Wildcamper und -parker: Sicherheitsdienst kontrolliert in den Abendstunden

Fehmarn: Parkraum dringend gesucht

Hinweis soll Innenstadt entlasten: Ein großes Schild am Kreisel des Schwanenteiches weist seit Kurzem auf Parkplatzmöglichkeiten mit Übernachtung entlang der Mühlenstraße und nordwestlich der St.-Nikolai-Kirche hin.
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Hinweis soll Innenstadt entlasten: Ein großes Schild am Kreisel des Schwanenteiches weist seit Kurzem auf Parkplatzmöglichkeiten mit Übernachtung entlang der Mühlenstraße und nordwestlich der St.-Nikolai-Kirche hin.

Fehmarn –mb– „Das gibt der Stellenplan nicht her.“ Wenn es um Ordnungskontrollen in Corona-Zeiten geht, macht Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber immer wieder deutlich, dass dies mit seinen Mitarbeitern nicht voll umfänglich zu organisieren sei. Das Ordnungsamt, mit den Kontrollen der Abstandsregeln und Hygienevorschriften, sei durch die Pandemie quasi zweckentfremdet worden, so Weber, ganz zu schweigen vom hitzigen Thema der wachsenden Anzahl von Wohnmobilen auf der Insel.

Was das betrifft, so Weber, sei Fehmarn nicht unvorbereitet gewesen, allerdings sei man durch die Corona-Einschränkungen der Westküste, Mecklenburg-Vorpommerns, Dänemarks und Skandinaviens in gewisser Weise durch Mobilisten und Wildcamping überrollt worden. „Sie waren einmal hier – und es hat ihnen wohl gut gefallen“, übt Weber keine Kritik daran, dass es so viele Menschen nach Fehmarn zieht. Um einen besseren Zugriff zu bekommen, hat sich die Stadt externe Hilfe in Form eines Sicherheitsdienstes besorgt, um Kontrollen im Ordnungsbereich in den Abendstunden durchzuführen.

Sicherheitsdienste haben auch andere Gemeinden engagiert

Den Schritt seien bereits andere Gemeinden an der schleswig-holsteinischen Ostseeküste gegangen. Entsprechend hatte sich der zuständige Fachbereichsleiter für Ordnung und Soziales, Jan Stender, informiert und eine Auswahl getroffen. Die Finanzierung läuft über das Budget des Ordnungsamts.

Fehmarn braucht mehr Parkraum

In Sachen Parkraum müsse Fehmarn nachlegen, ist sich Weber sicher – insbesondere für Wohnmobilisten an den Hotspots Grüner Brink, Orth, Westermarkelsdorf und Puttgarden. „Wir werden uns mit den jeweiligen Akteuren vor Ort noch im August zusammensetzen.“ Auch mit Blick auf die Haushaltsvorbereitungen müsse dann die Politik entscheiden.

Kabel-1-Beitrag sorgt für Bauchschmerzen

Dass Fehmarn einen Sicherheitsdienst engagiert hat, um vor allem den Wildcampern und -parkern Einhalt zu gebieten, konnte am Montag ausführlich im Abendprogramm von Kabel 1 („Achtung Kontrolle!“) verfolgt werden. Nicht immer rühmlich, was in der Doku-Soap-Serie vor allem zu hören war. Während die Diskussion am Grünen Brink ja vorbildlich gewesen sei, könne man dies über die Kontrolle und die Sprachbarriere auf dem Großparkplatz in der Osterstraße nicht sagen, bewertet Weber.

„Das hätten wir in der Form nicht genehmigt“

Nachdem er den Link zum Beitrag erhalten habe, sei er beim Schauen des Videos schon ein wenig im Bürostuhl versunken. Schon im Vorwege hatte der Verwaltungschef der Insel eine Vielzahl kritischer E-Mails und Nachrichten bekommen. Bis dahin vollkommen unwissend, denn: Die Stadt wusste nichts vom Dreh. „Das war nicht mit uns abgesprochen, und das hätten wir in der Form auch nicht genehmigt“, so Weber, der bei der beauftragten Sicherheitsfirma „Vitense“ nachhakte. Die hätten angefragten Dreharbeiten über die Firma zugestimmt.

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