Gleichstellungsbeauftragte Joana Huthoff und Bauamtschef Benjamin May stellen sich vor

Neues aus der Stadtverwaltung

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Seit 1. Januar ist Joana Huthoff Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Fehmarn. Zuvor war die Stelle knapp ein Jahr lang nach dem Wegzug von Silke Börke unbesetzt.

FEHMARN – Am Donnerstag präsentierte Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber der Presse gleich zwei neue Personalien: die neue Gleichstellungsbeauftragte Joana Huthoff und den neuen Bauamtsleiter Benjamin May.

Ganz frisch auf der Insel und in der Stadtverwaltung ist Joana Huthoff. Die gebürtige Braunschweigerin ist im November mit ihrem Mann nach Fehmarn gezogen und hat am 1. Januar ihre neue Stelle angetreten, die seit dem Wegzug von Vorgängerin Silke Börke Anfang 2018 unbesetzt war. Schon ein alter Hase was die Stadtverwaltung betrifft ist dagegen der neue Bauamtsleiter. Seit Frühjahr 2013 war der gebürtige Oldenburger, der in Lensahn aufgewachsen ist, bei der Stadtverwaltung Fehmarn als stellvertretender Leiter des Fachbereichs Finanzen tätig. Seit einem Jahr hat May zusätzlich die Stabsstelle Recht, Grundstücks- und Vertragsangelegenheiten inne, die „wir auf Herrn May zugeschnitten haben“, wie Jörg Weber wissen lässt. Es solle kein Wissen verloren gehen und die Angelegenheiten, um die sich May gekümmert habe, sollen nahtlos weiterbearbeitet werden. Daher wechselt diese Stabsstelle auch mit Benjamin May in den Fachbereich Bauen und Häfen. Seinen ehrenamtlichen Job als Personalratsvorsitzender gibt May jedoch ab. „Im Frühjahr finden Neuwahlen statt. Das passt also ganz gut“, erklärt der 38-Jährige, der sich gern um die Belange des Personals gekümmert hat. Jedoch sei dies zusätzlich zum neuen Posten nicht möglich, wie Bürgermeister Weber unterstreicht. Und auch die Stelle des stellvertretenden Fachbereichsleiters Finanzen wird ausgeschrieben.

Seit 9. Januar ist Benjamin May Chef des Bauamts der Stadt Fehmarn. Bereits seit 2013 war er als stellvertretender Kämmerer für die Stadtverwaltung tätig.

„Ich bin froh, dass sich Herr May für die Stelle als Leiter des Bauamts beworben hat“, erklärt Weber. Es habe nur drei Bewerbungen gegeben für den knapp fünf Jahre von Marcel Quattek bekleideten Job. „Trotzdem Herr May Personalratsvorsitzender ist, haben wir immer gut zusammengearbeitet“, unkt Weber. „Spaß beiseite. Ich bin davon überzeugt, dass wir in Zukunft noch nachhaltiger und effektiver zusammenarbeiten.“ Die ruhige und ausgeglichene Art Mays komme bei allen gut an und man höre ihm gern zu. „Seine fachlich fundierte Meinung ist uns sehr wichtig“, erläutert Weber und führt weiter aus: „Was viele nicht wissen – alle Grundstücksangelegenheiten und -ankäufe die Umgehungsstraße K43 betreffend hat Herr May für den Kreis getätigt.

Seit gut einer Woche ist der zweifache Familienvater im Amt und schon gleich am ersten Tag war er zu einem Termin im Kreisbauamt eingeladen. „Und das geht jetzt erstmal so weiter. Im ersten Quartal müssen drei Bauausschusssitzungen vorbereitet werden“, berichtet May über seinen Einstieg in den neuen Job. Nach dem Abitur in Oldenburg und dem Grundwehrdienst absolvierte er beim Kreis Stormarn ein duales Studium zum Diplomverwaltungswirt. Im Anschluss folgte eine Stelle beim Amt Grube. „Schon dort habe ich mich mit Straßenbaubeiträgen und Grundstücksangelegenheiten befasst“, erläutert May seinen Werdegang und Jörg Weber ergänzt: „Mir war es bei der Stellenausschreibung wichtig, dass wir einen Fachmann mit Verwaltungshintergrund suchen. Überall sitzen nur Ingenieure, und es fehlte so ein bisschen das Verwaltungswissen auf höherer Ebene.“

Wohnraum ist wichtiges Thema

Themen, die jetzt im Bauamt anstünden, seien die Schaffung von Wohnraum, besonders von bezahlbarem Wohnraum, ein gesundes Verhältnis vom Dauerwohnen zum Ferienwohnen und dessen perspektivische Weiterentwicklung lässt May wissen. „Ebenso müssen wir intelligente Lösungen im Bereich Straßenbau für unser knapp 400 Kilometer langes Straßennetz finden“, weiß der Fachmann. Jörg Weber ergänzt: „Was den Bau von Wohnraum angeht, werden konkret das Grundstück an der Gorch-Fock-Straße, das die Stadt letztes Jahr gekauft hat, und das Grundstück hinter der ‚Burg-Klause‘ im Blieschendorfer Weg ins Visier genommen.“

Mit ganz anderen Themen beschäftigt sich die neue Gleichstellungsbeauftragte Joana Huthoff. Sie soll dafür sorgen, dass es den Frauen auf Fehmarn in jeder Hinsicht gut geht, nicht nur was den Job betrifft. Aber selbstverständlich setzt sie sich auch für Männer, die sich benachteiligt fühlen, ein. „Gleichstellung betrifft schließlich alle, egal ob Mann oder Frau“, lässt die 28-Jährige wissen.

Zum Start im neuen Job hat sich Joana Huthoff erst einmal die Unterlagen ihrer Vorgängerinnen vorgenommen, um einen ersten Eindruck von der Arbeit einer Gleichstellungsbeauftragten zu bekommen. „Ich wollte wissen, was auf diesem Gebiet bisher auf Fehmarn so gelaufen ist und wo man ansetzen kann“, erläutert die gebürtige Braunschweigerin. „Natürlich habe ich auch direkt Kontakt zu den anderen Gleichstellungsbeauftragten in Ostholstein aufgenommen, auch zu Silke Meints, der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises.“

Man müsse seine Prioritäten setzen und schauen, wie man die Kommunen weiterentwickeln könne. „Ich bin ja komplett neu in der Sphäre und arbeite mich jetzt erstmal in die Thematik ein.“ Sie freue sich schon auf das erste Kreistreffen der Gleichstellungsbeauftragten, um sich über aktuelle Themen auszutauschen.

Die gelernte Industriekauffrau studiert im fünften Semester Soziale Arbeit. „Ich bin froh, dass ich bei der neuen Stelle meine beiden Ausbildungen einbringen kann und mir die Stelle mit 14 Wochenstunden noch genügend Zeit für mein Fernstudium lässt“, sagt Huthoff. Das passe perfekt. Als Gleichstellungsbeauftragte ist Joana Huthoff keinem Verwaltungsfachbereich zugeordnet, sondern direkt Bürgermeister Weber unterstellt, jedoch mit den Fachbereichen vernetzt. „Frau Huthoff ist vor allem für die Mitarbeiterinnen da und bei allen Einstellungsgesprächen der Stadtverwaltung, des Tourismus-Service und der Stadtwerke dabei“, erklärt Weber. Froh ist er, mit Frau Huthoff die seit einem Jahr vakante Stelle der Gleichstellungsbeauftragten besetzen zu können. „Obwohl wir keine hauptamtliche Gleichstellungsbeauftragte haben müssen, weil Fehmarn weniger als 15000 Einwohner hat, freue ich mich, dass der Hauptausschuss sich dafür entschieden hat, die Stelle hauptamtlich auszuschreiben.“ Es habe viele Bewerbungen gegeben und ein längeres Auswahlverfahren. „Ich möchte eine Gleichstellungsbeauftragte haben, die etwas länger bleibt“, wünscht er sich. Sie sei bereits die dritte in seiner Amtszeit.

Zu ihrem Beweggrund, sich für die Stelle zu bewerben, erläutert Huthoff: „Ich habe eine sehr große Affinität zur Insel. Und als ich die Stellenanzeige gelesen habe, da musste ich mich einfach bewerben.“ Seitdem sie Baby war hat sie jedes Jahr mehrere Wochen auf Fehmarn verbracht und freut sich immer noch sehr darüber, dass sie die Stelle bekommen hat. Auch ihr Mann hat beruflich auf der Insel Fuß gefasst und einen Job gefunden. Huthoff ist sehr froh darüber, dass sie die Insel, die ihr so ans Herz gewachsen ist, nun auch was ihre Arbeit betrifft voranbringen kann. „Gern möchte ich zur Entwicklung der Insel auf dem Gebiet der Gleichstellung beitragen und Frauen ermuntern, sich auch auf Posten zu bewerben, die sie sich zunächst nicht zutrauen, oder sich kommunalpolitisch zu engagieren.“ In diesem Bereich gebe es Nachholbedarf. „Das ist mir ein wichtiges Anliegen, für das ich mich stark machen werde“, verspricht sie.

Sie hat ihr Büro im Burger Rathaus. Ihre Arbeitszeiten sind dienstags bis donnerstags von 8 bis 12 Uhr. „Da ich viel unterwegs bin, habe ich keine festen Sprechzeiten. Aber wer Gesprächsbedarf hat, kann sich gern mit Wünschen direkt per E-Mail an mich wenden (j.huthoff@stadtfehmarn.de)“, ruft die neue Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Fehmarn zur Kontaktaufnahme auf. Die offene junge Frau hat so allerhand Ideen und macht sich auch zum Weltfrauentag am 8. März Gedanken. Die Inselfrauen dürfen gespannt sein.

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