9,44 Kilometer: TSF bekommt grünes Licht, Fahrradwege auch im Inselsüden aufzuwerten

Radeln auf den Deichkronen

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Traumhaft schön ist es insbesondere in den Sommermonaten am Bojendorfer Strand, wenn die Sonne am Abend langsam in der Ostsee verschwindet.

Fehmarn –mb– Strand und Fahrradfahren gehören sicherlich zur DNA der Insel Fehmarn. Beides ist allseits beliebt bei Einheimischen und Gästen. Am anderen Ende Fehmarns, in Bojen- dorf, einem konzessionierten Strand, fehlt es an Sand. Der Tourismus-Service Fehmarn (TSF) würde gerne nachhelfen, darf aber bisher nicht. Hinsichtlich des Zweiradverkehrs rücken E-Bikes immer mehr in den Fokus, heißt es vonseiten des TSF, was dazu führen würde, dass sich die Nutzergruppen stark erweitert hätten. „Damit nimmt aber auch die Fahrgeschwindigkeit zu – entsprechend müssen die Wege besser werden“, bemerkte zuletzt Tourismuschef Oliver Behncke im Tourismusausschuss. Über 300 Kilometer Radwege gibt es auf der Insel.

Im Sommer 2019 hatte der TSF in Kooperation mit dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) zwischen Flügge und Puttgarden rund zwölf Kilometer Deichkronenwege hergestellt. „Wir haben sehr positive Rückmeldungen bekommen, allerdings auch Anrufe aus dem Inselsüden, die das auch gerne hätten“, so Behncke, der gerne im Süden den gleichen Weg gehen möchte wie im Inselnorden.

225000 Euro für Lückenschlüsse im Süden

Zunächst hat der TSF ermitteln lassen, dass im Süden an Lückenschlüssen Ausbaumaßnahmen von 9,44 Kilometern notwendig sind. Es handelt sich um Burgstaaken-Wulfen (2,43 km), Gold-Campingplatz (1,14 km), Westerbergen-Gold (1,5 km), Leuchtturm Strukkamphuk (0,55 km Richtung Osten), Orth-Lemkenhafen (2,6 km) und Orth-Klärwerk (1,22 km). Das Ingenieurbüro Maas + Müller, das bereits für den Inselnorden federführend koordinierte, schätzt die Gesamtkosten auf bis zu 225000 Euro.

Um einen entsprechenden Arbeitsauftrag bat Behncke im jüngsten Tourismusausschuss. „Ich empfehle, diesen Weg weiterzugehen. Wir haben einen guten Ruf auf dem Festland. Das Niveau gilt es, zeitgemäß zu steigern.“ Einstimmig unterstützten die Kommunalpolitiker den Weg, den der TSF einschlagen will.

Wieder werde man eine gute Unterstützung in Sachen Material durch den LKN erfahren. Mündlich sind dem TSF wohl bereits einmalig 105000 Euro zugesagt worden. Der TSF verpflichtet sich im Umkehrschluss, die Wege 20 Jahre lang zu bewirtschaften. Zusätzlich seien für die Zeit der dauerhaften Bewirtschaftung aller Deichkronenwege 300 Tonnen Material pro Jahr als Unterstützung avisiert, ist den Ausschussunterlagen zu entnehmen. So sei die Maßnahme auch im Sinne des Deichschutzes, warb Behncke, nachdem Ausschussmitglied Bastian Wiepcke (CDU) gefragt hatte, ob der LKN die Deiche in einer gewissen Weise stabil halte.

So schön das Radeln über die Insel ist, vor allem auf den Deichen, so belastet der Ausbau der Infrastruktur für Zweiräder auch den TSF-Haushalt. „Das Ganze kostet natürlich auch etwas“, griff Behncke das Thema auch im Ausschuss auf, und bezeichnete es als „gut investiertes Geld, flächen- deckend für Fehmarn“. Alles in allem belaufen sich die Kosten für Pacht, Unterhaltung (auch alter küstennaher Wege) und Blühstreifen auf 209000 Euro pro Jahr.

Darin enthalten sind auch die Kosten für die Umsetzung des geplanten Radwegs von Albertsdorf über Hochfelder Mühle nach Landkirchen über rund 3,7 Kilometer. Fehmarn Wege sei in Gesprächen mit einem noch nicht verpachtungsbereiten Landwirt, so Behncke. Weniger schön, aber als Alternative denkbar, so der oberste Touristiker, den Radweg über die Landesstraße kreuzen zu lassen, um diesen dann hinter dem Firmengelände von Fehmarn Recycling entlangzuführen. „Dort gibt es bereits Wege.“

Mehr Sand für den Strand in Bojendorf?

Schwierig gestaltet sich die Situation am Strand in Bojendorf. 250000 Euro hatte der TSF für die dortige Gastronomie im letzten Jahr in die Hand genommen, der Betreiber der „Seekiste“ nochmals 70000 Euro. Auch eine Strandkorbvermietung gibt es. Außerdem wurden, ebenfalls 2019, 150 Kubikmeter Sand verteilt – allerdings nur im hinteren Teil des Strandes. Es durften keine externen Felder geschaffen werden, da die Untere Naturschutzbehörde (UNB) damals von einem Eingriff in die natürliche Dynamik des charakteristischen Geröllstrandes sprach.

Diesen Geröllstrand will der TSF aber gerne aufwerten. Drei Flächen à 400 Quadratmeter schweben Behncke auf FT-Nachfrage vor. Das sind insgesamt rund 500 Kubikmeter Sand. Die UNB hat anders entschieden – den Widerspruch hatte der TSF vor drei Wochen begründet. „Wir warten jetzt auf die Antwort von der UNB“, so Behncke, der gerne bereit ist, andere Naturschutzprojekte auf Fehmarn zu fördern. „Das soll kein Kuhhandel sein“, so Behncke, aber es gebe neben den Vorgaben des Umweltschutzes auch Anforderungen an einen konzessionierten Strand.

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