„Wir sehen Unabhängigkeit gewahrt“

Sana lehnt weiteres Gutachten ab

Weil die Decke des OP-Traktes laut Sana marode ist, wurde die gesamte Inselklinik geräumt.

BURG (pl) • „Wir haben Verständnis für solche Forderungen“, sagte Dr. Barbara Kempe, Pressesprecherin der Sana-Kliniken Ostholstein, dem FT in Reaktion auf den Vorstoß der FDP Fehmarn, die ein neues Gutachten zur Bausubstanz der Inselklinik verlangt (FT, 25. März). Nachkommen will die Geschäftsführung dieser Forderung aber nicht.

„Wir sehen die Unabhängigkeit gewahrt. Die Ergebnisse des von uns beauftragten Statikers wurden von einem unabhängigen Prüfstatiker bestätigt“, so Dr. Kempe. Infolge dieses Gutachtens wurde das Krankenhaus am vergangenen Karfreitag auf unbestimmte Zeit geschlossen, Patienten und Mitarbeiter wurden in die Kliniken in Oldenburg und Eutin verlagert.

Die Zukunft der Inselklinik ist weiterhin ungewiss. Die Überprüfung der Statik aller Gebäudeteile dauere an, so Dr. Kempe weiter. Derzeit könne niemand sagen, ob und wann die Inselklinik wieder öffnet. Dr. Barbara Kempe betonte aber: „Die Versorgung der Menschen liegt uns am Herzen.“

Kritisch sieht Ingo Gädechens, Vorsitzender der CDU Fehmarn, den Vorstoß der FDP. „Eine solche Forderung nach öffentlichen Erklärungen der Sana-Gruppe und einem neuen Gutachten ist zum jetzigen Zeitpunkt schädlich für den weiteren Umgang mit allen Beteiligten“, so Gädechens. Es gehe schließlich nicht nur um die Verantwortlichen der Sana-Kliniken, sondern auch um „Zuständigkeiten im Zusammenspiel zwischen dem Kreis Ostholstein und dem zuständigen Ministerium in Kiel, und natürlich auch um einen tragfähigen Konsens mit den Krankenkassen“, so der CDU-Vorsitzende.

„Der Kreis als Genehmigungsbehörde musste aufgrund einer gutachterlichen Stellungnahme eines unabhängigen und vereidigten Prüfers die Nutzung vorläufig untersagen. An den bisherigen, negativen Untersuchungsergebnissen führen keine effekthaschenden Forderungen vorbei“, so Ingo Gädechens.

Sinnvoll sei deshalb das Übereinkommen der fehmarnschen Fraktionsvorsitzenden, das Thema „äußerst sensibel“ anzugehen. Gädechens macht aber auch deutlich: „Die große Sorge um unsere Inselklinik, so wie sie von den SPD-Ortsvorsitzenden in einem Leserbrief im FT geäußert wurde, ist nicht nur berechtigt, sondern spiegelt das Empfinden aller Einwohnerinnen und Einwohner Fehmarns wider. Der Kampf um den Erhalt des Krankenhauses fordert alle Kräfte gleichermaßen. Egal an welcher Stelle man Einfluss ausüben kann, es geht ausschließlich darum, die Notwendigkeit unserer Inselklinik allen Entscheidungsträgern gegenüber zu verdeutlichen.“

Seit Bekanntwerden der Räumung gebe es „parteiübergreifend erhebliche Anstrengungen“, um auf die besondere geographische Randlage und auf den in den Sommermonaten steigenden Touristenstrom hinzuweisen. „Daraus ergibt sich zwangsläufig die Notwendigkeit, auf Fehmarn ein Krankenhaus vorzuhalten“, so Ingo Gädechens.

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