Corona und Ausschussarbeit (2. Teil): Schwerpunkte für den Tourismusausschuss

„Ohne ,FehMare‘ geht es nicht“

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Wie geht es weiter mit dem „FehMare“, wenn aufgrund der Corona-Pandemie weiterhin nur eine sehr begrenzte Besucherzahl gleichzeitig das Bad nutzen darf?

Fehmarn – Von Andreas Höppner Das lange Warten hat ein Ende. Am 8. September kann Raphael Ackermann (CDU) als Vorsitzender zum ersten Mal eine Sitzung des Tourismusausschusses leiten. Der 44-Jährige hat Anfang des Jahres als erster Nachrücker nicht nur das Mandat von Stadtvertreterin Aileen Ehler übernommen, sondern auch ihre leitende Funktion im Tourismusausschuss. Aufgrund der Corona-Pandemie war bislang Sitzungspause angesagt, sodass die Premiere nun in zwei Wochen endlich starten kann.

  • Gute Zusammenarbeit mit dem Tourismusdirektor und Stellvertreter
  • Hotelprojekt am Südstrand müsse zügig vorangehen
  • Neue Räumlichkeiten für den TSF ganz weit oben auf der Agenda

Er gehe mit Respekt an die Aufgabe heran, er sei aber schon gut in die Materie eingeführt worden, berichtet Ackermann und verweist auf eine bislang schon „sehr gut angelaufene Zusammenarbeit“ mit Tourismusdirektor Oliver Behncke und seinem Stellvertreter Volker Aermes.

„Während des Lockdowns ist deutlich geworden, wie viele Betriebe direkt und indirekt vom Tourismus abhängig sind“, weiß Ackermann um die Bedeutung von Entscheidungen, die in seinem Ausschuss getroffen werden. Sein Anspruch: „Wir müssen schneller entscheiden.“ Das trifft für ihn auch bei der weiteren Entwicklung der Tiefehalbinsel zu. Mit einem Hotelprojekt müsse es zügig vorangehen. Sollte die im Herbst angedachte Abstimmung mit den Investoren der Spielwiese nicht erfolgreich sein, müsse man „selber handeln“, fordert Ackermann mit Verweis auf zur Verfügung stehende städtische Flächen wie das ehemalige Sportparkgelände. Ebenso hofft er auf eine zügige Umsetzung der beabsichtigten Bebauung zwischen Hotel Bene und Strandburg.

Am Südstrand bereitet aber nicht nur die fehlende Hotelbebauung Sorge, Corona hat das „FehMare“ ebenfalls zu einem Sorgenkind werden lassen. Sauna- und Wellnessbereich müssen geschlossen bleiben, der Zutritt ist nur für eine sehr begrenzte Besucherzahl erlaubt. Folglich fehlen der defizitären Einrichtung Einnahmen, die den städtischen Zuschuss weiter in die Höhe treiben.

„Aber ohne wird es nicht gehen“, stellt das Erlebnisbad für Ackermann eine unverzichtbare Größe für das touristische Angebot auf der Insel dar. Seine Empfehlung: „Wir müssen uns so aufstellen, dass eine Querfinanzierung möglich ist.“

Weiterhin ganz weit oben angesiedelt auf der Agenda des Tourismusausschusses sei die Frage nach einem neuen Zuhause für den Tourismus-Service Fehmarn (TSF). Die jetztigen Räumlichkeiten des TSF in Burgtiefe seien unbestritten viel zu beengt, so Ackermann, der auch hier auf eine baldige Entscheidung über das weitere Vorgehen hofft. Für ihn müsse die reine Verwaltung des TSF nicht am Südstrand angesiedelt sein, vielmehr könne eine Zusammenlegung mit der Stadtverwaltung sinnvoll sein. Das Vorhalten einer Tourist-Info am Südstrand sei für ihn ausreichend. Dass er mit diesem Standpunkt nicht auf der Linie von Tourismusdirektor Oliver Behncke liegt, sei ihm aber bewusst.

Radwegenetz ausbauen und beschildern

Nur etwas für Lebensmüde ist in den Sommermonaten eine Radtour auf der Landesstraße zwischen Landkirchen und Hochfelder Mühle. Es fehlt ein Radweg.

Zur Weiterentwicklung der touristischen

Infrastruktur

zählt für ihn auch der Ausbau und die Beschilderung des

Radwegenetzes

. Man könne die Insel zwar gut umrunden, doch solle es einmal „quer über die Insel gehen, sieht das schon anders aus“. Sein Vorschlag: Die im Kernwegenetz nicht mehr berücksichtigten Straßen sollten zu Radwegen umfunktioniert werden. Zudem sollte unbedingt ein Radweg entlang der Landesstraße 217 von Landkirchen Richtung Hochfelder Mühle gebaut werden. Auf die Dringlichkeit wolle er den hiesigen CDU-Landtagsabgeordneten Peer Knöfler aufmerksam machen.

Ein weiteres Problem, das unbedingt gelöst werden müsse, sei die Parkplatzsituation auf der Insel. Besonders kritisch sei es an den Hotspots, wie das Himmelfahrts- und Pfingstwochenende gezeigt hätten, aber auch Burg dürfe nicht vergessen werden. „Bis Weihnachten müssen wir ein Konzept erarbeiten“, so Ackermann. Zu den sogenannten Hotspots zählt er auch Orth im Inselwesten. Der idyllische Ort müsse „als touristische Kulisse entwickelt werden“ und dürfe nicht nur als „Filmkulisse dienen“, blickt Ackermann voraus.

Etwas weniger idyllisch wird es wohl in der ersten Sitzung des Tourismusausschusses zugehen, denn es muss unter anderem ein erster Nachtrag zum Wirtschaftsplan des TSF verabschiedet und ein WUW-Antrag zur Überprüfung der wirtschaftlichen Rentabilität des „FehMare“ beraten werden.

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