Rund 600 Zuschauer beim kultigen Grabenspringen / Großer Andrang der Wagemutigen

Punkt- und Bruchlandungen

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Dicht gedrängt steht die Zuschauerschar entlang der Kopendorfer Au.

Fehmarn – Von Reinhard Gamon Unerwartet groß war der Andrang derjenigen, die am Ostersonntag den Sprung über die Kopendorfer Au wagten. Gab es beim letzten Grabenspringen der Landjugend vor zwei Jahren zwölf Teilnehmer, so wagten jetzt 26 Kandidaten den mutigen Sprung, doch nicht jeder erreichte trocken das gegenüberliegende Ufer.

Die Bedingungen bei dem fabelhaften Frühlingswetter waren optimal. Die Lufttemperatur lag bei 14 Grad und die auf rund einen halben Meter angestaute Kopendorfer Au hatte sich bereits auf 10 Grad erwärmt. Trotzdem war es eine eher kalte Dusche für diejenigen, die den Sprung über den Graben nicht schafften und Bekanntschaft mit dem nassen Element machten. Da war man aber auf der sicheren Seite, wenn man als „Reinfaller“ Wäsche zum Wechseln dabei hatte.

Gerade die missglückten Sprünge wurden von den rund 600 Zuschauern, die zur Kultveranstaltung in den Inselwetsen gepilgert waren, mit reichlich Applaus honoriert. Da mag wohl auch ein wenig Schadenfreude mit ausschlaggebend gewesen sein.

Aus dem Publikum stellten sich drei Wertungsrichter zur Verfügung, die ein bis sechs Punkte für die jeweiligen sportlichen Leistungen der Teilnehmer vergaben. Wer Bekanntschaft mit dem nassen Element machte, der konnte trotzdem punkten. Bewertet wurde nicht nur die sportliche Leistung, sondern auch die Eleganz des Sprungs. Drehungen während des Sprungs konnten sogar mit Extrapunkten belohnt werden.

Kurzfristig entschied die Landjugend Fehmarn als Ausrichter des Spektakels, den Wettbewerb aufgrund der hohen Teilnehmerzahl auf zwei Durchgänge zu beschränken. Zudem war die Surfstange in diesem Jahr relativ schwer, sodass die jüngeren Teilnehmer nicht überfordert werden sollten.

So wurde im ersten Durchgang aus dem Stand mithilfe der Surfstange einmal über die Kopendorfer Au gesprungen, im zweiten Durchgang hieß es, rüber- und wieder zurückspringen.

Der jüngste Teilnehmer war erst sechs Jahre alt und der älteste Teilnehmer zählte 42 Lenze. Letzterer war Markus Rüddiger aus Berlin, der immerhin das Finale der sechs besten Grabenspringer erreichen konnte. Eigens angereist aus Hamburg waren auch die Geschwister Laura (26) und Anna Meier (22), die beide eine Volllandung in der Kopendorfer Au machten und total durchnässt das rettende Ufer erreichten. Grund genug, gleich einem vor Ort anwesenden Kamerateam des ZDF für ein Interview zur Verfügung zu stehen. Das Kamerateam drehte Szenen des Spektakels für das ZDF-Morgenmagazin und das gemeinsame Mittagsmagazin von ARD und ZDF.

Sieger kommt aus Hamburg

Wie man den Sprung mithilfe der großen Stange am besten meistert und dazu noch mit einer besonderen Portion Eleganz gewürzt, das zeigte allen der Hamburger Dominik Kahle und sicherte sich schließlich nach einem spannenden Finale unter den sechs Besten den Sieg. Auch der zweite Platz ging in die Elbmetropole. Christoph Pahlke wurde Zweiter, gefolgt von Bastian Puck aus Wulfen, der mit einem guten dritten Platz äußerst zufrieden war, rettete er doch die Ehre der Insel bei dieser sportlichen Veranstaltung, die zum 28. Mal durchgeführt wurde. Moderiert wurde das Grabenspringen in diesem Jahr gemeinsam von Hans Wesp und Maurice Molles, die die einzelnen Kandidaten persönlich vorstellten.

Gerne hätten sie Lo- kalmatador und Sieger des Grabenspringens 2017, Bastian (Basti) Muhl, angekündigt, doch der weilt zurzeit im Ausland. Vielleicht ist er ja im nächsten Jahr wieder mit von der Partie.

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