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Die VR Bank-Geschäftsstelle in Petersdorf hat noch an vier Tagen in der Woche jeweils von 8.30 bis 11.30 Uhr geöffnet, ab April ist sie geschlossen. Dann gibt es nur noch eine SB-Stelle.

VR Bank Ostholstein Nord - Plön schließt fünf von 18 Geschäftsstellen – Filiale in Petersdorf zum 31. März dicht

Null Zinsen Gift für kleine Bankfilialen

FEHMARN - hö - Die VR Bank Ostholstein Nord - Plön zieht die Notbremse und schließt fünf ihrer 18 Geschäftsstellen zum 31. März. Betroffen sind kleine Filialen, die ohnehin nur mit eingeschränkten Öffnungszeiten am Markt sind. Die Jalousien fallen auch im Inselwesten in Petersdorf. Geschlossen werden zudem die Zweigstellen in Grube, Kellenhusen, Probsteierhagen und Dersau.

Die Nullzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) dürfte der Hauptgrund dafür sein, dass die Banken kleinere Filialen schließen. Die Zeiten in denen Banken durch Zinsmargen gute Gewinne einstreichen konnten, sind vorbei. Erst vor einer Woche hatte EZB-Chef Mario Draghi verkündet, an der Nullzinspolitik festhalten zu wollen.

Die Chefetage der Genossenschaftsbank führt aber auch weitere Gründe an, die das Unternehmen zu diesem Schritt veranlasst haben. Vorstandssprecher Klaus Treimer beschreibt die derzeitigen Herausforderungen der VR Bank wie folgt: „In Zeiten niedriger Zinsen und hoher regulatorischer Anforderungen müssen wir unsere Kosten im Griff behalten. Auf der anderen Seite ändert sich das Kundenverhalten durch die zunehmende Digitalisierung auch der Bankgeschäfte. Dies gilt insbesondere für unsere kleinen Geschäftsstellen.“

Noch vor knapp einem Jahr hatte Klaus Treimer im März auf der Jahrespressekonferenz der VR Bank gesagt, die Schließung von kleineren Filialen sei derzeit kein Thema (wir berichteten). Das war 2016, jetzt haben wir 2017. So schnell kann‘s gehen – und manchmal schneller als gedacht.

Mit den regionalen Mitgliedervertretern und dem Aufsichtsrat der VR Bank sei das Vorgehen intensiv diskutiert worden, so Treimer. Er verweist darauf, dass in den kleinen Bankstellen zwar der persönliche Bedienungsservice eingestellt werde, mit Geldautomat und Kontoauszugsdruckern in den SB-Zonen die Bank aber vorerst präsent und somit die örtliche Versorgung mit Bargeld rund um die Uhr für Kunden und Gäste weiterhin gewährleistet bleibe.

„Das ist ein weiterer Schlag in die Magengrube für Westfehmarn“, zeigte sich Bürgermeister Jörg Weber enttäuscht von der Entwicklung. Gerade für ältere Einwohner, die noch die Geschäftsstelle vor Ort aufsuchten, sei das eine Katastrophe. Es spiegele aber die Entwicklung wider, dass immer mehr zentralisiert werde. „Zum Glück bleibt die Service-Station vor Ort“, sagte Jörg Weber.

Die SB-Lösung werde auf jeden Fall im Inselwesten erhalten bleiben, versicherte Klaus Treimer gegenüber dem FT. Hinsichtlich der hohen Frequenz in der Saison bezeichnete er es als „eine Notwendigkeit“ für Westfehmarn. Mit einem Überweisungsterminal wird die SB-Filiale aber nicht ausgestattet sein. Mittlerweile würden 50 Prozent der Kontokorrentkunden der VR Bank Homebanking betreiben, „mit steigender Tendenz“, so Treimer. Für andere Kunden besteht nach Angaben des Vorstandssprechers die Möglichkeit, Überweisungen auch telefonisch zu beauftragen.

Die beiden in Teilzeit arbeitenden Mitarbeiterinnen werden weiterhin bei der VR Bank tätig sein. Eine Angestellte geht nach Burg, die andere nach Heiligenhafen. Was mit dem Gebäude passiert, steht noch nicht fest. „Das wird in Ruhe geprüft“, so Klaus Treimer. Das gilt aber auch für die weiteren Standorte, in denen die Geschäftsstellen geschlossen werden. „Für jeden werden wir eine Standortanalyse erstellen.“

Ab 1. April wird die VR Bank Ostholstein Nord - Plön noch mit 13 Geschäftsstellen in der Region vertreten sein: Burg, Heiligenhafen, Oldenburg, Lensahn, Schönwalde, Grömitz und Neustadt in Ostholstein, Lütjenburg, Selent, Schönberg, Laboe, Plön und Ascheberg im Kreis Plön.

„An unserer Geschäftsphilosophie halten wir fest“, versichert Klaus Treimer, der ankündigt, die Geschäftsstelle in Burg in naher Zukunft modernisieren zu wollen. Trotz der veränderten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stellt der Vorstandssprecher für sein Unternehmen fest: „Durch das grundsolide Wirtschaften der VR Bank in den vergangenen Jahren geht man die anstehenden Veränderungen konsequent und aus einer Position der Stärke an, um die Leistungsfähigkeit der VR Bank auch in Zukunft auf hohem Niveau weiter zu halten.“

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