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Reimer & Magdalene Jens-Stiftung – eine Herzensangelegenheit

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Von: Andreas Höppner

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Stiftung Fehmarn Jens
Reimer und Magdalene Jens leisten mit ihrer gleichnamigen Stiftung vor allem Hilfe vor Ort. © Andreas Höppner

Die Reimer & Magdalene Jens-Stiftung feierte im letzten Jahr 20-Jähriges. Die Anliegen und Ziele will Reimer Jens sen. bekannter machen, denn immer wieder wird er nach dem Stiftungsauftrag gefragt.

Fehmarn – Im vergangenen Jahr feierte die Reimer & Magdalene Jens-Stiftung ihr 20-jähriges Bestehen (wir berichteten), zwei Jahrzehnte, in denen die Stiftung Projekte, Organisationen und Vereine sowie Einzelpersonen mit insgesamt rund 500000 Euro förderte. Standen ursprünglich etwa 24000 Euro pro Jahr für Unterstützungszwecke zur Verfügung, erhöhte die Stiftung den Betrag im Jubiläumsjahr auf rund 30000 Euro, in diesem Jahr sind sogar 34000 Euro vorgesehen.

Wirken der Stiftung soll bekannter werden

Immer mal wieder sei er darauf angesprochen worden, wofür die Stiftung eigentlich stehe, so Reimer Jens sen., der die Stiftung gemeinsam mit seiner Frau Magdalene gründete. Deshalb wolle man nun etwas mehr in die Öffentlichkeit gehen, sich öffnen und einmal jährlich über die Arbeit der gemeinnützigen Stiftung berichten. 

Der Stiftungszweck ist breit gefächert und weist die Bereiche Mildtätigkeit, Sport und Umwelt auf. Man sei aber bemüht um eine Erweiterung des Stiftungszwecks für kulturelle Projekte, ergänzt Jens, verweist aber darauf, dass Gespräche darüber mit den zuständigen Behörden noch nicht zum Abschluss gebracht werden konnten.

Drei Stiftungszwecke: mildtätige Zwecke, Sportförderung und Umweltzwecke

Auch in diesem Jahr wurde bereits viel Gutes getan und schon 9300 Euro im Rahmen der drei Stiftungszwecke beschlossen und gespendet. Bis zum Ende des Jahres sollen es dann 21000 Euro für mildtätige Zwecke, 9000 Euro für die Sportförderung und 4000 Euro für Umweltzwecke sein.

Einmal im Jahr, immer im August, treffen sich Stiftungsvorstand und Stiftungsrat, um das zurückliegende Jahr Revue passieren zu lassen und über Projekte für das neue Jahr zu beraten.  Hauptaugenmerk bei der Verteilung der Unterstützungsgelder liege immer auf der Hilfe vor Ort, berichtet Reimer Jens, wobei vor Ort immer da sei, „wo die Familie Jens ihre Edeka-Märkte betreibt oder sie sich durch sonstige geschäftliche Interessen verbunden fühlt“. So erhielten beispielsweise im Jubiläumsjahr Kindertagesstätten auf Fehmarn 2350 Euro, weitere 3300 Euro gingen aufs Festland. Sportvereine auf der Insel wurden mit 4650 Euro unterstützt, auf dem Festland mit 2650 Euro. Die Tafel auf Fehmarn erhielt Lebensmittel im Wert von rund 4500 Euro. Den Tafeln, die ihm besonders am Herzen lägen, da sie die bedürftigen Menschen direkt erreichten, sei er besonders verbunden. Auch die Tafel in Heiligenhafen werde unterstützt und habe in diesem Jahr bereits 1000 Euro erhalten.

Besonderes Augenmerk auf die Schulranzenaktion auf Fehmarn

Ein besonderes Augenmerk werde zudem auf die nunmehr seit vier Jahren stattfindende Schulranzenaktion auf Fehmarn gelegt. Den Anstoß gegeben habe seinerzeit der im Ruhestand befindliche Propst Matthias Wiechmann, über den die Aktion auch organisiert und abgewickelt werde, so Reimer Jens. Wiechmann arbeitet eng mit den Kindertagesstätten und deren Mitarbeitern zusammen, um den Bedarf zu ermitteln. Zielgruppe seien Eltern, denen es schwerfalle, die Erstausstattung ihrer Kinder zu finanzieren, berichtet Jens. In der Regel seien es 13 bis 19 Kinder, denen dann über die Buchhandlung Niederlechner hochwertige und individuell angepasste Schulranzen zur Verfügung gestellt werden können.

Sven Gero Hünicke unterstützung Förderung
Sven Gero Hünicke im Kreise seiner Förderer. © PRIVAT

Auf die Unterstützung der Reimer & Magdalene Jens-Stiftung konnten in den letzten Jahren auch die erfolgreichen Fehmaraner Sportler Thomas Rau und Sven Gero Hünicke zählen. Thomas Rau, mehrmaliger Teilnehmer der Paralympics und zuletzt Gewinner von Tischtennis-Bronze in Tokio (wir berichteten), profitiert von der Förderung ebenso wie Fehmarns aufstrebender Reiter Sven Gero Hünicke.

Im Prinzip gänzlich von der Öffentlichkeit unberührt ist eine weitere Zuwendung, die die Stiftung seit einigen Jahren einer Hofgemeinschaft in Fargemiel in der Gemeinde Heringsdorf gewährt. Hier seien auf einem Biohof sechs junge Menschen mit Handicap angestellt. Auf sich allein gestellt könnten sie nicht leben, aber in einer Gemeinschaft, erzählt Reimer Jens. „Auf diesem Hof wird eine wertvolle Arbeit geleistet.“ Mit der finanziellen Unterstützung könnten beispielsweise Ausflüge am Wochenende unternommen werden.

Stiftung ist gut aufgestellt

Vorausblickend sagt Reimer Jens, dass die Stiftung, die zu den 4500 Mitgliedern des Bundesverbandes Deutscher Stiftungen gehört, auch in Zukunft gemäß Stiftungszweck vor allem vor Ort Hilfe leisten werde. Auch in Zeiten der anhaltenden Niedrigzinsphase stünden ausreichend Finanzmittel zur Verfügung, da mit der vor einigen Jahren erfolgten Gründung von Zusatzstiftungen (Bereich Immobilien) die Reimer & Magdalene Jens Stiftung breit aufgestellt sei. Hinzu komme, dass keine Verwaltungskosten anfallen, da die Verwaltungsarbeit für die Stiftung „von den Mitarbeitern erledigt wird“. An der Spitze Petra Rathjen, die für das Zahlenwerk und die Buchhaltung verantwortlich sei und im Laufe der Zeit viele Kenntnisse im Stiftungswesen erworben habe.

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