Studentin machte Umfrage für Examensarbeit: Große Akzeptanz für Windkraft bei den Fehmaranern

"Offen für erneuerbare Energie"

Fast alle der 109 von Jelka Wagner befragten Fehmaraner sprechen sich für die Windenergie auf der Insel aus. Die Energiegewinnung aus Biomasse hingegen befürworten nicht einmal die Hälfte der Umfrageteilnehmer. Da kommt die (auf Fehmarn wenig genutzte) Solarenergie noch besser weg.

FEHMARN (pl) • Die Energiegewinnung durch Windkraftanlagen erfährt in der fehmarnschen Bevölkerung eine große Akzeptanz. Zu diesem Ergebnis kommt zumindest eine Studie der Hamburger Geografiestudentin Jelka Wagner. Für ihre Examensarbeit beleuchtete die 26-Jährige das Thema „Erneuerbare Energien auf Fehmarn“.

109 von Insulanern ausgefüllte Fragebögen wertete die Studentin aus. Die Umfrage ist damit zwar nicht repräsentativ. „Dennoch lassen sich Tendenzen ableiten. Etwa die Hälfte der Befragten sind Schüler im Alter zwischen 14 und 18 Jahren. Die anderen Teilnehmer sind zwischen 20 und 80 Jahren alt. So spiegeln die Ergebnisse durchaus das Meinungsbild aller Altersstufen wider“, so Wagner.

Die Teilnehmer mussten vorgefertigte Aussagen wie „Die zukünftige Energieversorgung kann ausschließlich aus erneuerbaren Energien gewährleistet werden“ bewerten. Dafür standen den Befragten Antwortmöglichkeiten wie zum Beispiel „Stimme voll zu“, „Stimme teilweise zu“ oder „Stimme nicht zu“ zur Verfügung.

Deutlichste Aussage der Studie: Nahezu alle Befragten befürworten die Nutzung von Windenergie auf Fehmarn. Zum einen, weil sich die natürlichen Voraussetzungen besonders gut für diese Energieform eigneten. Zum anderen, weil die Windkraft eine gute Investitionsquelle darstelle. Dabei stimmte das Gros der Befragten der Aussage zu, dass es unbedingt notwendig sei, über Anlagen und Funktionsweisen erneuerbarer Energien informiert zu sein. 70 der 109 Umfrageteilnehmer empfinden darüberhinaus keine Geräuschbelästigung durch die Anlagen – was natürlich wesentlich vom Wohnort abhängt. Und auch eine „Verspargelung“ der Landschaft sieht über die Hälfte der Befragten nicht. Eine gravierende optische Beeinträchtigung empfinden nur fünf Prozent der Befragten. „Meiner Meinung nach weist dies auf eine ,Neubewertung‘ der Landschaft hin, bei der der Aspekt der Nützlichkeit stärker im Vordergrund steht als bisher“, so Wagner. 80 Prozent gaben aber auch an, dass nicht noch mehr Anlagen gebaut werden sollten. Ebenfalls rund 80 Prozent der Teilnehmer stimmten der Aussage zu, dass „Fehmarn trotz der Windkraftanlagen ein beliebter Erholungsort“ sei.

„Insgesamt wurde festgestellt, dass die Akzeptanz der Windenergienutzung auf Fehmarn sehr hoch ist, dass sich diese Akzeptanz aber auch über einen Zeitraum von etwa 15 Jahren entwickelt hat. Die Analyse von Zeitungsberichten der letzten etwa 20 Jahre aus dem Fehmarnschen Tageblatt und zum Teil aus den Lübecker Nachrichten hat ergeben, dass die Bevölkerung nicht von Anfang an begeistert war“, so Wagner.

„Streben nach Kompromissen“

Zurückhaltender äußerten sich die Befragten zum Thema Biomasse. Weniger als 50 Prozent befürworten diese Form der Energiegewinnung auf der Insel. Hauptbefürchtung ist eine mögliche Geruchsbelästigung. 65 der 109 Befragten sind der Meinung, dass der Erholungswert der Insel durch das geplante Biomassekraftwerk bei Sahrensdorf gemindert werde. „Momentan ist die Akzeptanz der Biomasse nicht ganz so hoch wie bei der Windenergie, was vermutlich damit zusammenhängt, dass hier weniger Erfahrungswerte vorliegen und eine allgemeine Skepsis vor allem bei den unmittelbar Betroffenen vorherrscht. Insgesamt ist aus meiner Sicht aber eine Offenheit gegenüber der Nutzung von erneuerbaren Energien und ein Streben nach Kompromissen zu erkennen“, sagt Jelka Wagner.

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