Planfeststellungsverfahren: Anbindung des Fährhafens laut Reederei weiter im Argen

Scandlines sieht weiterhin Mängel

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Laut der Reederei Scandlines liegt die Anbindung des Fährhafens Puttgarden an die Hinterlandanbindung im Zuge der Festen Fehmarnbeltquerung weiter im Argen.

FEHMARN -lb- Das Treffen der Verkehrsminister Dänemarks und Schleswig-Holsteins in Kopenhagen am Dienstag  hat für die Reederei Scandlines keine neuen Erkenntnisse gebracht. Dies erklärt das Unternehmen in aktueller Pressemitteilung.

Auch wenn sich die schleswig-holsteinischen Verantwortlichen dem steigenden politischen Druck aus Dänemark und Berlin nicht beugen würden, bliebe die Frage, ob der bestätigte Planfeststellungsbeschluss Mitte 2018 angesichts weiterhin bestehender Mängel zu halten sei.

Insbesondere bei der Ausgestaltung der Anbindung des Fährhafens Puttgarden liege die Planung – trotz „mehrfacher konstruktiver Vorschläge“ seitens Scandlines – weiter im Argen. Die Planer hätten bisher keine Lösung präsentiert, die ohne Benachteiligung der Zu- und Abfahrtswege des Fährhafens auskomme. Auch während der Bauarbeiten werde Scandlines nach jetzigem Stand mit erheblichen Behinderungen des regulären Fährverkehrs durch Lastkraftverkehr und den temporären Arbeitshafen rechnen müssen. Verheerende Folgen für den reibungslosen Verkehr auf der Vogelfluglinie und Fehmarns Straßen seien absehbar.

Die Reederei erwartet, dass der Vorsatz „Qualität vor Schnelligkeit“ auch in den kommenden Monaten eingehalten wird. Die von Minister Meyer angekündigten Anhörungen im Mai und Juni müssten diesem Prinzip gerecht werden und die immer noch große Zahl der in den Planunterlagen enthaltenen Mängel endlich offen thematisieren, heißt es. Insbesondere müsse auch der dänische Projektträger endlich erkennen lassen, dass er das deutsche Planungsrecht ernst nehme.

„Femern A/S hat in der letzten Anhörungsrunde wie im gesamten Prozess bisher nicht gezeigt, dass sie auf Offenheit und konstruktiven Dialog Wert legen, aber: Genau wie viele andere Betroffene in Ostholstein haben wir weiterhin vielfältige und begründete Bedenken gegenüber dem geplanten Tunnel und werden die anstehenden Anhörungen sehr ernst nehmen“, äußerte sich Scandlines CEO Søren Poulsgaard Jensen.

„Es gibt noch viel zu tun, und selbst wenn alle an einem Strang ziehen, bleibt ein Planfeststellungsbeschluss 2018 ein ehrgeiziges Ziel“, so Jensen abschließend.

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