12500 Kilometer im Sattel / Portugiese machte auf seiner Tour Station auf Fehmarn

Per Rad quer durch Europa

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Seinen freundlichen Gastgebern Monika Werkmeister und Helmut Reck aus Burg zeigte Alex Alcides Danatividade Assuncao seinen Reiseweg durch Süd- und Mitteleuropa.

Fehmarn – Von Reinhard Gamon „Es gibt nichts Schöneres, als aufzubrechen“, hat Peter Handke einmal gesagt. Alex Alcides Danatividade Assuncao setzt den Sinnspruch des österreichischen Schriftstellers bereits seit geraumer Zeit in die Tat um. Er reist und sieht die Welt.

Reisen. Ein Verlangen, das das Menschengeschlecht seit jeher umtreibt. Sich einmal eine längere Auszeit nehmen und die Welt kennenlernen – wie viele wünschen sich das?

Der gebürtige Portugiese Alex Alcides Danatividade Assuncao macht es. Er steigt jedoch nicht wie das Gros der modernen Nomaden in einen Billigflieger, sondern radelt, mit nur notwendigem Gepäck, durch Südeuropa bis nach Deutschland und zurück.

Der 35-jährige legte kürzlich einen Zwischenstopp auf Fehmarn ein. Der nördlichste Punkt seiner Reise, die ihn bisher rund 8000 Kilometer durch zahlreiche europäische Länder führte.

Reise startete an Neujahr 2017

Gestartet ist der Portugiese, der seit rund 15 Jahren in Sevilla in Spanien lebt, am Neujahrstag 2017. Seine Reise führte ihn bisher von der iberischen Halbinsel über Barcelona nach Frankreich, und über Italien ging es nördlich weiter in Richtung Deutschland. Dabei lernte er in Deutschland unter anderem München, Köln und auch Hamburg näher kennen.

Und so viele Kilometer liegen zwischen einem Jahr: Die Weihnachtstage 2017 verlebte er noch in Italien, Weihnachten 2018 verbrachte er in Köln. Und wo er das diesjährige Weihnachtsfest verbringen wird, das ist noch ungewiss.

Irgendwo zwischen Bonn und Köln machte er dieses Jahr das erste Mal in seinem Leben Bekanntschaft mit Schnee. Für ihn ein besonderes Erlebnis, das er sicherlich in Erinnerung behalten wird. Bewusst reist er mit nur wenig Bargeld, und er sieht zu, irgendwie über die Runden zu kommen. Meistens schläft er im Freien.

Bisher ist er immer gesund geblieben. Allerdings hatte er schon zweimal mit seinem Rad einen Unfall gehabt. Es blieb aber glücklicherweise bei eher leichteren Blessuren. „Mein Fahrrad wurde stärker in Mitleidenschaft gezogen als ich“, sagt er. Sein Schutzengel fuhr wohl mit.

Länger als ursprünglich geplant verweilte er auf Fehmarn. Hier wollte er eigentlich nur einmal im Freien übernachten, lernte aber durch Zufall das Ehepaar Monika Werkmeister und Helmut Reck aus Burg kennen, das ihm spontan eine Übernachtung in ihrem Haus im Burger Landkirchener Weg anbot. Das Ehepaar, das viele Jahre auf Mallorca wohnte und dort arbeitete, traf ihn in Burg. Und schnell kamen sie auf Spanisch ins Gespräch.

Ein Bett und ein heißes Bad

Das Übernachtungsangebot nahm er gerne an. Wieder einmal in einem vernünftigen Bett schlafen und ein heißes Bad nehmen, das konnte er natürlich nicht ablehnen. Und Fehmarn lernte er bei seinem Aufenthalt auch ein wenig kennen.

Besonders die Ostseeküste hat es dem reisefreudigen Portugiesen angetan. Überhaupt liebt er das Meer, und soweit es ihm möglich ist, richtet er seine Reisestrecke so aus, dass er viel vom Meer und viele Küstenabschnitte sieht. Inzwischen hat er Fehmarn wieder verlassen. Jetzt geht es für ihn wieder in Richtung Süden. Über Norddeutschland geht es nun in die Beneluxländer und über Frankreich wieder auf die iberische Halbinsel zu seinem spanischen Heimatort Sevilla.

Die Reise auf seinem Fahrrad soll nach seinen Vorstellungen Ende 2021 abgeschlossen sein. Weitere rund 4500 Kilometer liegen noch vor ihm. Dann will er sich erst einmal ein wenig ausruhen, plant aber noch eine weitere Reise, die ihn nach Thailand, Kambotscha und in weitere asiatische Länder führen soll.

Alex Alcides Danatividade Assuncao ist ein Naturbursche, er liebt die Freiheit und das Abenteuer. Einige Bilder seiner bisherigen Stationen fahren immer mit, er hat sie auf seinen beiden Satteltaschen verewigt.

Eine Stirnlampe zum Abschied

„Wenn man von den beiden kleineren Unfällen einmal absieht, ist bisher alles gut gegangen“, sagt er. „Mal ein paar Speichen auswechseln und das ein oder andere Mal den Fahrradschlauch reparieren oder tauschen – das war es.“

Über die freundliche Aufnahme seiner Gastgeber auf Fehmarn war er begeistert. Und die ließen ihn nicht ohne ein Geschenk ziehen: eine Stirnlampe, damit Alex Alcides Danatividade Assuncao auch bei Abend- und Nachtfahrten immer einen guten Weitblick hat.

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