„Notfallversorgung von Kindern“ weckte lediglich das Interesse von zwei Bürgern

Ralf Stegner war da, doch das Thema zog nicht wirklich

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Kinderarzt Hans Römermann (l.) nutzte am Freitag die Gelegenheit, mit SPD-Landeschef Ralf Stegner (r.) und SPD-Wahlkreiskandidat Andreas Herkommer ins Gespräch zu kommen.

FEHMARN -hö- Die Idee war nicht die schlechteste, das Ergebnis wirklich nicht das beste. Die Rede ist vom Angebot der SPD Fehmarn an die Bürger, mit SPD-Landtagsfraktionschef Ralf Stegner über die Notfallversorgung von Kindern im Besonderen und über die medizinische Versorgung im Allgemeinen zu reden. Interesse zeigten am Freitagnachmittag aber lediglich Kindergartenleiterin Britta Freiberg und Kinderarzt Hans Römermann.

„Dann kann‘s ja so schlecht nicht sein“, meinte ein mangels anwesender Bürger etwas enttäuschter Stadtvertreter Heinz Jürgen Fendt. Und auch Jörg Josef Wohlmann hatte man auch schon fröhlicher gesehen. Ralf Stegner blieb gelassen, für ihn ging es am Freitag auf Fehmarn darum, Wahlkampf zu betreiben, die Position der SPD klar abzugrenzen von der des politischen Gegners CDU und den SPD-Wahlkreiskandidaten Andreas Herkommer zu unterstützen.

Dieser ist am Freitag Opa geworden. Das hielt ihn aber nicht davon ab, mit Stegner in Landkirchen Haustürgespräche zu führen und anschließend in der Mensa der Inselschule noch einen Wahlkampfauftritt hinzulegen.

Stegner sagte am Freitag gegenüber dem FT, dass die SPD sich auf die Fahnen geschrieben habe, in der nächsten Legislaturperiode ein neues Krankenhausgesetz zu schmieden. Hier komme es unter anderem darauf an, ambulante und stationäre Behandlung miteinander zu verzahnen. Die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum sei schon ein Problem, befand auch Andreas Herkommer. Er sowie Stegner sehen hier großes Potenzial für die Telemedizin, die laut Herkommer in der Schweiz mit großem Erfolg eingeführt worden sei. „Das dürfte im ländlichen Raum für etwas Entspannung sorgen“, meint Herkommer.

Grundsätzlich, so Hans Römermann, sei die Situation auf Fehmarn mit einem Kinderarzt, zehn Allgemeinärzten und dem Inselkrankenhaus noch recht gut und überhaupt nicht zu vergleichen mit einigen Landstrichen in Mecklenburg-Vorpommern. Verbesserungsbedarf gebe es natürlich auch auf Fehmarn.

Ralf Stegner skizzierte anschließend noch einmal drei entscheidende Wahlziele der SPD: stärkste Kraft zu werden, die Küstenkoalition fortzusetzen und „die Rechten rauszuhalten aus dem Landtag“. In Anbetracht der aktuell guten Stimmungslage pro SPD hofft Stegner, mehr Wahlkreise direkt gewinnen zu können. Der Wahlkreis Ostholstein-Nord sei immer eng, doch rechne er Andreas Herkommer gute Chancen aus, sich zu behaupten.

Ostholstein Sozialdemokraten bescheinigte er, in Kiel stets selbstbewusst aufgetreten zu sein und erinnerte an Gerhard Poppendiecker und zuletzt Lars Winter. Nicht viel anders dürfte es – im Falle seiner Direktwahl – bei Andreas Herkommer sein, der die Feste Fehmarnbeltquerung ablehnt und auch zu Abständen von Windkraftanlagen zur Wohnbebauung eine andere Meinung hat als derzeit die Landesplanung.

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