Dauerproblem in der Industriestraße / Sascha Deisinger: „Unsere Mittel sind erschöpft“

Schäden in Rückhaltebecken

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Schmierfilm und Dieselgeruch: Das Regenrückhaltebecken in der Industriestraße bereitet den Stadtwerken Fehmarn seit einigen Wochen Probleme.

Fehmarn –mb– Zuletzt kam es auf Fehmarn häufiger zur Verunreinigung von Regenrückhaltebecken. „Wir stellen immer häufiger fest, dass Diesel oder Öl eingeleitet werden“, berichtete Sascha Deisinger, Leiter der Stadtwerke Fehmarn (SWF), am Donnerstag im Stadtwerke- und Hafenausschuss. „Es wird lax damit umgegangen, einfach über die Straßeneinläufe – wissentlich und unwissentlich“, so Deisinger am Freitag gegenüber dem FT.

Besonders betroffen – Deisinger sprach von einem „hartnäckigen Problem“ – ist die Anlage an der Industriestraße. Seit mehreren Woche seien dort Ölsperren und Ölauffangwürfel ausgelegt. „Drei oder vier Tage ist Ruhe“, dann sei der Geruch und der Schmierfilm wieder da, erklärte Deisinger ein wenig ratlos und gab auch zu bedenken, dass dies Arbeitszeit beanspruche und auch finanziell belaste. „Die Ölsperren sind nicht billig.“

Raphael Ackermann (CDU) brachte die vielen Lkw, die dort stehen, ins Spiel. „Wir gehen allen Richtungen nach“, so Deisinger. Anzeigen gegen Unbekannt wurden gestellt. Auf Spurensuche begeben hatten sich die SWF, federführend durch Oliver Othengrafen, der für den Gewässerschutz zuständig ist, sowieso unlängst: Kanalrohre in der Umgebung untersucht, Abscheider überprüft, ansässige Kanalspülunternehmen informiert und angewiesen, bei der Feststellung von ölhaltigen Rückständen im Bereich der Anschlussleitung auf Privatgrundstücken, die Stadtwerke umgehend zu informieren um ein weiteres Vorgehen abzusprechen. Bisher habe man keinen Eintrag erkennen können, so Deisinger, trotzdem tauche das Problem immer wieder an neuen Stellen des Gewässers auf.

Eigentlich sei es üblich, mit eigenen Mitteln solche Probleme zügig in den Griff zu bekommen, erinnerte Deisinger. „Normalerweise ist die Belastung nach ein oder zwei Wochen weg. Das hatten wir bisher noch nie.“ Mittlerweile sind die Stadtwerke mit ihrem Latein am Ende. „Unsere Mittel sind erschöpft. Wir schalten die Untere Wasserbehörde ein“, teilte Deisinger mit. „Der Kreis Ostholstein ist gefordert“, bejahte auch die Ausschussvorsitzende Christiane Stodt-Kirchholtes die Entscheidung des Werksleiters, der es durchaus für sinnvoll erachte, zur Kontrolle einen Taucher ins Wasser zu schicken. „Im schlimmsten Fall müssen wir das Becken leer pumpen.“

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