Urlauberin fühlte sich bedroht / Verbotsschilder werden abmontiert / TSF und Stadt suchen Lösungen

Rücksicht am Strand ist das A und O

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Nicht eindeutig: Darf am Hundestrand gekitet werden? Hier will der TSF nachbessern

FEHMARN -mb- Nicht immer ist das Miteinander am Strand einfach – vor allem dann nicht, wenn viele Besucher in diesem Sommer regelmäßig in Scharen dorthin pilgern. Über ein sehr unschönes Vorkommnis am Grünen Brink berichtet eine Urlauberin in ihrem Brief an Fehmarns Bürgermeister Jörg Weber (SPD), der auch dem FT vorliegt. Darin beschreibt sie, wie ein Kiter sie mit ihrem Hund dazu aufforderte, Wasser und Strand zu verlassen. „Ich fühlte mich bedroht und rief die Polizei, die zwar vor Ort gewesen sei, allerdings hinsichtlich der Zuständigkeit an die Stadt verwies“, so die langjährige Urlauberin aus Berlin.

Bei so vielen Besuchern in der Saison und entsprechend gutem Wetter würde nicht immer alles reibungslos ablaufen, sagte Bürgermeister Weber. Der Verwaltungschef antworte der langjährigen Urlauberin sofort, ließ sie wissen, dass das Problem auf der Agenda der Stadt sei. Das zweite Ansinnen der Frau, dass es Camper in der Kite-Community gebe, die lieber illegal über Nacht parken würden, anstatt ordnungsgemäß dafür zu bezahlen, sei ebenfalls nicht neu, so Weber.

„Das Thema ist hinlänglich bekannt“, meint der Verwaltungschef, der die Problematik sogleich auf die nächste Fachbereichsleitersitzung am Mittwoch nahm. Das Falschparken sei an allen Stränden vorzufinden, nur wisse man noch nicht, wie es in den Griff zu kriegen sei. „Nach der Saison werden wir uns diesbezüglich zusammensetzen und möglichst eine Lösung erarbeiten.“

Einige Parkplatznutzer montieren sogar Verkehrsschilder ab, auf denen darauf verwiesen wird, dass das Parken für Wohnmobile über Nacht verboten ist. Dies sei mehr als ein kleines Ärgernis, meint Bauhofleiter Timo Jädke: „Es wird nicht nur abgeschraubt, sondern mittlerweile geflext, weil wir die Schilder zur Sicherung zwischenzeitlich festgeschweißt hatten“, ist Jädke über so viel kriminelle Energie überrascht. Mehre Male seien die Schilder in dieser Saison bereits montiert worden.

Vor sechs oder sieben Jahren trat der Vandalismus in Gahlendorf zuerst als Einzelfall auf, so Jädke. Dann war Ruhe. Nun in diesem Jahr in extremer Form. Der Bauhofleiter zählt Klausdorf Strand, Gahlendorf und den Parkplatz am „Hünengrab“ auf. Der Schaden liege mittlerweile bei über 1000 Euro und bedeutete auch zusätzliche Arbeit. „Wir müssen die Schilder neu bestellen und wieder montieren – da gehen dann drei bis vier Wochen ins Land und das Ordnungsamt hat in der Zeit keine Handhabe“, so Jädke, der abseits dieser Vorfälle von einem sehr ruhigen Jahr bezüglich Vandalismusvorfällen spricht. Eine zufriedenstellende Lösung sieht der Bauhofleiter momentan nicht.

Was das einvernehmliche Miteinander zwischen den Strandbesuchern am Grünen Brink betrifft, hat Volker Aermes, in Urlaubsvertretung für Tourismusdirektor Oliver Behncke, das Heft des Handelns in die Hand genommen und bereits mit der betroffenen Familie Kontakt aufgenommen. „Wenn Drohungen ausgesprochen werden, können wir das nicht dulden“, so der stellvertretende Tourismusdirektor, der die gegenseitige Rücksichtnahme am Strand für das A und O hält. „Wenn es dennoch Probleme gibt, dann würden wir uns wünschen, dass sich die betroffenen Personen direkt an uns wenden“, sieht Aermes den Tourismus-Service Fehmarn (TSF) als Ansprechpartner zur Deeskalation. „Auf der Ostseecard ist eine Telefonnummer, die bei Fragen und Problemen genutzt werden kann, zudem haben wir unsere Strandläufer und auch die DLRG ist an den konzessionierten Stränden als Ansprechpartner vor Ort und kann, wenn nötig, schlichtend eingreifen“, zählt Aermes auf.

Der TSF wird zudem Maßnahmen ergreifen, damit Strandbesucher jedweder Cou­leur einvernehmlich miteinander auskommen. „Als erstes werden wir die Tafel auf der die Strandabschnitte aufgeteilt werden, eindeutiger beschriften, damit es zu keinen Missverständnissen kommen kann.“ Des Weiteren sei man in Zusammenarbeit mit den Kitesurfern der „Windgeister“ dabei, Planken in Form von neongelben Surfbrettern, als neues Beschilderungssystem zu entwickeln. „Das soll dann zur kommenden Saison Wirkung zeigen und die Wassersportler direkt vom Parkplatz zum eindeutig markierten Surfspot lenken“, erklärt Aermes und sieht dies auch als Schritt im Sinne der Unteren Naturschutzbehörde.

Außerdem werde man die Notwendigkeit gegenseitiger Rücksichtnahme auch beim Runden Tisch für Kiter und Surfer ansprechen, so der Touristiker.

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