Flügger Leuchtturm an der Südwestküste Fehmarns jetzt im ursprünglichen Zustand

Neues altes Kleid nach den Restaurierungsarbeiten

Der über 37 Meter hohe Flügger Leuchtturm an der südwestlichen Spitze Fehmarns zeigt sich noch bis Ende dieses Jahres verhangen.

Fehmarn - Von Reinhard GamonFLÜGGE · Seit über einem Jahr werden am Flügger Leuchtturm Sanierungsarbeiten durchgeführt. In der ganzen Zeit konnte niemand das historische Bauwerk besichtigen. Heiratswillige Paare mussten auf den Leuchtturm in Staberhuk ausweichen.

Obwohl noch einige Restarbeiten im Rahmen der Sanierung anstehen, kann man ab heute den Leuchtturm an der südwestlichen Küste der Insel wieder besichtigen.

Der Turm wurde in seinen ursprünglichen Zustand zurückgebaut. In den Jahren 1976/1977 war die Fassade des Leuchtfeuers mit weißen und roten Kunststoffplatten versehen gewesen, die dem achteckigen Backsteinturm, der übrigens baugleich mit dem Leuchtturm Neuland bei Behrensdorf (Ostsee) ist, sein charakteristisches Äußeres gaben. Wer kennt nicht das weißrote Kleid des Turmes von Postkarten, Leuchtturmalben, Jahreskalendern oder persönlichen Fotografien ? Damit ist es jetzt vorbei.

Der Urzustand der Fassade aus dem Jahr 1915 war natursteingelb (strohbunt) mit zusätzlichem ockergelb. Und so wird der Flügger Leuchtturm zukünftig, nachdem die roten und weißen Kunststoffplatten entfernt und das Mauerwerk umfassend saniert wurde, weit über die Grenzen Fehmarns in neuem Outfit zu sehen sein.

 Der Flügger Leuchtturm kennzeichnet als so genanntes Oberfeuer mit dem Unterfeuer Strukkamphuk westlich der Fehmarnsundbrücke die schmale östliche Einfahrt des Fehmarnsundes.

1916 wurde der Leuchtturm in Betrieb genommen. Die Bauwerkshöhe beträgt 37,5 Meter. 162 Treppen führen zur Glaskuppel beziehungsweise zur Aussichtsplattform. Die Elektrifizierung des Leuchtfeuers erfolgte 1954. Die Tragweite des Lichtes beträgt 25 Seemeilen. Das Flügger Feuer wurde zuvor mit Benzol, später mit Flüssigkeitsglühlicht betrieben. Heute, 56 Jahre nach der Elektrifizierung, dient in der Laterne eine 400 W/HQI-Lampe als Lichtquelle, beim Oberfeuer wird eine 250 Watt/24 Volt Halogenlampe eingesetzt. Sollte einmal Stromausfall sein, steht ein Dieselnotstromaggregat in Bereitschaft.

    

Die Zeiten der Leuchtturmwärter sind längst vorbei: Alle fünf Leuchttürme auf Fehmarn, das sind neben Flügge noch die Leuchttürme in Westermarkelsdorf, Marienleuchte, Staberhuk und Strukkamphuk, laufen im vollautomatischen Betrieb und werden von der Revierzentrale des Wasser- und Schifffahrtsamtes Lübeck in Lübeck-Travemünde überwacht.

Im Rahmen der Sanierungsarbeiten wurde auch der völlig marode Treppenaufgang gegen eine moderne Version ausgetauscht, die aber in ihrer Bauweise der ursprünglichen Treppe entspricht.

Ab heute kann der Flügger Leuchtturm wieder betreten und besichtigt werden. Zwar ist der Laternenraum für Besucher nicht zugänglich, aber nach Bewältigung der 162 Stufen erwartet die Besucher ein herrlicher Blick von der Aussichtsplattform über die Insel Fehmarn, die Ostsee und das gegenüberliegende Festland mit der Warderstadt Heiligenhafen und der Hohwachter Bucht. Pächter Hannes Leichsering war sieben Jahre lang Hafenmeister in Orth und fuhr davor sieben Jahre zur See. Er hat mit dem Wasser- und Schifffahrtsamt Lübeck einen Nutzungsvertrag. Zum Flügger Leuchtturm kann er garantiert jede Frage umfangreich beantworten.

     Der Turm ist von April bis Oktober täglich von 10 bis 17 Uhr (montags ist Ruhetag) zu besichtigen.

Auch Heiratswillige können ab dem nächsten Jahr wieder ihre standesamtliche Trauung oben im Flügger Leuchtturm begehen und sich mit Blick auf die Ostsee das Jawort geben.

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