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Neuer Trauertreff „Sonnenblume“ startet an St. Nikolai in Burg auf Fehmarn

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Von: Manuel Büchner

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Trauertreff Fehmarn Sonnenblume
Die Leiterinnen des Trauertreffs „Sonneblume“, Gisa Zeiß (l.) und Simone Engelbrecht (r.), mit der Burger Pastorin Bettina Axt. © Manuel Büchner

Ab dem 26. März startet auf Fehmarn im Kirchengemeindehaus St. Nikolai ein Trauertreff. Willkommen ist jeder, der der sich über den Verlust eines nahestehenden Menschen austauschen möchte.

Fehmarn – Unter dem Dach der Kirchengemeinde St. Nikolai in Burg startet am 26. März (Sonnabend) im Kirchengemeindehaus der Trauertreff „Sonnenblume“. Lange Zeit hatte die Trauer- und Hospizgruppe an St. Nikolai vor ihrer Auflösung ein Trauercafé angeboten. Jetzt also der Neunanfang.

Jeder ist willkommen, der sich über den Verlust eines nahestehenden Menschen austauschen möchte.

Simone Engelbrecht

Leiten wird den Treff Simone Engelbrecht. „Jeder ist willkommen, der sich über den Verlust eines nahestehenden Menschen austauschen möchte – unabhängig davon, ob der Verlust länger zurückliegt oder erst kurze Zeit her ist“, sagt die ausgebildete Trauerbegleiterin, die auch eine Ausbildung zur Hospizbegleiterin absolviert hat.

An der Stelle macht die geballte Kompetenz nicht halt. Unterstützt wird Simone Engelbrecht von der gebürtigen Fehmaranerin Gisa Zeiß, ihres Zeichens Hospiz- und Palliativtrainerin, die dem Trauertreff mit helfender Hand zur Seite stehen wird. Beide sind zudem Trauerrednerinnen – und das ist am wichtigsten: „ein Team“, betont Simone Engelbrecht. „Wir kennen uns schon lange“, fügt Gisa Zeiß lächelnd hinzu.

Kirchengemeinde St. Nikolai ist Trägerin des Trauertreffs

Vorschusslorbeeren gibt es auch von der Kirchengemeinde als Trägerin des Trauertreffs, in Person von Pastorin Bettina Axt. „Mit Simone Engelbrecht und Gisa Zeiß engagieren sich zwei sehr kompetente Personen für die Themen Trauer, Tod und Verlust.“ Sie freue sich, dass nun Menschen auf Fehmarn wieder die Möglichkeit haben, sich zu solch einem Austausch zusammenzufinden.

Der Bedarf scheint da zu sein.

Simone Engelbrecht

Die Idee für einen Trauertreff kam Engelbrecht, die seit elf Jahren auf Fehmarn lebt und seit 28 Jahren Bestatterin ist, schon vor rund anderthalb Jahren. Sie sei mehrfach aufgrund ihres Berufes auf der Straße angesprochen worden. „Die Menschen sind froh, wenn sie sich aussprechen können. Der Bedarf scheint da zu sein“, ist sich die gebürtige Lübeckerin sicher. Pastorin Axt unterstützt die Sichtweise: „Es besteht eine Nachfrage für Trauer in einem geborgenen Raum.“ Trauer werde gerne verdrängt, fügt Zeiß hinzu – auch wenn man nicht darüber rede, sei sie dennoch da. „Oftmals ist es einfacher, mit Fremden darüber zu reden, als mit der eigenen Familie“, weiß Zeiß. Beide heben hervor, dass es sehr schön sei, wenn es für Trauernde einen Ort der Begegnung gebe und einen Raum für die Verstorbenen.

Geplant ist zunächst ein Treffen pro Monat. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Es besteht auch die Möglichkeit zu vertrauensvollen Einzelgesprächen. Dass die Zusammenkünfte regelmäßig stattfinden, sei wichtig, betont Gisa Zeiß. Wichtig ist auch, im Vorwege zu wissen, dass der Trauertreff eine gewisse Struktur haben werde, so Engelbrecht. Neben Gesprächen wird es immer ein Thema mit passender Symbolik geben. Beispielsweise die Sonnenblume als Namensgeberin. „Die Sonnenblume ist etwas Helles, sie gibt Menschen in Trauer etwas Warmes“, so Zeiß. Nicht zuletzt sei die Blume ein Symbol für den Neubeginn, so Engelbrecht. 

Wer Fragen hat oder Kontakt zu Simone Engelbrecht aufnehmen möchte, kann dies tun über das Kirchenbüro per E-Mail an kirche.burg@t-online.de oder unter 04371 2250.

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