Vorsitzender des Kreisbauernverbandes sieht Durchschnittsernte / Weizen hat noch Backweizenqualität

Was ist nur los mit dem Raps? Blanck spricht von einer Katastrophe

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Klaus-Dieter Blanck, hier auf einem in Bojendorf direkt an seinem Altenteil angrenzenden Weizenfeld, spricht von einer Durchschnittsernte. Ende des Jahres scheidet der 66-Jährige aus Altersgründen aus seinem Amt als Vorsitzender des Kreisbauernverbandes aus.

FEHMARN -hö- Das wechselhafte Wetter in diesem Sommer bereitet den Landwirten Schwierigkeiten, die Ernte trocken und zügig einzubringen. Die Abstriche bei der Qualität sind zumindest auf Fehmarn noch nicht so groß. So spricht der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Ostholstein-Lübeck, Klaus-Dieter Blanck aus Bojendorf, in einem ersten Resümee von einer durchschnittlichen Ernte. Besonders bitter: „Der Raps war im zweiten Jahr in Folge eine Katastrophe.“ Ebenso unbefriedigend: Bei der Ursachenforschung tappen die Landwirte im Dunkeln.

„Da sind wir ratlos“, gesteht Klaus-Dieter Blanck im Gespräch mit dem FT. Nicht einmal Krankheiten oder Insektenbefall konnten ausgemacht werden. „Das Schotenpaket war viel zu dünn, es fehlten die Seitentriebe“, so Blanck. „Bestände, die optisch gut ausgesehen haben, hatten schlechte Erträge.“ So sei man nur auf einen durchschnittlichen Ertrag von 36 Dezitonnen (dt) pro Hektar (ha) gekommen, wobei es eine breite Streuung von 25 dt/ha bis knapp über 40 dt/ha gegeben habe. In früheren Jahren seien 50 dt/ha normal gewesen. Der Ölgehalt habe hingegen mit 43 bis 44 Prozent im Normalbereich gelegen.

„Ergebnis für viele nicht kostendeckend“

Trotzdem, beim Raps ist „das Ergebnis für viele nicht kostendeckend“, bilanziert der Kreisbauernchef. Einfach weniger Raps anbauen, dafür mehr Getreide, ist nicht wirklich die Lösung, denn laut Blanck ist „der Raps für die Fruchtfolge enorm wichtig“. Eine zweite Blattfrucht als Alternative fehlt. Für eine Erweiterung des Maisanbaus stünden zu wenig Biogasanlagen zur Verfügung, so Blanck.

Beim Getreide fällt das Fazit von Klaus-Dieter Blanck wesentlich entspannter aus. Die Gerste hat Erträge von etwas unter 100 bis zu 110 dt/ha erbracht. Das sei Durchschnitt, wobei es gute Qualitäten gegeben habe.

Bei der zurzeit laufenden Weizenernte zeigt der Daumen zumindest für den Nordkreis noch nach oben, denn bislang kann das Hauptanbaugetreide noch als Backweizen vermarktet werden. „In anderen Regionen ist das schon nicht mehr der Fall, südlich von Lensahn geht‘s los“, erreicht der Proteingehalt nicht mehr das Mindestmaß von zwölf Prozent, sodass die Landwirte nach Blancks Angaben Abschläge in Kauf nehmen müssen. Unter elf Prozent geht der Weizen dann nur noch als Futterweizen weg, was zwei Euro pro dt ausmacht.

Weizen: 40 Prozent bislang abgeerntet

Aufgrund des gestrigen Regens ist die Ernte wieder ins Stocken geraten. Blanck schätzt, dass auf Fehmarn zurzeit rund 40 Prozent des Weizens abgeerntet sind. Ab morgen könnte es dann auf Fehmarns Äckern wieder richtig brummen, denn es ist Wetterbesserung in Sicht, sodass die Weizenernte in der kommenden Woche weitgehend abgeschlossen werden dürfte.

Für die Vermarktung des Getreides gibt es laut Klaus-Dieter Blanck „keine umwerfenden Weltmarktpreise“. Backweizen wird nach seinen Angaben zurzeit mit 15,75 Euro/dt gehandelt, Futterweizen mit 13,75 Euro/dt, Gerste mit 13,50 Euro/dt und Raps mit 35,75 Euro/dt.

Zuversichtlich gestimmt ist der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes hinsichtlich des Ertrags der weiteren Anbaufrüchte. Ackerbohnen, die auf 200 bis 300 Hektar stehen, seien gut im Bestand und dürften Ende August, Anfang September gedroschen werden. Der Mais, der die Feuchtigkeit „sehr gut“ vertragen hat, sollte Ende September, Anfang Oktober geerntet werden können. Beim Kohl seien ihm keine größeren Probleme bekannt, auch nicht bei den Speiselupinen, die von zwei Betrieben auf Fehmarn angebaut würden, äußerte sich Klaus-Dieter Blanck auch zu einer „exotischen Anbaufrucht“ auf Fehmarn.

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