Konferenz am Südstrand auf Fehmarn (vor dem Sturm) einigt sich auf fünf Entwicklungsfelder

Perspektiven für die Beltregion

Sie wollen die Beltregion zusammenführen: Der Vorsitzende des dänischen Beltforums, Nils Wilhjelm (r.),1 und Landrat Reinhard Sager gestern bei der Konferenz auf Fehmarn.

FEHMARN (wi) • Es braucht einen regionalen Manager, je ein Sekretariat auf beiden Seiten des Belts und fünf prioritäre Entwicklungsfelder. Somit ist der Rahmen abgesteckt für die EU-geförderte Beltregion. Und nun sind Ideen gefragt. Am Mittwoch im IFA-Feriencentrum tagten die beiden Beltforen zum zweiten Mal gemeinsam. Den „Malmöer Vereinbarungen“ im letzten Sommer folgten nun gewissermaßen die „Visionen von Fehmarn“.

Als die dreistündige Konferenz beendet war, brauste draußen am Burger Binnensee schon ein recht kräftiger Sturm und die dänische Delegation wollte sicher gern die nächste Fähre erreichen. Doch zunächst luden Landrat Reinhard Sager, Leiter des deutschen Fehmarnbelt-Forums, und Nils Wilhjelm, sein Pendant auf dänischer Seite, zum Pressegespräch.

„Wir stimmen zu“, sagte Nils Wilhjelm zu den Entwicklungsideen. Denn diese Zustimmung hätte die deutsche Seite eigentlich noch abfragen müssen angesichts der tiefgreifenden Gebietsreform in Dänemark zum 1. Januar. Aus 13 Kommunen auf Lolland und Falster hat man zwei gemacht, drei Kreise wurden zusammengefasst zur „Region Seeland“.

Die wirtschaftliche Entwicklung sei auf beiden Seiten des Belts und zwischen Kopenhagen und Hamburg „nötig und vordringlich“,  so    Nils Wilhjelm. Die Dänen haben ein politisches Schwergewicht mit dem Vorsitz des Forums betraut. Wilhjelm war von 1986 bis 1990 dänischer Industrieminister.

In Ostholstein leben 206000 Menschen, die neue Region Seeland kommt plötzlich auf 800000 Menschen. Damit haben sich die Bedingungen schon ein wenig verändert. Sicherlich auch im Hinblick auf die EU-Fördermittel (bekanntlich sind 4,5 Millionen Euro für die Beltregion zugesagt). Landrat Reinhard Sager be- mühte da dann einige Male den Begriff der „Fehmarnbelt-Kernregion“. Und es müssten schon einige Projektideen kommen, zumal man sich seit dem 1. Januar in einer neuen Förderperiode befinde.

Gesucht: Ein Manager für die Region

Ähnlich wie in der deutsch-niederländischen Grenzregion „Euregio“ möchten die beiden Vorsitzenden je ein Sekretariat bilden mit einem Manager an der Spitze. Einem „Kümmerer“, wie es Landrat Sager in der Pressemitteilung nannte. Einem, der die Grenzbarrieren abbaut. Allein, man hat ein solches Gesicht, eine solche Identifikationsfigur, noch nicht gefunden.

Schon rund 500 Deutsche pendeln regelmäßig nach Süddänemark, um dort zu arbeiten, meist Bauarbeiter. Die Bedingungen für sie noch zu verbessern, soll das Thema eines Workshops sein, der demnächst durchgeführt werden soll. Dabei scheint die Zusammenarbeit auch ohne Hilfe ganz gut zu funktionieren. Wenn man noch etwas an den Preisen auf den Fähren zu Gunsten der Pendler drehen könnte, klang dieser Punkt an.

Neben dem Arbeitsmarkt sollen konkrete Projekte auf den Feldern Tourismus, Kultur, Sport und Bildung entstehen. Geplant ist auch schon ein gemeinsamer Internetauftritt der Fehmarnbeltregion.

Kein Treffen der beiden Beltforen ohne die geplante Feste Fehmarnbeltquerung. Nils Wilhjelm bekräftigte den Wunsch der Dänen nach einem Bau einer Brücke zwischen Lolland und Fehmarn. Die Bundeskanzlerin habe bei ihrem Besuch am 19. Dezember in Kopenhagen gesagt, dass sie den dänischen Wunschzettel nicht erfüllen könne, doch auch schon einmal von verspäteten Weihnachtsgeschenken gehört habe. Da Angela Merkel die EU-Ratspräsidentschaft inne habe, stünden die Chancen auf EU-Fördermittel für die Beltquerung gut. Die Dänen blieben so lange geduldig, bis die Deutschen für das Projekt „klar“ seien, so Wilhjelm.

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