„FehMare 2020“ soll konkrete Formen annehmen / Investitionen im Kinderbereich nötig

Nicht den Anschluss verlieren

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Kinderrutsche mit Piratenschiff: So oder ähnlich könnte der Kinderbereich im "FehMare" aussehen.

Fehmarn – mb – Seit geraumer Zeit wird an Konzepten gefeilt, das „FehMare“, Fehmarns Erlebnisbad am Südstrand, als attraktives Angebot in die Zukunft zu führen. Seit zehn Jahren läuft der Betrieb mit dem jetzigen Angebot. An der einen oder anderen Stelle habe man bereits nachgebessert, so „FehMare“-Geschäftsführer Stephan Pospischil. Nun sei es aber an der Zeit, ein grundlegendes Konzept vorzustellen. Dies geschah zuletzt im jüngsten Tourismusausschuss. „Wir wollen uns weiterentwickeln und nicht den Anschluss verlieren“, sagte Pospischil und nannte als Beispiele Weissenhäuser Strand mit 17 Millionen Euro und die geplanten 15 Millionen Euro an Investitionen in Heiligenhafen.

Fehmarn plant allerdings in einem kleineren Rahmen. „Wir wollen die Stärken im Bestand herausarbeiten und Schwächen verringern“, fasste es Wolfgang Debus von der Bäder-Fachfirma GMF zusammen. Er ist seit längerer Zeit als Berater für das Erlebnisbad in Burgtiefe tätig. Dabei gehe es im Kern um die Schaffung eines Mehrwertes – auch mit Blick auf die Saisonverlängerung. „Dafür müssen sie sich auf ihre Zielgruppen konzentrieren“, betonte Debus und nannte im gleichen Atemzug Saunagäste, Sportschwimmer und Vereine.

Der Kern seien aber Familien mit Kindern, maximal bis zehn Jahre. Eine Thematisierung des Kleinkindbereiches fehle allerdings, mahnte der Fachmann und zeigte Beispiele, wohin die Reise gehen könnte, anhand von zwei unterschiedlich schnellen Rutschen, einem Piratenschiff und kleineren Attraktionen. Zusätzlich würde die Sanierung des vorhandenen Kinderplanschbeckens anfallen, zudem bauseits Leistungen wie die Anpassung der Wasseraufbereitung. Geschätzte 900000 Euro sollen die Kosten betragen, um das Profil als Familienbad zu stärken.

Laufen die Ideen zur Kinderlandschaft unter der Bezeichnung „FehMare 2020“, wollen Debus und der Tourismus-Service Fehmarn (TSF) längerfristig zwei weitere Bereiche des Bades in Angriff nehmen. Debus schlug eine Einhausung des Außenbeckes vor, „um wetterunabhängig zu sein“. Eine Art Wintergarten mit großzügig zu öffnenden Fronten. „Wir erhöhen damit die Wasserfläche erheblich“, so der Experte. Kosten: 400000 bis 600000 Euro. „Das Erlebnis ‚Außenbecken‘ ist dann aber weg“, gab Jürgen Kölln (CDU) im Tourismusausschuss zu bedenken. Gunnar Gerth-Hansen (SPD) sah eine Überdachung als Beitrag zur Belebung der Vor- und Nachsaison.

Das es nicht nur um große und teure Lösungen gehen muss, zeigen Ideen zum Saunadachgarten. Eingeholte Angebote würden bei rund 20000 Euro liegen. Eine klassische maritime Verkleidung oder eine Holzoptik – vieles sei möglich, erklärte Debus.

Wolfgang Debus, "FehMare"-Berater.


Jeder Euro wird im „FehMare“ gebraucht, daher war zuletzt der Hinweis von Tourismuschef Oliver Behncke, der Austausch aller Brandmelder habe statt der eingeplanten 100000 Euro am Ende nur rund 68000 Euro gekostet, eine gute Nachricht. „Das gibt uns mehr Spielraum im Aufwandsplan“, so Behncke. Auch die Förderung möglicher Vorhaben ist immer ein Thema. 50 bis 70 Prozent sind denkbar. „Wir sind dabei, im Wirtschaftsministerium abzufragen, was möglich ist“, sagte der Tourismusdirektor dem FT. Im nächsten Tourismusausschuss Ende Mai soll „FehMare 2020“ konkretere Formen annehmen. Dafür müssten dann auch zwei Sperrvermerke im TSF-Wirtschaftsplan 2019 (898000 Euro) aufgehoben werden.

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