Christiane Stodt-Kirchholtes will kandidieren – Grüne suchen „Nachwuchs“ bis zur Wahlversammlung

„Projekt: Menschen fischen“

Der neue Vorstand der Grünen von Fehmarn: Sprecherin Christiane Stodt-Kirchholtes hier mit ihrem Stellvertreter Matthias Herwig (l.) und Kassenwart Rainer Würscher.

Von Nicole Rochell BURG • Grüne Weichen für die Kommunalwahl 2008 wurden nicht gestellt. Aber der Hebel immerhin schon mal in die Hand genommen und ein deutliches Signal gegeben. Das kam von Christiane Stodt-Kirchholtes.

„Ich würde gern ins Rathaus einziehen. Ich habe immer bedauert, keine Möglichkeit der Mitbestimmung zu haben“, so Christiane Stodt-Kirchholtes. Die in anschließender Jahreshauptversammlung wiedergewählte Sprecherin des Ortsverbandes Fehmarn von Bündnis 90 / Die Grünen hatte sich in vorgeschaltetem Infoabend im Hinblick auf die Wahl im Mai bereiterklärt, zu kandidieren. „Christiane ist in den Ring geworfen, aber es wäre noch Platz für weitere da“, versuchte Kreissprecherin Silke Mählenhoff, bei den Fehmaranern zu Gast, ihr Glück. Vergebens. Ein weiterer Kandidat in spe fand sich selbst nach intensiver „Bearbeitung“ aller acht anwesenden Mitglieder von Fehmarn nicht.  Neugierige und Interessierte waren erst gar nicht erschienen.

Ähnlich zäh gestaltete sich später die Besetzung des neuen Vorstandes, den Fehmarns Grüne schließlich doch noch unter Dach und Fach brachten. Matthias Herwig willigte ein, als Vertreter von Christiane Stodt-Kirchholtes zu fungieren, Rainer Würscher bleibt Kassenwart.

„Es ist wichtig, dass wir uns einmischen“

In etwa drei Wochen wollen Fehmarns Grüne dann zur Wahlversammlung einladen. Bis dahin sei Zeit, kräftig die Mitglieder-Werbetrommel zu rühren und geeignete Kandidaten in und außerhalb der Partei aufzutun. „Das Projekt heute heißt Menschen fischen“, so Christiane Stodt-Kirchholtes, und zeigte sich längst nicht so ernst, wie die Lage in Wissers Kaminzimmer am Donnerstag schien. „Es ist wichtig, dass wir uns einmischen, impulsgebend sind. Wir sollten und wir wollen uns in den Kommunalwahlkampf stürzen. Und ich denke, dass wir diesmal reinkommen“, so die Grünen-Sprecherin.

Bislang hatte es dahingehend nicht immer gut ausgesehen für die Grünen vom Knust. Was die Sitzberechnung anbelangt – D‘Hondt sei nicht gerade ein Freund kleiner Parteien, so Christiane Stodt-Kirchholtes.

Gut. 1999 schafften die Grünen von Fehmarn bei der Wahl schon einmal mit jeweils einem Sitz den Einzug in die Stadtvertretung Burg (Klaus-Dieter Labs) und in die Gemeindevertretung Bannesdorf (Karola Ehmke). Doch das habe zu den „wenig glorreichen Zeiten“ der zurückliegenden Jahre gezählt, so Stodt-Kirchholtes, die mobilisierte: „Jetzt haben wir die Chance das zu ändern.“

„Ich finde, dass wir unglaublich wichtig sind“

„Wo sind die Grünen auf Fehmarn ? Gibt es euch noch ?“, hatte Silke Mählenhoff am Donnerstag in den „Alarmteil“, wie sie den Part vor der Jahreshauptversammlung nannte, eingeleitet. Was nach außen wirke, sei bei vielen der Eindruck, dass sich seit der zehn-Jahres-Feier im März wenig bis nichts bei den Grünen getan habe. „Seid ihr da ? Seid ihr auch nächstes Jahr im Rathaus ?“, feuerte sie an. –  Der Wille war da, die Zeichen standen auf „bereit“, doch um die personelle Situation ist es derzeit schlecht bestellt. Viele Mitglieder sind beruflich oder ehrenamtlich stark eingebunden. Die Grünen suchen händeringend Mitstreiter.

Auch Sprecherin Christiane Stodt-Kirchholtes hatte vor allem beim Antreten ihres Sprecher-Postens Schwierigkeiten, alles unter einen Hut zu bringen. Obwohl stark im Job beansprucht, sei sie im vergangenen September eingesprungen, als Sprecher Jürgen Boos ausgetreten war, der Sprecher-Posten somit vakant. „Weil es keine wirkliche Alternative gab und ich finde, dass wir unglaublich wichtig sind, impulsgebenderweise“, so Stodt-Kirchholtes. Sie erinnerte an die Anfänge, an das erste Parteiprogramm. Schon darin hätten die Grünen eine Gemeindezusammenführung favorisiert, so die Sprecherin. Und: „Ja, wir waren da, wir sind da. Uns gibt es seit elf Jahren“, so Stodt-Kirchholtes an die Adresse von Silke Mählenhoff.

Jedoch: Für viel mehr außer dem Thema Feste Fehmarnbelt-Querung habe es nicht gereicht, räumte die Sprecherin ein. Allein dieses große Thema habe viel Energie und Zeit geschluckt, sagte sie. „Wir waren in Interimsstellung“, beschrieb Christiane Stodt-Kirchholtes den Zustand nach dem Aufhören von Jürgen Boos.

Kritik aus eigenen Reihen in Wissers Kaminzimmer. Die einseitige Thematik hatte zuvor Armin Gräfingholt bemängelt, der das Vorhaben, bei der Kommunalwahl anzutreten, zwar „löblich“ fand, aber eine kontinuierliche Arbeit der Grünen vermisste. „Die Beltquerung dürfte nicht das einzige Thema sein“, so Gräfingholt. Und fand in Silke Mählenhoff, Kreissprecherin von Bündnis 90 / Die Grünen in Ostholstein, die mit Kreisgeschäftsführerin Renate Stockfisch nach Fehmarn gekommen war, eine Fürsprecherin. Ob die Spielwiesen-Bebauung am Südstrand („das ist wohl ein ganz heißes Eisen“, so Mählenhoff), die Planungen für das sechs Hektar große Baugebiet, das in Landkirchen entstehen soll oder die Grünen-klassischen Themen wie Stromkraftwerke, Windkraftanlagen, Biogasanlagen oder Repowering – an Themen außer der Festen Fehmarnbelt-Querung gebe es keinen Mangel, so Mählenhoff, die anregte, sich öfter solcher Themen zu bedienen.

Wenn wir den Ortsverband mit Leben füllen wollen, müssen wir uns regelmäßig treffen, kamen die Grünen überein. Und verabredeten sich für den 13. Dezember (Donnerstag). Das Treffen des Ortsverbandes soll um 19 Uhr bei Wisser stattfinden. Interessierte sind herzlich willkommen.

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