Wallnau kann Wasserstände bis zu zwei Meter aushalten / 3,1 Millionen Euro verbaut

Regionaldeich in Wallnau erfolgreich verstärkt

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Unter der Leitung von Fehmarns Deichexperten Wolfgang Jensen (r.) besichtigte eine große Delegation den verstärkten Regionaldeich in Wallnau. 

FEHMARN -lb- Der Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz Schleswig-Holstein (LKN-SH) feierte am Dienstag die erfolgreiche Verstärkung des Regionaldeiches in Wallnau. In zwei Bauabschnitten wurde der Regionaldeich nördlich und südlich auf einer Gesamtlänge von 820 Metern zur Verbesserung des Hochwasserschutzes in diesem Bereich verstärkt.

Das Sturmtief „Axel" setzte dem Deich in der Nacht vom 4. zum 5. Januar 2017 ordentlich zu. Zunächst konnte der LKN den Deich mit eigenen Mitteln notsichern und reparieren. Im September 2017 begann die eigentliche Verstärkung. „Normalerweise werden solche großen Maßnahmen als Neubaumaßnahme realisiert“, erklärte Frank Barten, Geschäftsbereichsleiter 5 beim LKN, in seiner Festrede. Zuvor wurden die beiden Bauabschnitte von einer großen Delegation besichtigt. Es musste zunächst ein Ingenieurvertrag vergeben werden.

Das Ingenieurbüro „Böger+Jäckle“ erhielt den Zuschlag und kümmerte sich auch um die Ausschreibung. Die Firma „Weseloh Straßen- und Tiefbau“ aus Hamburg führte die Bauarbeiten aus. So konnte sich der LKN ganz auf seine Bauherrentätigkeit konzentrieren. Die Bauleitung übernahm Fehmarns Deichexperte Wolfgang Jensen höchstpersönlich. „Es ist etwas Ordentliches entstanden. Es ist und wird ein Regionaldeich bleiben, der hoffentlich so lange halten wird, bis ich in Rente bin“, scherzte Jensen während der Besichtigung. Das Deckwerk habe eine Fläche von 1,6 Tonnen. „Wir müssen der Energie etwas entgegensetzen“, erklärte Jensen weiter. Die Binnenböschung sei ähnlich einer Trockenmauer. Hier hofft der LKN, dass dort ein kurzer Flor sich anpflanzt. Aus der Anpflanzung hat der LNK ein kleines Forschungsprojekt gemacht und das Saatgut günstiger bekommen.

„Wir haben hier relativ geräuschlos 3,1 Millionen Euro verbaut. So werden Wasserstände von 1,90 bis zu zwei Metern dem Deich hoffentlich nichts ausmachen“, bilanzierte Geschäftsleiter Barten weiter und musste einräumen, dass Jensen mit seiner Forderung am Regionaldeich Wallnau etwas zu tun, zunächst nicht ernstgenommen wurde. Nach ein paar netten Telefonaten habe Jensen dann endlich Gehör gefunden.

Besonders dankte Jensen seiner Kollegin Ann-Christin Bohnsack: „Du hast die Maßnahme mit Herzblut als Fehmaranerin und Küstenschützerin begleitet.“ Der Deich könne überströmt werden. „Damit gibt es weniger Wasser als beim Bruch“, erläuterte Fehmarns Deichexperte. Auch die Baufirma habe die Ostsee erst kennenlernen müssen. „Die Baugrube ist trotz Niedrigwasser ständig voller Wasser gewesen“, führte Jensen weiter aus.

In Hamburg wurde die Firma Weseloh Flussdeichbau betreiben, was ganz was anderes sei. „Alle haben einen super Job gemacht“, so Seniorchef Heinrich Weseloh abschließend.

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