Olaf Scholz im Hansa-Park
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Die Gastgeber Claudia und Christoph Andreas Leicht stellten dem Kanzlerkandidaten ihren Hansa-Park vor. Im Hintergrund: Serpil Midyatli und Bettina Hagedorn.

SPD-Kanzlerkandidat spricht mit der Tourismuswirtschaft

Sorgen und Nöte in der Tourismusbranche: Olaf Scholz im Hansa-Park zu Gast

  • Manuel Büchner
    VonManuel Büchner
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SPD-Kanzlerkandidat und Bundesfinanzminister Olaf Scholz ist im Norden unterwegs. Im Hansa-Park diskutierte der Sozialdemokrat über Sorgen und Nöte der Tourismusbranche.

  • Mitarbeiter kehrten der Tourismusbranche während der Corona-Krise den Rücken.
  • Midijobs federn den sprunghaften Anstieg der Sozialversicherungsbeiträge ab.
  • Scholz will sich langsam das Thema Geimpfte und Ungeimpfte herantasten.

Sierksdorf – Bundesfinanzminister und SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz ist im Norden der Republik unterwegs und besuchte am Sonntag den Hansa-Park in Sierksdorf. In Begleitung von der SPD-Landes- und Fraktionsvorsitzenden Serpil Midyatli und Bettina Hagedorn, Ostholsteins SPD-Bundestagsabgeordnete und Staatssekretärin im Bundesfinanzministerium, ließ sich Scholz bei einer Besichtigung des Freizeitparks das familiengeführte Unternehmen von Claudia und Christoph Andreas Leicht vorstellen.

Der Arbeitsmarkt ist leer gefegt.

David Depenau, Geschäftsführer des Ferien- und Freizeitparks Weissenhäuser Strand

Quasi erst das Vergnügen, dann das Gespräch mit weiteren Vertretern aus der Tourismusbranche. Die Themen nicht neu. Der Aderlass in der Corona-Krise sei nicht nur finanziell gewesen, sondern Mitarbeiter hätten in der Pandemie der Tourismusbranche den Rücken gekehrt, hob Claudia Leicht hervor. „Das wird uns auf Dauer beschäftigen.“ David Depenau, Geschäftsführer des Ferien- und Freizeitparks Weissenhäuser Strand: „Der Arbeitsmarkt ist leer gefegt.“

An der Stelle spiele natürlich die Bezahlung eine Rolle, um Menschen zurückzugewinnen, die in einer anderen Beschäftigung mehr verdienten, so Scholz und verwies beispielhaft auf den Vorteil von Midijobs (450 bis 1300 Euro), der den sprunghaften Anstieg der Sozialversicherungsbeiträge abfedere.

Man muss es politisch steuern.

SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz über bezahlbaren Wohnraum

Allerdings ist mit höheren Löhnen allein das Problem auch nicht gelöst. Hannes Wendroth, Geschäftsführer des Unternehmensverbands Ostholstein-Plön: „Es fehlt an bezahlbarem Wohnraum.“ Für Scholz in Deutschland mittlerweile ein flächendeckendes Problem, aber auch kein Hexenwerk. „Man muss es politisch steuern“, so der Finanzminister und lobte die Bestrebungen in der Runde, Wohnungen für Mitarbeitende zur Verfügung zu stellen, zumal man den geldwerten Vorteil abgeschafft habe, der bei günstigen Konditionen unterhalb der Vergleichsmiete zu versteuern gewesen sei.

Insgesamt, da waren sich alle einig: Die Branche muss attraktiver werden – ein schwieriges Unterfangen, so Hagedorn mit Blick auf die Work-Life-Balance, wenn gearbeitet werden müsse, wenn andere frei haben.

Erneuter Lockdown? – nicht mit Olaf Scholz 

Kommt ein erneuter Lockdown für den innerdeutschen Tourismus?, fragte Katja Lauritzen, Geschäftsführerin Ostsee-Holstein Tourismus. Scholz verneinte, man könne nicht wieder derart beschränken, da es für alle Erwachsenen mittlerweile ein Impfangebot gebe. Depenau fehlte es weiterhin an konkreten Ansagen aus der Politik und somit Planungssicherheit für die Branche. „Ich habe ein Schwimmbad für 1200 Personen, begrenzt auf 50 Prozent Kapazität – warum nicht 100 Prozent mit Geimpften?“, fragte der Geschäftsführer vom Weissenhäuser Strand. Eine Übergangsphase sei es gerade, hieß es aus den Reihen der Politiker. Scholz versprach, sich langsam an das Thema heranzutasten.

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