Schleswig-Holstein rüstet Kreise und Städte mit Notstromaggregaten aus / 1,65 Millionen Euro standen zur Verfügung

Im Notfall, wenn es düster wird

Zwei dieser Notstromaggregate hat Ostholstein am Mittwoch vom Landesinnenministerium erhalten. Sie werden zunächst im Katastrophenschutzlager des Kreises gelagert, bis die endgültigen Standorte feststehen.
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Zwei dieser Notstromaggregate hat Ostholstein am Mittwoch vom Landesinnenministerium erhalten. Sie werden zunächst im Katastrophenschutzlager des Kreises gelagert, bis die endgültigen Standorte feststehen.

Kiel/Eutin –mb– Im Laufe der letzten Woche haben die Kreise und kreisfreien Städte in Schleswig-Holstein je zwei leistungsfähige Notstromaggregate erhalten. Damit will das Landesinnenministerium für den Fall eines langanhaltenden, flächendeckenden Stromausfalls Vorsorge treffen. Eine freiwillige Leistung, wie das Ministerium betont, die auch den Einbau entsprechender Einspeisemöglichkeiten beinhaltet. 1,65 Millionen Euro standen dafür zur Verfügung.

  • Handlungsfähigkeit im Krisen- und Katastrophenfall
  • Notstromaggregate zunächst im Katastrophenschutzlager des Kreises
  • Netzersatzanlagen mit Teleskopmast und Scheinwerferbrücke

„Ohne Strom funktioniert heute fast nichts mehr“, so Innenministerin Sabine Sütterlin-Waack. Nahezu alle lebenswichtigen Grundversorger hätten heutzutage Notstromaggregate. „Die laufen allerdings mit Diesel – und der kommt aus Tankstellen, die für ihre Pumpen Strom brauchen“, erklärte Sütterlin-Waack.

So könnten zwei Tankstellen im Kreis oder in einer kreisfreien Stadt am Laufen gehalten werden zur Aufrechterhaltung der Handlungsfähigkeit im Krisen- und Katastrophenfall. Nicht zuletzt die größeren Stromausfälle der vergangenen Jahre in den Bereichen Flensburg und Lübeck hätten gezeigt, wie zentral die Sicherung der flächendeckenden Versorgung mit Treibstoff für die Arbeit der Einsatzkräfte und die Bereitstellung von Versorgungsgütern aus Sicht des Bevölkerungsschutzes sei.

Einschränken will das Land die Nutzung aber keinesfalls. „Selbstverständlich, genauso wie die vom Land zur Verfügung gestellten Katastrophenschutzfahrzeuge, können die Aggregate auch in der täglichen Gefahrenabwehr zum Einsatz kommen“, betonte die Ministerin.

Beide Notstromaggregate sind einsatzbereit

Die Abholung der beiden Netzersatzanlagen für Ostholstein erfolgten am Mittwoch durch Mitarbeiter der Feuerwehrtechnischen Zentrale und Dennis Hopp von der Freiwilligen Feuerwehr Heringsdorf, der beruflich Fachlehrer für Elektrotechnik ist. Die beiden Anlagen für Ostholstein werden zunächst im Katastrophenschutzlager des Kreises gelagert. Endgültige Standorte für die Netzersatzanlagen würden bisher noch nicht feststehen, so Kreissprecherin Carina Leonhardt, da das Land die entsprechenden Anforderungen erst Anfang November festgelegt habe. Einsatzbereit seien die beiden Notstromaggregate allerdings bereits jetzt.

Teleskopmast mit einer Lichtpunkthöhe von etwa neun Meter

Vorgesehen sind die Anlagen für den Betrieb von einspeisefähigen Tankstellen bei Stromausfällen. „Sie können darüber hinaus bei lokalen Stromausfällen auch für die Einspeisung bei anderen Bedarfsträgern der kritischen Infrastrukturen eingesetzt werden“, so Leonhardt. Zusätzlich verfügen beide Netzersatzanlagen über jeweils einen Teleskopmast mit einer Lichtpunkthöhe von etwa neun Meter und einer elektrisch drehbaren und schwenkbaren Scheinwerferbrücke, womit die Ausleuchtung von Einsatzstellen ermöglicht wird.

Nutzen dürfen die Aggregate als mindestens dreiköpfiges Personal pro Anlage nur Personen mit besonderer Qualifikation, ausgebildet vom Technischen Hilfswerk. „Ein genaueres Ausbildungskonzept vom Land liegt derzeit noch nicht vor“, so die Kreissprecherin auf Nachfrage.

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