Eine Rauchwalze zieht über das nördliche Burg
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Der Scheunenbrand am Amalienhof verursachte eine kompakte Rauchwalze, die über das nördliche Burg zieht.

Amalienhof abgebrannt

Scheune wird Raub der Flammen

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  • Lars Braesch
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  • Andreas Höppner
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  • Arne Jappe
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Am Mittwochabend brannte der Amalienhof nieder. Für Fehmarns Feuerwehren war einer der größten Einsätze der letzten Jahre.

  • Rauchwalze zog Richtung Niendorf.
  • 170 Einsatz- und Hilfskräfte im Einsatz.
  • Kripo ermittelt Brandursache

Fehmarn – Der Brand der Amalienhofer Scheune, der Mittwochabend gegen 20.20 Uhr ausbrach (wir berichteten), beschäftigte die Einsatzkräfte der Feuerwehr länger als einmal rund um die Uhr. Bis Donnerstag um 10 Uhr dauerten die Nachlöscharbeiten an der Brandruine an. „Es war einer der größten Einsätze der letzten Jahre“, so Feuerwehr-Pressesprecher Heino Lafrenz gegenüber dem FT.

150 Feuerwehrkräfte im Einsatz

Um 7 Uhr morgens hatte die Freiwillige Feuerwehr Westfehmarn die Brandwache von der Burger Wehr übernommen, die Drehleiter blieb jedoch bis 10 Uhr vor Ort und rückte erst ab, als es hieß: „Feuer aus.“ Bis auf die Ortswehr Dänschendorf waren laut Lafrenz sämtliche Feuerwehren der Insel am Einsatz beteiligt. Die Einsatzbereitschaft im Feuerwehrhaus Burg übernahm die Freiwillige Feuerwehr Puttgarden-Todendorf. Insgesamt waren nach Angaben des Feuerwehr-Pressesprechers rund 150 Kräfte der Feuerwehr, 20 Einsatzkräfte von Polizei, Rettungsdienst und anderen Organisationen zur Einsatzstelle gerufen worden. 

Über die beiden Drehleitern der Burger und Heiligenhafener Feuerwehr erfolgte der wesentliche Teil der Brandbekämpfung.

Als am Mittwoch die ersten Kräfte am Brandort eintrafen, drang bereits dunkler Rauch aus dem Dach der Scheune. Einsatzleitung und Gemeindewehrführer Torsten Steffen ließen nach einer ersten Lageerkundung umgehend die Alarmstufe erhöhen, sodass weitere Feuerwehren nachgeordert wurden. 

Der vordere Giebel der in Brand stehenden Scheune blieb von außen weitgehend unversehrt.

Vom Brand betroffen war zunächst nur der Dachbereich. Als dann erste Funken aus den Schornsteinen flogen und Feuerschein zu sehen war, entschied die Einsatzleitung, weitere Kräfte zu mobilisieren, darunter eine zweite Drehleiter, die aus Heiligenhafen anrückte.

Die Rauchentwicklung wurde zunehmend stärker, sodass eine Rauchwalze über den Norden Burgs in Richtung Niendorf zog und die Bevölkerung über die NINA-App vor dem Rauch gewarnt wurde. Von der Feuerwehr durchgeführte Schadstoffmessungen hätten aber keine Gefahren angezeigt, so Bürgermeister Jörg Weber, der selbst bis 2 Uhr nachts vor Ort war.

Kein Löschangriff im Gebäude möglich

Mit einem massiven Wassereinsatz aus mehreren Strahlrohren gelang es den Kräften zunächst, den Umfang des Feuers zu begrenzen, doch im Dachbereich hatte es sich offenbar bereits so stark ausgebreitet, dass schließlich Flammen aus den Schornsteinen schlugen und nach kurzer Zeit das gesamte Dach lichterloh brannte. „Wir mussten bis 22 Uhr auf den Durchbrand des Dachgeschosses warten, da wir aus Sicherheitsgründen keinen Löschangriff im Gebäude durchführen konnten“, resümierte Heino Lafrenz auf Nachfrage. Nach Rücksprache mit einer Baufachberaterin des THW habe die Einsatzleitung dann entschieden, aus Sicherheitsgründen den rückwärtigen Giebel einzureißen, um die Gefahr für die Einsatzkräfte zu minimieren.

Die Brandruine Amalienhof im rückwärtigen Bereich.

Immer wieder gab es ein lautes Knallen im Inneren der Scheune, die von einem Motorradclub und einer Musikband als Bleibe genutzt wurde, aber auch als Schrauberwerkstatt gedient hat. Unter Mithilfe der Feuerwehr gelang es den Mietern, ihre Fahrzeuge größtenteils zu retten.

Es war eine schwierige Lage

Jörg Weber, Bürgermeister

„Es war eine schwierige Lage“, machte Jörg Weber deutlich, denn auch die Mieter und Bewohner der angrenzenden Gebäude, die vorsichtshalber evakuiert wurden, mussten untergebracht werden. Einige seien privat untergekommen, die IFA und die Burg-Klause hätten sich bereit erklärt, insgesamt drei Einzelpersonen und eine Familie über Nacht aufzunehmen, so Weber, der von einem hervorragenden Zusammenspiel aller Beteiligten sprach. Auch die neue Gemeindewehrführung habe die heikle Aufgabe mit Bravour gemeistert. 

Zahlreiche Schaulustige im Gefahrenbereich

Ein Problem seien jedoch zahlreiche Schaulustige gewesen, die sich immer wieder im Gefahrenbereich aufgehalten hätten. Doch die Polizei habe das schnell in den Griff bekommen.

Das Ausmaß der Zerstörung wird erst aus 15 Metern Höhe deutlich.

Brandursache und Schadenshöhe sind nach Angaben der Polizeipressestelle nicht bekannt. Die Kripo Oldenburg hat die Ermittlungen aufgenommen.

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