Pastor Dr. Martin Grahl
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Pastor Dr. Martin Grahl wird am Sonntag im Rahmen eines Gottesdienstes in der St.-Johannis-Kirche in Petersdorf in den Ruhestand verabschiedet.

Verabschiedung in den Ruhestand

Pastor Dr. Martin Grahl geht – und bleibt Fehmarn treu

  • Andreas Höppner
    VonAndreas Höppner
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Morgen um 17 Uhr wird Pastor Dr. Martin Grahl in der Petersdorfer Kirche in den Ruhestand verabschiedet. Er bleibt Fehmarn treu.

  • Erstmal zwei Monate nach Riga.
  • Seit August 2012 Pastor in Petersdorf, seit 2013 in Bannesdorf.
  • Stefan Bemmé wird die meisten Gottesdienst übernehmen.

Fehmarn – Die letzten Tage waren turbulent für Pastor Dr. Martin Grahl und Ehefrau Ruth. Auszug aus dem Pastorat, Einzug in das neue Heim unweit der St.-Johannis-Kirche in Petersdorf. Unruhige Zeiten vor dem eigenen Abschiedsgottesdienst morgen Abend um 17 Uhr in der St.-Johannis-Kirche und dem Eintritt in den Ruhestand.

Doch wirklich ruhig wird es in nächster Zeit auch nicht werden, denn im Oktober und November geht Pastor Dr. Grahl für zwei Monate zurück an seine ehemalige Wirkungsstätte in Riga. Hier solle die St.-Petrikirche, derzeit noch ein Museum, in die Hände der Deutschen Evangelisch-Lutherischen Kirche zurückgegeben werden. Dabei wolle er unterstützend mitwirken. Fast auf den Tag genau 18 Jahre ist es her, dass er in der lettischen Hauptstadt in sein Amt als Pastor der Auslandsgemeinde eingeführt worden war.

Es war eine spannende Zeit, ich habe niemals bereut, hierhergekommen zu sein

Pastor Dr. Martin Grahl

Knapp neun Jahre wirkte, er im Baltikum, bevor er im August 2012 nach Fehmarn kam, um Pastor der St.-Johannis-Kirchengemeinde Petersdorf zu werden. „Es war eine spannende Zeit, ich habe niemals bereut, hierhergekommen zu sein“, kann der 63-Jährige auf eine abwechslungsreiche und vielfältige Tätigkeit zurückblicken. „Sonst würden wir auch nicht bleiben“, schickt er gleich hinterher. Das Ehepaar Grahl hat Wurzeln geschlagen im Inselwesten.

Doch es ist nicht nur die Gemeinde in Petersdorf, der sich Dr. Martin Grahl verbunden fühlt, es ist auch die Kirchengemeinde Bannesdorf, die seit November 2013 in seine Zuständigkeit fällt, nachdem der ehemalige Bannesdorfer Pastor Ortwin Göldner in den Ruhestand eintrat.

Zwei eigenständige Kirchengemeinden, nur ein Pastor, das funktioniert

Zwei eigenständige Kirchengemeinden, nur ein Pastor, das funktioniert. So unterschiedlich beide Gemeinden in ihrer Struktur auch sein mögen, Pastor Dr. Martin Grahl hat es geschafft, zusammen mit den Kirchengemeinderäten und den ehrenamtlichen Helfern das Gemeindeleben im Norder- und Westerkirchspiel zu erhalten und zu fördern. Sogar ein neues Gemeindehaus in Bannesdorf wurde gebaut und im Frühjahr 2018 eingeweiht.  

Ganz wichtig seien die regelmäßigen Gottesdienste in beiden Gemeinden, so Dr. Grahl, denn die Kirche „ist das Wohnzimmer der Gemeinde“. Sie sei „ihr vertrauter Raum“. So habe er stets daran festgehalten, an den Sonntagen in beiden Kirchen Gottesdienste abzuhalten. Kontinuität sei wichtig.

Das wünscht er sich auch für die Zukunft, wenngleich er weiß, dass die Nordkirche  den Prozess 2025 angeschoben hat, um auf den demografischen Wandel und eine geringere Kirchenverbundenheit zu reagieren. Unterm Strich führt dies dazu, dass mittelfristig nur noch drei statt aktuell vier Pastoren (3,75 Stellen) auf Fehmarn Dienst tun werden.

Grahl: Präsenz vor Ort ist wichtig

Grahl ist auf jeden Fall zuversichtlich, dass eine für alle vier Kirchengemeinden der Insel zufriedenstellende Lösung gefunden wird, die Gespräche würden geführt. Ganz wichtig sei aus seiner Sicht jedoch die Präsenz des Pastors vor Ort.

Ab 1. Oktober wird Pastor Stefan Bemmé, der zurzeit noch Vertretungspastor in Burg ist, die meisten Gottesdienste übernehmen. Nach seiner Rückkehr aus Lettland werde er in der Zeit der Vakanz sicherlich auch einige Vertretungsgottesdienste übernehmen, kündigte Grahl an. 

Was ihn als kunst- und kirchengeschichtlich interessierte Person aber auf jeden Fall auch im Ruhestand nicht ruhen lassen wird, das dürfte die weitere Aufarbeitung der Kirchengeschichte Fehmarns sein. Das nächste Buch aus der Feder des Pastors wird bestimmt nicht lange auf sich warten lassen. „Die uns übergebenen Schätze müssen wir den Menschen erschließen“, so Grahl.

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