Skizze Gewerbegebiet Marienleuchte
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Eine Skizze der Gewerbegebiet-Gegner Bewahrt Fehmarn.

Wer droht, ist meist in der Bredouille

Reaktion auf Baltic FS: Initiative Bewahrt Fehmarn will sich „nicht einschüchtern lassen“

  • Nicole Rochell
    VonNicole Rochell
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Der Kampf um die Argumentationshoheit hinsichtlich des geplanten Gewerbegebietes in Marienleuchte geht in die nächste Runde. Nun äußern sich die Gegner des Vorhabens.

  • Gewerbegebiet-Gegner reagieren auf Baltic FS-Äußerungen.
  • Bewahrt Fehmarn sieht Bezeichnung als Gewerbegebiet als Verniedlichung.
  • Neue Telefonumfrage: Deutliche Mehrheit lehnt Gewerbegbiet ab.

„Wer mit rechtlichen Schritten droht, sieht sich meist mächtig in der Bredouille“, so Dr. Angelika Wenner-Binding von der Initiative Bewahrt Fehmarn und macht deutlich, dass sich die Gegner des von Baltic FS geplanten 15 Hektar großen temporären Gewerbegebiets vom Investor nicht einschüchtern lassen wollen. 

Ihrer Mitteilung vorausgegangen war die von Mirko Schönfeldt, Geschäftsführer von Baltic FS, der zuletzt den Gegnern des Gewerbegebietes Marienleuchte widersprochen und mit rechtlichen Schritten gedroht hatte. Er warf ihnen vor, „rechtlich falsch und sachlich unsauber“ argumentiert zu haben. Zudem sei die Wortwahl der Gegner „falsch und unredlich“, wenn von „Industriegebiet“ und „Festlandinvestor“ die Rede sei. (Hier die erste Reaktion auf das neuerliche Aufleben des Gewerbegebietes.)

Bisher nicht bekannt, was auf den 15 Hektar passieren wird

Solange Baltic FS auf dem Festland sitze und von dort aus auf Fehmarn investieren wolle, werde man auch inhaltlich korrekt weiter vom Festlandinvestor sprechen. Und solange nicht verbindlich festgelegt sei, „was genau auf der Fläche passieren wird und was nicht“, werde die Initiative auch von einem Industrieareal und nicht verniedlichend nur von einem Gewerbegebiet sprechen, heißt es von Bewahrt Fehmarn. „Bei einem Gewerbegebiet denken viele an Super-, Möbel- und Getränkemärkte. Die aber wird es auf diesem Sonderareal nicht geben“, so Rainer Ackermann, ebenfalls Sprecher der Initiative. 

Bewahrt Fehmarn sagt: Firmen von Fehmarn anteilig nur mit 0,1 Prozent an Baltic FS beteiligt

Anhand von Bonitätsauskünften und anderen Wirtschaftsdatenbanken habe Bewahrt Fehmarn exakt analysieren lassen, welchen Anteil die drei Unternehmen von Fehmarn unter allen Firmen aufweisen, die Baltic FS auf der eigenen Webseite liste. „Ob nun nach Mitarbeiterzahl oder Umsatz: Die Unternehmen vom Festland machen nach unserer Untersuchung einen Anteil von 99,9 Prozent, die fehmarnschen Firmen nur einen Anteil von 0,1 Prozent aus“, so Ackermann und fährt fort: „Wie groß wird wohl die Fläche des Gewerbegebiets sein, die dann tatsächlich von fehmarnschen Firmen genutzt werden darf? Wir sind sicher: Sie werden als Feigenblatt missbraucht.“

Die Initiative geht sogar davon aus, „dass auf der Fläche nicht eine einzige fehmarnsche Firma Platz finden wird oder ihn überhaupt haben will. Wir haben mit vielen Firmen Fehmarns gesprochen. Keine hat angekündigt, auf das Areal zu wollen oder den Platz überhaupt zu brauchen.“ Bewahrt Fehmarn gehe vielmehr davon aus, dass die Fläche Fehmarns Firmen den wertvollen Standortvorteil rauben würde.

Telefonumfrage mit eindeutigem Ergebnis

Richtig sei, dass Bewahrt Fehmarn in den vergangenen Wochen erneut, wie bereits 2014, eine Telefonumfrage durchgeführt und fehmarnsche Wahlberechtigte dazu befragt habe, wie sie zum temporären Gewerbegebiet stehen. Eine deutliche Mehrheit habe es zu dem Zeitpunkt und in der Umfrage, die das Meinungsforschungsunternehmen YouGov durchgeführt hatte, abgelehnt. So sei dann auch der Bürgerentscheid ausgegangen. Das erhobene Stimmungsbild habe sich später als absolut korrekt erwiesen, erinnert Bewahrt Fehmarn. 

„In den vergangenen Wochen haben wir diese Befragung wiederholt. Das Marktforschungsunternehmen Foerster & Thelen aus Nordrhein-Westfalen hat sie in unserem Auftrag auf der Insel durchgeführt und innerhalb einer Zufallsstichprobe telefonisch 300 fehmarnsche Wahlberechtigte befragt. Das Ergebnis: Die deutliche absolute Mehrheit der Befragten lehnt die Idee des temporären Gewerbegebiets weiter ab“, so die Initiative.

Ein weiteres Ergebnis sei übrigens, dass die Mehrheit der Befragten findet, die Stadtvertreter sollten sich an das Ergebnis des zurückliegenden Bürgerentscheids weiter gebunden fühlen, obwohl sie es rechtlich nicht müssten, so Bewahrt Fehmarn.

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