Die acht Direktkandidaten im Wahlkreis Ostholstein-Nord / Heute: Peer Knöfler (CDU)

Ein pragmatischer Kompromissfinder

+
Peer Knöfler kandidiert für die CDU.

OSTHOLSTEIN - mb - Am 7. Mai findet die Landtagswahl statt. Im Wahlkreis Ostholstein-Nord (WK 17) konkurrieren acht Kandidaten um das Direktmandat: Peer Knöfler (CDU), Andreas Herkommer (SPD), Christiane Stodt-Kirchholtes (Grüne), Sebastian Kraatz (FDP), Sven Jörns (Piraten), Lorenz Gösta Beutin (Die Linke), Stephan Hedicke (Freie Wähler) und Dr. Frank Brodehl (AfD). Wer die meisten Stimmen (Erststimme) bekommt, zieht direkt in den neuen Landtag ein. Heute stellen wir Peer Knöfler vor:

Seit 2006 engagiert sich Peer Knöfler in der Politik, ist Gemeindevertreter in Großenbrode und Mitglied im Kreistag. Der Vorsitzende des CDU-Ortsverbandes seiner Gemeinde will am 7. Mai einen Schritt weitergehen und kandidiert für den Schleswig-Holsteinischen Landtag – ein Schritt der Veränderungen mit sich bringe, ist sich Knöfler bewusst. Als Landtagsabgeordneter werde er als Berufsschullehrer im Bereich Technik und Sport pausieren.

„Es ist größtenteils die gleiche Motivation, die mich zuvor bewogen hat, im politischen Ehrenamt tätig zu werden“, sagt der verheiratete Familienvater und bringt es auf eine pragmatische Formel: „Bevor man anfängt, über Dinge zu meckern, muss man selbst an der Problemlösung arbeiten. So erwerbe ich mir die Legitimation, den Mund aufzumachen.“

Zudem habe er in den letzten fünf Jahren den Eindruck gehabt, dass in zahlreichen Politikfeldern im Land nicht genug getan werde. „Wir haben hier vor Ort keinen Ansprechpartner aus Kiel gehabt, der greifbar gewesen wäre“, sagt der 49-Jährige und nennt Probleme wie eine vernünftige Sundquerung und die gemeinsame Planung von Straße und Schiene. „Eine Landesregierung hat die Landesplanung unter sich und könnte das auf einen Nenner bringen“, so der CDU-Landtagskandidat.

Angesprochen auf das Mammut-Infrastrukturprojekt, das Ostholstein noch für viele Jahre beschäftigen wird, antwortet er ebenfalls pragmatisch: „Das ist ein Staatsvertrag, die Querung kommt.“ Entsprechend müsse man also alles tun, um das Umfeld der Hinterlandanbindung für die Menschen vernünftig zu gestalten. Dazu gehöre die faire Verteilung der notwendigen Naturschutz-Ausgleichsflächen, ein entsprechender Lärmschutz und eine ausbleibende Belastung durch Kosten bezüglich des Eisenbahnkreuzungsgesetzes für die Gemeinden, die von der Hinterlandanbindung im Rahmen der Festen Fehmarnbeltquerung direkt betroffen sind.

„Es gibt genug Aufgaben, und um diese zu lösen, gibt es viele Wege“, meint Knöfler und distanziert sich klar von „ideologischen Grabenkämpfen“ und stellt vielmehr das „Finden entsprechender Kompromisse“ in den Vordergrund. Als Negativbeispiel nennt er die Bildungspolitik – ein Thema, das ihn aufgrund seiner Biografie zwangsläufig beschäftigt. Hier werde viel „herumgewurschtelt“ und dabei sei die Ausbildung der Kinder aus dem Fokus geraten. Knöfler spricht sich zudem eindeutig für G9 aus, also das Abitur in neun Jahren. „Die Belastung ist so schon sehr hoch, da bleibt kaum Zeit für den Sportverein oder andere Formen der Freizeitgestaltung.“ Für hochproblematisch hält Knöfler die Unterrichtsausfälle. „Wenn das Land einen Brief verschickt und von 2000 neuen Lehrerstellen geschrieben wird, dann sieht das auf dem Papier gut aus, aber in der Realität sind viele Planstellen nicht besetzt.“

Auch bei der Infrastruktur der Bildungseinrichtungen dürfe man die Gemeinden nicht alleine lassen. „Die Kommunen opfern sich auf, sprengen teilweise ihre Haushalte. Da muss das Land durch Förderprogramme entlasten.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.