Landrat Reinhard Sager Fehmarnsches Tageblatt
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Landrat Reinhard Sager stattete der FT-Redaktion in Burg in dieser Woche einen Besuch ab.

Besuch in der FT-Redaktion

Reinhard Sager: Ostholsteins Landrat seit D-Mark-Zeiten

  • Andreas Höppner
    VonAndreas Höppner
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Ostholsteins Landrat Reinhard Sager stattete in dieser Woche der FT-Redaktion einen Besuch ab. Themen für einen Austausch gab es zur Genüge.

Fehmarn – Reinhard Sager (CDU) ist seit 20 Jahren – da gab es noch die D-Mark – Landrat des Kreises Ostholstein. Eine beachtliche Zeitspanne, in der er zweimal direkt von den Bürgern und zuletzt 2015 wieder vom Kreistag gewählt wurde – jeweils mit einer Zustimmung von über 60 Prozent. Seine dritte Amtsperiode läuft noch bis 2023. Was danach kommt? Daran verschwendet der 62-Jährige noch keinen Gedanken, es gebe gemeinsam mit den Mitarbeitern der Kreisverwaltung und dem Kreistag noch so viel zu tun, so der Landrat im Gespräch.

Zwei Stunden in der Redaktion gesprochen

Mehr als zwei Stunden nahmen er und Pressesprecher Thomas Jeck sich Zeit, um ein breites Themenspektrum anzusprechen und dabei den Fehmarnbezug in den Mittelpunkt zu stellen. Die Feste Fehmarnbeltquerung (FFBQ) und die immer näher rückenden Bauarbeiten im Umfeld dieses internationalen Infrastrukturgroßprojekts nahmen dabei breiten Raum ein.  

Sager: Seit auch 2014 Präsident des Deutschen Landkreistages

Ohne Zweifel, Sager hat zunächst als Landtagsabgeordneter (1992 bis 2001) und dann als Landrat sowie parallel ab 2014 als Präsident des Deutschen Landkreistages ein großes Netzwerk aufgebaut, sein Rat ist bundesweit gefragt, er hat Einfluss. Und es läuft offenbar gut. „In Ostholstein besteht ein gutes Einvernehmen mit dem Kreistag“, die Mitarbeiter der Kreisverwaltung seien hoch motiviert, er habe ein gutes Team zusammen, lobt Sager. Von Amtsmüdigkeit keine Spur.

Kurze Zeit sah es zwar einmal so aus, als könnte Sager wieder zurück in die Landeshauptstadt gehen, denn 2017 hatte ihn der damalige CDU-Spitzenkandidat Daniel Günther in sein Kompetenzteam berufen. Als designierter Finanzminister stand er bereit, doch in der Jamaika-Koalition ging das Ressort dann an die Grünen.  

Interessen des Kreies auf vielen Ebenen vertreten

Dialogbereit, aber hartnäckig in der Sache. So könnte Sagers Eigenschaft beschrieben werden, um auf vielen Ebenen die Interessen des Kreises Ostholstein zu vertreten. Schon eine Pflicht war die Teilnahme an den zahlreichen Sitzungen des Dialogforums Feste Fehmarnbeltquerung in den letzten Jahren. Im Zusammenspiel mit der Politik erreicht zu haben, dass für den übergesetzlichen Lärmschutz an der Hinterlandanbindung etwa eine Viertelmilliarde Euro bereitgestellt werden, sei „ein großer Erfolg“, so Sager, der die gute Arbeit des Regionalmanagements der Stadt Fehmarn und der Gemeinde Großenbrode nicht unerwähnt lassen möchte. 

Auch die beste Lösung für die neue Querung des Fehmarnsunds – ein Absenktunnel plus Erhalt der Fehmarnsundbrücke – sei erreicht worden. Noch ungelöst: Wer trägt nach Fertigstellung der FFBQ zukünftig die Baulast für die Fehmarnsundbrücke, über die dann der langsame Verkehr (Fußgänger, Fahrradfahrer, Landwirtschaft)  abgewickelt werden soll?

Sind nicht der Verursacher der FFBQ

Der Kreis Ostholstein ganz bestimmt nicht, „das würde uns finanziell überfordern“, so Sager. „Wir sind auch nicht der Verursacher der FFBQ.“ Hier könne sich der Bund nicht von der Baulast befreien. Das gelte auch „für die Ergänzungsstraße zum jetzigen Link“, da sie in unmittelbarem Zusammenhang stehe mit der FFBQ.

Amalienhofer Brücke: Sager sieht kaum noch Chancen auf eine verträglichere Lösung

Während sich der Landrat bei der Fehmarnsundbrücke nichts anderes vorstellen kann, als dass der Bund die Baulastträgerschaft des denkmalgeschützten Bauwerks übernimmt, wenngleich es aus Berlin noch keine Zusagen gibt, sieht er beim heiklen Punkt des Neubaus der Amalienhofer Brücke kaum noch Chancen auf eine verträglichere Lösung. Nach dem Abriss und während des Neubaus wird es hier zu einer unmittelbaren Kreuzung der B207 und der L209 kommen, geregelt durch eine Ampelschaltung. Sager hofft, dass zumindest bei der Bauzeitenplanung noch Einfluss genommen werden kann. Gesprächsbedarf gebe es auch noch bei einer gleichberechtigten Anbindung des Fährhafens Puttgarden, auch hier wolle man sich einbringen.

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