Planfeststellungsverfahren für Schiene läuft weiter / Dialogforum tagt als Videokonferenz

Planung wird nicht gestoppt

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Noch ist der IC auf Fehmarn ohne Lärmschutz unterwegs. Mit dem Ausbau der Strecke sollen auch in Höhe Burg Lärmschutzwände errichtet werden.

Oldenburg/Fehmarn – hö – Die 35. Sitzung des Dialogforums Feste Fehmarnbeltquerung fand gestern zum ersten Mal als Videokonferenz statt. Das neue Format, das der Corona-Pandemie geschuldet war, hatte mitunter mit einigen technischen Problemen zu kämpfen. Sie waren in der Sache aber nicht hinderlich, sodass der Sprecher des Dialogforums, Dr. Christoph Jessen, nach knapp drei Stunden gegen 19.30 Uhr das Sitzungsende verkündete und sagte: „So schnell waren wir noch nie.“

Die Sitzung stand noch ganz im Zeichen der Bundestagsbeschlussfassung vom 2. Juli, dass für einen übergesetzlichen Lärmschutz an der Schienen-Hinterlandanbindung zusätzlich rund 232 Millionen Euro bereitgestellt werden (wir berichteten). Das bedeutet Vollschutz entlang der Strecke von Puttgarden bis Lübeck. Nach Mitteilung von Bernd Homfeldt, Projektleiter der Deutschen Bahn (DB), ergibt sich daraus der Bau von Schallschutzwänden auf einer Länge von 45 Kilometern, ohne übergesetzlichen Lärmschutz wären es nur 25 Kilometer gewesen. Im Planfeststellungsabschnitt 6 (Fehmarn) sollen deshalb auf einer Länge von 1700 Metern Lärmschutzwände errichtet werden.

Regionalmanager Jürgen Zuch hatte im Vorfeld der Sitzung bereits berichtet, das zu dem ursprünglich vorgesehenen Bereich Strukkamp auch Abschnitte in Höhe Burg/Landkirchen, Teschendorf und Avendorf/Blieschendorf hinzukommen würden. Detailplanungen hierzu liegen noch nicht vor. Das Dialogforum wünscht von der DB eine frühzeitige Information der betroffenen Gemeinden. Die von Jürgen Zuch über das Dialogforum an die DB herangetragene Bitte, das bereits gestartete Planfeststellungsverfahren für den Abschnitt 6 auszusetzen, um die übergesetzlichen Schutzmaßnahmen einarbeiten zu können, lehnte Homfeldt ab. Das Verfahren sei zu weit fortgeschritten, in Absprache mit dem Amt für Planfeststellung Verkehr (APV) und dem Eisenbahnbundesamt (EBA) werde stattdessen ein Planänderungsverfahren angestrebt. „Die Auslegung ist noch nicht einmal terminiert“, monierte Jürgen Zuch, der sich – ebenso wie das Dialogforum – einen Aufschub gewünscht und ein einziges Verfahren erhofft hätte. Und nicht noch ein zusätzliches, da die Kommunen Fehmarn und Großenbrode sich im Zuge der geplanten Festen Fehmarnbeltquerung mit insgesamt vier Planfeststellungsverfahren befassen müssten.

Bernd Homfeldt versicherte, dass die zu erneuernde Fehmarnsundquerung Bestandteil des Fehmarnbeltprojektes sei. Hier hatte es unlängst nach anderslautender Aussage eines Bahnsprechers Irritationen gegeben (wir berichteten). Der Bahnsprecher sei falsch verstanden worden, stellte sich Homfeldt nun mit seiner Antwort hinter den Bahnsprecher. Zur zukünftigen Sundquerung, die bekanntlich ein Absenktunnel werden soll, gibt es nicht viel Neues. Die Vorplanung befindet sich laut Homfeldt auf der Zielgeraden. Dem Runden Tisch sicherte er zu, in die Planung einbezogen zu werden, sobald es konkreter werde.

Zum wiederholten Mal forderte das Dialogforum dazu auf, die Planungen zum Ausbau der Schiene und der Straße eng aufeinander abzustimmen. Keine zwei Meinungen gibt es zudem bei der Frage nach der Verantwortlichkeit für die alte Sundbrücke. „Die Trägerschaft für die Sundbrücke muss beim Bund bleiben“, machte Landrat Reinhard Sager klar.

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