NDR-Team filmte am Montag im Inselwesten

Protest gegen Schweinemast geht weiter

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Die IG „Lebenswertes Fehmarn“, hier mit Christa Woitalla am Megafon, bekam bei der  Demo auch Unterstützung vom Aktionsbündnis gegen eine Feste Fehmarnbeltquerun

FEHMARN -ga-/hö- An der zweiten Montagsdemo gegen die Vergrößerung der Schweinemastanlage zwischen Petersdorf und Schlagsdorf nahmen am Montag (18. Mai) noch mehr Demonstranten teil als in der letzten Woche. Auch ein Kamerateam vom Schleswig-Holstein Magazins von N 3 war vor Ort, um einen Bericht über die Empörung der Einwohner Westfehmarns zu senden.

Kamen in der vergangenen Woche rund vierzig Teilnehmer zur Montagsdemonstration unweit der Schweinemastanlage an der Verbindungsstraße von Petersdorf nach Schlagsdorf zusammen, so waren es am Montag über 50 Teilnehmer, die ihren Unmut über die geplante Vergrößerung der Anlage, der Aufstellung einer Windkraftanlage sowie gegen die Massentierhaltung im Allgemeinen zum Ausdruck bringen wollten. Über die gute Beteiligung freute sich die Interessengemeinschaft „Lebenswertes Fehmarn“, zumal anhaltender Regen einsetzte und ausreichend Parkmöglichkeiten nicht zur Verfügung standen.

Widerspruch eingelegt gegen Windkraftanlage

Gegen den Betrieb der Windkraftanlage habe sie bereits Widerspruch eingelegt, so Christa Woitalla von der IG „Lebenswertes Fehmarn“. Ihrer Ansicht nach liegt die Windkraftanlage genau im Vogelzugkorridor zwischen dem Wasservogelrervat Wallnau und dem Naturschutzgebiet Grüner Brink. Zahlreiche Vogelarten, darunter Seeadler, Wanderfalken, Turmfalken, Waldohreulen, Feldlerchen und Kiebitze sowie Fledermäuse seien hier heimisch. Ein Gänsegeier sei in diesem Gebiet auch schon beobachtet worden. Einerseits werde im Rahmen der Genehmigung für die Windkraftanlage gefordert, die Zuwegung nicht mit Gehölzen zu bepflanzen, um zu vermeiden, dass Fledermäuse dort Insekten finden. Andererseits sollten vorhandene Wälle an der Schweinemastanlage im Zuge ihrer Erweiterung ebenfalls erweitert und mit Gehölzen bepflanzt werden, so Woitalla, die darin einen Widerspruch sieht. Zudem würde die Einzelanlage genau zwischen zwei genehmigten Windparks liegen und somit den Wildwuchs fördern. Woitalla will Umweltminister Habeck sowie Umweltverbände darüber in Kenntnis setzen.

Ein Kamerateam des NDR filmte die Demo für einen Bericht im Schleswig-Holstein Magazin.

„Wenn das eventuell auch flächendeckend kommt, dann werden die Touristen vergrault“, sagte Hans-Christian Schramm, der zwar nicht im Inselwesten, sondern in Puttgarden wohnt, aber große Vorbehalte gegen das Projekt hat. Er erinnerte an den Satz des bekannten Dichters Immanuel Kant: „Was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem anderen zu.“ Damit möchte er dem Schweinezüchter Falk Voß-Hagen, der seine Anlage erweitern will, ins Gewissen reden.

Bekanntlich soll die Schweinezucht in Westfehmarn um 6 700 Tiere vergrößert werden. Doch noch mehr Gestank wollen die Einwohner nicht hinnehmen, außerdem fürchten sie, dass bei der Gülleausbringung freigesetzte Keime Jung und Alt gefährden können. Hans-Christian Schramm brachte weiterhin zum Ausdruck, dass auch die kommunalen Politiker zwischenzeitig solch eine Schweinemastgroßanlage mehrheitlich ablehnen würden. An der zweiten Montagsdemo nahm auch eine Gruppe des NABU aus Wallnau teil. Es sind junge Leute, die derzeit ein freiwilliges ökologisches Jahr beziehungsweise ein Praktikum beim NABU absolvieren.

Die nächste Demo gegen das Projekt wird Pfingstmontag (25. Mai) auf dem Burger Marktplatz um 18 Uhr stattfinden

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