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200000 Euro für die sofortige Sicherung der Außenböschung investiert das Land in den Regionaldeich in Wallnau. Am Mittwoch begannen die Arbeiten.

Sturmflutschäden am Deich in Wallnau: Land ergreift kurzfristig Sofortmaßnahmen für Sicherung

Reparaturarbeiten haben begonnen

FEHMARN -loj- In der Nacht vom 4. auf den 5. Januar war es an der gesamten schleswig-holsteinischen Ostseeküste zu einer schweren Sturmflut gekommen. Dabei wurde der Regionaldeich Wallnau auf einer Länge von knapp 300 Metern stark beschädigt (wir berichteten). Am Mittwoch wurde mit einer Sofortsicherung der Außenböschung des Deiches begonnen. Die Kosten der Sicherungsmaßnahme betragen rund 200000 Euro.

„In Anbetracht der noch nicht beendeten Sturmflutsaison ist das unbedingt erforderlich. Dann soll der Deich in zwei weiteren Schritten möglichst dieses und nächstes Jahr mit rund 2,5 Millionen Euro grundlegend verstärkt werden“, sagte Umweltminister Robert Habeck und fügte hinzu: „Küstenschutz spielt auch an der Ostsee eine wichtige Rolle. Deshalb fördert das Land auch in erheblichem Umfang Küstenschutzmaßnahmen von Kommunen und Wasser- und Bodenverbänden.“

Das Land hat beim Küstenschutz eigentlich nur einzelne Aufgaben per Gesetz zugewiesen bekommen. Dazu gehören der Bau und die Instandhaltung der Landesschutzdeiche sowie der Regionaldeiche auf den Inseln und Halligen. Das ergibt sich aus der besonderen Gefährdungseinschätzung: Überall dort, wo Fluten nicht nur einzelne Häuser oder Straßen, sondern ganze Landstriche verwüsten könnten, ist die Erhaltung des vorhandenen Schutzes Landesaufgabe. An der Ostküste gibt es so etwa 68 Kilometer Landesschutzdeiche. Sonst sind an der Ostküste –mit Ausnahme von Fehmarn aufgrund der Insellage – die Kommunen und Wasser- und Boden-Verbände zuständig. Allerdings unterstützt das Land die Kommunen und Wasser- und Boden-Verbände finanziell beim vorsorgenden Hochwasserschutz.

Am Mittwoch rückte am Wallnauer Deich zunächst ein Bagger an, der die Abbruchkante mit Lehm ausgleichen und versiegeln muss. Wie die Heimatzeitung in Erfahrung bringen konnte, werde in einem nächsten Schritt zunächst eine Straße für die Baufahrzeuge eingerichtet, damit der Deich nicht noch weiter beschädigt wird. Was dann kommt, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

Zu den Abbrüchen an Steilufern erklärte Minister Habeck: „Selbstverständlich bedeutet das für die Grundstückseigentümer im Einzelnen Beeinträchtigungen. Die natürliche Entwicklung der Steilufer ist aber zentrales Element der Ausgleichsküste an der Ostsee. Das von den Steilküsten abgespülte Material dient der Versorgung der angrenzenden Strände mit Sediment. Die bei der Sturmflut ausgeräumten Strände werden hierdurch sowie die bei auflandigen Winden stattfindenden Transporte aus den tieferen Bereichen überwiegend auf natürlichem Weg regeneriert. Damit gehört es zur Stabilität der Küste insgesamt dazu.“

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