkten verunsichert gewesen sei. „Doch ich habe von Anfang an klar gemacht, dass wir vom Inselgymnasium der Entwicklung positiv gegenüberstehen.“

Dennoch: Die Meinung des Schulleiters hat sich in den letzten drei Wochen schon stark gewandelt. Die Passagen in den beiden Briefen zu wichtigen Aspekten der neuen Schule wie die gymnasiale Oberstufe, die Unterrichtsform, die Möglichkeit des Abiturs in zwölf Jahren und die Wertigkeit des Abiturs unterscheiden sich vollkommen. Im ersten Schreiben formulierte Kollex etwas missverständlich, ob der Erhalt der gymnasialen Oberstufe gewährleistet sei. Jetzt heißt es: „Der Erhalt der gymnasialen Oberstufe steht nicht in Frage, sondern ist gerade ein erklärtes Ziel der Schulplanung vor Ort.“

Im Elternbrief vom 20. Dezember erläuterte Kollex, dass vier Fachkräfte des Inselgymnasiums aus der Konzeptgruppe ausgetreten seien, weil das Erlernen von Wissen und Sachverhalten deutlich hinter anderen Kompetenzen zurückstehen werde. Auch der wichtige Aspekt des Fachunterrichts solle aufgegeben werden.

Nun schreibt Kollex, der Fachunterricht stehe außer Zweifel. Der Unterricht in einer Gemeinschaftsschule erfolge „auf der Grundlage der gültigen Lehrpläne, der inzwischen eingeführten Bildungsstandards und der einheitlichen Prüfungsanforderungen für das Abitur“.

Im ersten Schreiben sagte Kollex: „Auch der von der Stadtvertretung Fehmarn beschlossene achtjährige Durchgang bis zum Abitur wird laut Gesetzesvorgabe im Rahmen einer Gemeinschaftsschule als Strukturelement nicht mehr vorhanden sein. Allenfalls soll ein bisher nicht konkret beschriebenes Überspringen von Klassenstufen zum früheren Ablegen des Abiturs führen können.“

Und im neuen Elternbrief heißt es: „Die Möglichkeit, das Abitur bereits nach acht Schuljahren abzulegen, soll, wie von der Stadtvertretung im März 2006 beschlossen, im Rahmen des pädagogischen Konzeptes der Gemeinschaftsschule realisiert werden. Es ist zum Beispiel auf dem Weg einer stärkeren Flexibilisierung der individuellen Bildungsgänge durch jahrgangsübergreifende Lerngruppen, begleitende Lernpläne oder das geförderte gruppenweise Überspringen möglich, die Schulzeit zu verkürzen.“

Am 20. Dezember fürchtete Kollex noch um den Status der jetzigen Schülerinnen und Schüler des Inselgymnasiums, die künftig in einer Gemeinschaftsschule noch nach dem alten System unterrichtet werden. Jetzt heißt es: „Das Abitur wird an allen gymnasialen Oberstufen Schleswig-Holsteins durch die Schulaufsicht kontrolliert und garantiert und in Zukunft durch zentrale Prüfungen noch stärker vergleichbar. Befürchtungen sind hier völlig unberechtigt.“

Das Inselgymnasium habe „von Beginn des formalen Vorbereitens“ an mitgearbeitet, erklärte Kollex gestern gegenüber dem FT. Die Arbeit müsse weitergehen. Die Schulkonferenzen würden sich voraussichtlich im Februar/März mit diesen Fragen beschäftigen.

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