Seglerverein Lemkenhafen investiert zurzeit über eine Millionen Euro in seinen Hafen

Sanieren für die Zukunft

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Im Hafen von Lemkenhafen wird gewerkelt. Bis April sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

FEHMARN – Von Manuel Büchner „Es wurde einfach Zeit“, sagt Jürgen Pauleweit und lässt den Blick über den Hafen in Lemkenhafen schweifen. Pauleweit ist der 1. Vorsitzende des Seglervereins Lemkenhafen. Der Verein investiert gerade 1,15 Millionen Euro in die Infrastruktur des Privathafens – eine Investition in die Zukunft der momentan 340 Mitglieder – davon 85 im Jugendbereich –, betont der Vorsitzende während der Begehung der Baustelle gegenüber dem FT. Mittelsteg rechts und links sowie Nordsteg und Mittelmole – alles neu.

Der Startschuss fiel sozusagen mit der Auftragsvergabe im September 2018 und dem Abriss der alten Stege auf einer Länge von 294 Meter. „Die Firma Rahlf Krane aus Neujellingsdorf hat uns mit ihren Maschinen unterstützt. Vieles wäre sonst nicht möglich gewesen.“ Dennoch gleich ein dreiwöchiger Dämpfer: „Für die Untere Baubehörde mussten wir einen Paragrafen ändern und daher zahlreiche Formulare neu ausfüllen. 1500 Seiten bewilligen jetzt unsere Sanierungsmaßnahme“, erinnert sich Pauleweit mit einem Grinsen. Mitte April, wenn die Schiffe kommen, soll dann alles fertig sein, so der Vorsitzende.

Erste ernsthafte Gedanken über die Zukunft des Hafens und dessen Sanierung habe man sich ab 2012 gemacht. „2017 haben wir unser 50-jähriges Bestehen gefeiert. So lange gibt es auch die Infrastruktur und die beginnt marode zu werden.“ Natürlich hätte man auch nichts machen können, um dann in den nächsten 20 Jahren dem schleichenden Ende entgegenzusehen, spitzt der Vorsitzende zu. „Die Investition ist nötig, um das hier Geschaffene erhalten zu können“, so Jürgen Pauleweit, der die Wertschöpfung des Hafens auf 700000 Euro jährlich beziffert.

Dieser Schritt sei es jedenfalls allemal wert. „Wir sind die Perle im Inselosten, haben für den Tourismus und die Wirtschaft einen hohen Stellenwert. Ohne uns wäre Lemkenhafen nur Lemken“, schwärmt der IT-Fachmann im Ruhestand, der seit 2012 als Vorsitzender Jahr für Jahr bis zu 1300 Stunden in die Vereinsarbeit steckt. „Mit 145 Liegeplätzen und einer Auslastung an die 100 Prozent arbeiten wir buchstäblich wie ein Mittelstandsunternehmen. Wir sind ein gesunder Verein, sonst könnten wir ein derartiges Unterfangen finanziell nicht stemmen.“

Als der Vereinsvorsitzende auf die Finanzierung des Vorhabens zu sprechen kommt, verdunkelt sich sein Gesicht. Drei Jahre habe man mit der Stadt Gespräche geführt, stets sei von einer Fördermöglichkeit gesprochen worden. „Wir haben die Leute beim Wort genommen. Letztlich ist nichts daraus geworden“, ist Pauleweit ein Stück weit enttäuscht, will aber dennoch die Kommunikationskanäle zur Stadt nicht versiegen lassen.

Die Finanzierung steht jedenfalls auf soliden Beinen: Rund 400000 Euro kommen aus Eigenmitteln, über 100000 Euro steuern Kreissportverband und Landessportverband bei, und 500000 Euro werden über einen Kredit gestemmt. Die Tilgung soll durch 232000 Euro Solidaritätsbeitrag der Lieger und die Finanzüberschüsse des Vereins erfolgen. „2026 soll der Kredit abbezahlt sein, dann können wir mit dem nächsten Abschnitt beginnen“, erklärt Pauleweit. Für rund 600000 Euro wird dann der Holzsteg im Westhafen saniert.

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