Verein „beltoffen“ zur Einstellung des Trajektverkehrs über den Belt

„Ohne den Tunnel leben wir in einer Sackgasse“

FEHMARN –lb- In aktueller Pressemitteilung äußert sich der Vorsitzende des Vereins „beltoffen“, Björn Prölß, über die Einstellung des Trajektverkehrs über den Fehmarnbelt mit dem Fahrplanwechsel im Dezember (wir berichteten).

„Es ist das beste negative Beispiel für eine zukünftige Entwicklung unserer Region, wenn man keine Feste Fehmarnbeltquerung bauen würde“, so der Vorsitzende.

„Infrastruktur war und ist der Schlüssel für die Entfaltung einer Region. Die Bahn macht jetzt das, was dem ganzen Kreis Ostholstein drohen würde: Ohne den Tunnel leben wir in einer Sackgasse“, erklärte Prößl weiter. Natürlich spreche auch gerade nichts für die Deutsche Bahn. „Die Deutsche Bahn AG ist ein zuverlässiger Produzent von Alltagsärgernissen“, meint Prölß. Jetzt drohe dem nördlichen Kreis Ostholstein über einen unbestimmten Zeitraum vom wichtigen Fernverkehr abgehängt zu werden. „Dass die Bahn die Strecke über Padborg auch noch als Vorteil für die Kunden anpreist, ist bezeichnend: Die Verkehre suchen sich ihren Weg, und plötzlich ist die längere Fährfahrt eben ein deutlicher Nachteil“, fährt Prößl fort.

Eine Umfrage des Vereins „beltoffen“ aus dem Jahr 2017 habe eine positive Einstellung unter den Bürgern aus Schleswig-Holstein und Hamburg zu dem Milliarden-Projekt ergeben. Rund die Hälfte würden das Projekt begrüßen. Ein großer Teil der Unentschlossenen fühle sich jedoch nicht gut informiert. Rund zwölf Prozent der Befragten würden den Tunnel strikt ablehnen.

„Wir möchten neugierig machen auf die Chancen, die durch den Tunnel entstehen. Wir möchten Leidenschaft wecken für Veränderungen und sie gestalten. Wir brauchen Mut, damit es unseren Kindern in Ostholstein morgen genau so gut geht, wie uns heute. Mutbürger, die Lust an Neuem haben, die mitmachen und sich aktiv einbringen“, fordert der Vereinsvorsitzende Prölß in der Pressemitteilung weiter.

Der Verein mit seinen über 100 Mitgliedern habe sich auf die Fahne geschrieben, sich auf eine Zukunft vorzubereiten, in der Norddeutschland und das östliche Dänemark noch näher zusammenrücken. Unterstützt werde dies durch die Chancen, die ein verstärkter Wissensaustausch, verbesserter Handelsverkehr, stärkerer Tourismus und ein gemeinsamer Arbeitsmarkt mit sich bringt.

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