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Projektpartner gesucht für ein fahrradtouristisches Netzwerk

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Von: Nicole Rochell

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Beate Burow mit einem Fahrrad und einer Fehmarn-Karte
Beate Burow sucht nach Partnern, die sich im neuen fahrradtouristischen Netzwerk engagieren möchten. © Reinhard Gamon

Für ein fahrradtouristisches Netzwerk sucht der Umweltrat der Stadt Fehmarn Projektpartner.

Fehmarn – Fehmarn. Platt wie eine Briefmarke. Mit Sicherheit kein unangenehmer Umstand für alle Radelfreunde. Sowie herrliche Radwege – eingebettet in eine je nach Vegetation taumschöne Landschaft, oftmals an der Ostsee entlang –, die das Fahrradfahren auf Fehmarn zu einem wunderbaren Erlebnis werden lassen. 

Rund 300 Kilometer gut ausgebaute Radwege sowie sieben Themen-Touren und Radfernwege leisten sehr wahrscheinlich mit ihren Beitrag dazu, dass von Jahr zu Jahr spürbar mehr Radfahrer auf Fehmarn unterwegs sind, dem Trend folgend: Rauf aufs Rad und die Nase in den Wind. Das Rad ist beliebt wie nie. Ob Alltagsrad, Mountainbike oder E-Bike – das Fahrrad hat zweifelsfrei einen großen Stellenwert eingenommen. 

Eine Radfahrgruppe angeführt von Fahrrad-Guide Claus Rahmberg
Fahrrad-Guide Claus Rahmberg in seinem Element. Im React-Programm 1.2 liegt der Fokus auf Radaktivitäten. Der Umweltrat sucht touristische Leistungsträger, die sich am neuen, fahrradtouristischen Netzwerk beteiligen wollen. © Archiv

Der Radtourismus auf der Insel boomt anhaltend und hat seit Corona noch einen zusätzlichen Schub erhalten. Auf dem Fahrrad durch die Pandemie – Händler und Hersteller erzielen vielerorts Umsatzrekorde. Der Radtourismus ist eine langfristig beliebte Urlaubsform, und auch Fehmarn geht von einem anhaltenden, weiter wachsenden Trend aus.

Die Insel hat schon immer aufs Rad gesetzt. Mit dem Interreg-Projekt React 1.2, Folgeprojekt des Vorgängers React, umso mehr. Denn besonders im Schwerpunktthema Radfahren soll mit React 1.2 „Resort für aktiven Küstentourismus“ gearbeitet werden. Noch bis zum 31. Dezember läuft das Projekt mit einem Gesamtbudget von 2,1 Millionen Euro (Förderung von 75 Prozent), an dem sich auch der Umweltrat der Insel Fehmarn beteiligt. 

Gern mal einen Plan, statt querfeldein

Übergeordnetes Ziel ist es, grenzüberschreitend den Rad-Aktivtourismus an der westlichen Ostsee Nordeuropas weiter auszubauen und insbesondere in der Nebensaison zu bewerben, um somit neue Besucher zu gewinnen. Soweit die Theorie. 

In der Praxis stellt sich Beate Burow von der Geschäftsstelle des Umweltrates Fehmarn die Sache folgendermaßen vor. Drei Themenschwerpunkte bildend, soll Fehmarn künftig zu den bereits vorhandenen Routen erradelt werden können. Nicht alle lieben ständig das Freestyle- und Querfeldein-Radeln, manche haben auch gern mal einen Plan und möchten sich informieren, über das, was sie sehen, am Wegesrand, sich ein Thema wählen, das es abzuradeln gilt, so Beate Burow. Dabei setzt Fehmarn im neuen Projekt auf Kultur, Natur und Kulinarik. 

Immer geht es um Informationen und bestenfalls geschnürte Angebotspakete, stellt sich Beate Burow vor. So könnte eine Radtour zum Wasservogelreservat Wallnau vor Ort um eine Führung und einen Snack (vielleicht ein Würstchen vom Gallowayrind) ergänzt werden. 

Wird die Tour nicht von einem Guide begleitet, können die Radler, in jeder Kategorie, auf eine App zurückgreifen, die besondere Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke aufploppen lässt und die Biker, je nach Themenschwerpunkt, mit entsprechenden Infos versorgt. 

Eine Zusammenarbeit im Themenblock Kultur gibt es bereits mit dem Ernst-Ludwig-Kirchner-Verein, verrät Beate Burow. Ob Kirchner, Charlotte Niese oder Klaus Groth ... – Fehmarn hat einiges zu bieten, nicht nur an bereits verstorbenen Künstlern, die einst auf Fehmarn wirkten oder lebten. 

Viele Kunstschaffende haben ihr Atelier auf der Insel. Statt wie bisher einmal im Jahr im Rahmen des „Offenen Ateliers“ ein Wochenende lang Fahrten zu den Kunstschmieden auf Fehmarn anzubieten, könnten künftig regelmäßige Radtouren zu den Ateliers angeboten werden. Und auch das könnte dann zum Paket geschnürt sein: Der Gast leiht sich ein Rad, bucht sich einen Guide und läst sich themenbezogen über die Insel bis zu seinem Zielort führen. 

Videoclips werden im Mai gedreht

Unter der Überschrift „Kultur“ unterwegs, könnten Ateliersbesuche an der Tagesordnung sein, vor Ort könnte es einen Snack geben, oder einen Verkaufsstand des Künstlers mit „Kunst für die Hosentasche“. 

Und auch hier geht es um eine App, die nicht nur die Ateliers der Insel in kleinen Filmchen vorstellen könnte, sondern auch Einblick ins Leben der verstorbenen Künstler mit Fehmarn-Bezug geben soll. Die Videoclips für die App-Filmchen werden im Mai gedreht, die Schauspieler sind bereits gebucht, so Beate Burow.

Vom Kröpel zum Pummel.

Beate Burow, Leiterin der Geschäftsstelle des Umweltrates Fehmarn

Unter dem Motto Kulinarik ließe sich beispielsweise Fehmarns Knust-Bier fassen, oder es gibt Informationen „Vom Kröpel zum Pummel“, schwebte Beate Burow im Gespräch spontan vor. Man könnte mit Lokalen zusammenarbeiten, die vielleicht ein „Fahrrad-Menü“ auf der Karte führten, und beispielsweise ein Hofcafé ansteuern, das einen „Radler-Kuchen“ anbiete. 

Einerseits soll dem Gast ein Angebot an die Hand gegeben werden. Auf der anderen Seite könnten aber auch die touristischen Leistungsträger schauen, wie sie ihr jeweiliges Angebot gewinnbringend in ein „Paket“ mit einbringen könnten. Für den Aufbau des neuen fahrradtouristischen Netzwerkes werden Kooperationspartner gesucht. Angesprochen sind Fahrradhändler und -verleiher, Gastronomiebetriebe, Cafés, Beherbergungsbetriebe, Campingplätze oder andere touristischen Anbieter wie Fahrrad- und Natur-Guides sowie Museen, Ausstellungen und Galerien. 

Gemeinsam sollen neue Angebote zur touristischen Belebung erarbeitet und umgesetzt werden

Gemeinsam sollen neue Angebote zur touristischen Belebung erarbeitet und umgesetzt werden. Dabei wird den Netzwerk-Partnern, Teil der lokalen Marketingaktion von React 1.2, auch im Rahmen von Workshops und Webinaren die Möglichkeit eröffnet, die eigenen Angebote besser sichtbar zu machen und gemeinsam neue Paketangebote zu schaffen, informiert Beate Burow.

Wer Interesse an der Mitarbeit im Interreg-Projekt hat, im Rahmen dessen dieses neue Innovationsnetzwerk zum Thema Fahrradtourismus auf Fehmarn aufgebaut wird, kann sich unter umweltrat@stadtfehmarn.de oder 04371 506654 bis zum 18. Februar melden. Ende Februar oder Anfang März soll es ein erstes Zusammentreffen geben, stellt sich Beate Burow vor. Je nach weiterer Entwicklung der Pandemie soll es entweder physisch oder virtuell stattfinden. Bis zum Sommer sollen dann die ersten Angebote stehen, die der Gast dann bereits nutzen können soll. Beate Burow ist zuversichtlich, trotz des sportlichen Zeitplans: „Wir fangen ja nicht komplett bei null an“, denkt Burow allein an die bereits bestehenden Routen und, was die App betreffe, eventuell nur ein jeweiliges Update des bereits bestehenden Angebotes. 

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