8. Klassen der Inselschule auf Erlebnisparcours: Suchtprävention mit Themenschwerpunkt Alkohol

1,6 Promille bei Blick durch Brille

Prost. Diesen Schülerinnen und Schülern der 8 b schmeckte es. Auch oder vor allem ohne Alkohol. Die Cocktails „ohne“ – eine gute Alternative für Partys, fanden einige.

Von Nicole Rochell BURG • Helen hat die Brille auf. Ihr Umfeld verschwimmt. Von null auf 1,6 Promille in nur wenigen Sekunden. „Wie in einer anderen Welt“, meint Helen, froh, die Brille, die den Promillewert von 1,6 simuliert, wieder abnehmen zu können.

Was sie gestern auf der „Teststrecke“ mit der so genannten Drunkbusterbrille erlebte – nichts, was sie in der Realität erfahren möchte. Diese Sichtweise hat man also, wenn man extrem über den Durst getrunken hat. „Das möchte ich auf keinen Fall erleben“, meint Helen.

Wie Helen Schulz kämpften gestern viele ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler der 8 b mit der 1,6 Promille-Brille auf der Nase gegen Koordinationsstörungen und plötzlich getrübte Wahrnehmung an. Sie erlebten, wie schwer es ist, „betrunken“ den verstreuten Inhalt einer umgekippten Tasche wieder zusammenzusuchen, in einer Reihe von mehreren Klingelknöpfen den zu seiner eigenen Wohnung zu finden, ein Türschloss aufzuschließen. Bloß runter mit der Brille, dachten wohl die meisten Schülerinnen und Schüler der 8. Klassen der Inselschule nach dem „Experiment betrunken“, erleichtert, den Zustand von 1,6 Promille mit der Brille gleichermaßen ablegen zu können.

Eine Erfahrung war‘s allemal. Und darauf kam‘s den Machern an. An jeder Station der Wanderausstellung der besonderen Art gibt es bereits seit Montag und auch noch heute im Feierraum der Inselschule Nord Informationen rund ums Thema Alkohol. Im Rahmen suchtpräventiver Arbeit bietet die AWO-Suchtberatung Ostholstein mit Sitz in Eutin derzeit einen Erlebnisparcours zum Thema Alkohol an. Den Mitarbeitern ist es wichtig, dass sich die Jugendlichen mit dem maßvollen Konsum von Alkohol auseinandersetzen. In Zeiten von Flatrate-Partys und Koma-Saufen geht es immer wieder um Aufklärung und ganz viel Diskussion. Das Missionieren und der erhobene Zeigefinger bleiben dabei außen vor, so Sozialpädagogin Petra Eilers. Gemeinsam mit ihrem Team lotste und führt die AWO-Suchtberaterin auch heute noch einmal die 8. Klassen über den Erlebnisparcours „(Ent)täuschen(d) echt –  Erfahrung Alkohol“. Zum Auftakt: „Die Komaparty“. Nach diesem Film teilt sich die jeweilige Klasse in vier Gruppen und setzt sich dann mit verschiedenen Bausteinen im Wechsel auseinander.

Wie viel Alkoholgehalt ist in einem alkoholischen Getränk ? Nach dem Alkohol-Schätztest ließen sich die Schüler gestern leckere Möglichkeiten und Gründe aufzeigen, auf Partys auch mal nein zu sagen: „Kinley Zauber“, „English Tea“, „Blauer Kapitän“ oder „Sweet Victory“, allesamt farbenfrohe Cocktails, ohne Alkohol, versteht sich, wurden verköstigt und sind bereits auf der ein oder anderen Fete neben alkoholischen Getränken gebucht. „Anbieten würde ich es auf jeden Fall, das ist eine gute Alternative“, meint Philipp Sichler. Auch Natasja Groth kann sich die bunten Getränke gut auf einer Party vorstellen. Für sie auf jeden Fall eine Alternative: „Ich trinke nicht so gerne Alkohol.“ Ein Persönlichkeitstest und ein Quiz, hier ging es um die Einschätzung des Konsums von Alkohol, gehörten zur Wanderausstellung. Nicht zu vergessen: die Station mit der Drunkbusterbrille, wo es darum ging, den Heimweg nach der Party mit 1,6 Promille intus anzutreten. Alle vier Stationen der Ausstellung werden von Moderatoren betreut. Mehrere Stellwände und eine Notrufsäule mit Hilfsangeboten bieten vertiefende Infos zum Thema an. – Es geht darum, Erfahrungen zu sammeln. Das Beispiel von der Herdplatte kennt wohl jeder. Gesagt bekommen, dass sie heiß ist, ist die eine Sache, sich davon zu überzeugen, die andere. Man kann mit der ganzen Handfläche auf die Herdplatte langen, oder sachte, aus der Entfernung, die Hitze spüren.

Und darum geht es auch beim Erlebnisparcours zum Thema Alkohol: Nicht ums Verbieten, sondern um einen maßvollen und bewussten Umgang.

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