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Schnelles Internet in unterversorgten Gebieten: Land unterstützt kommunalen Ausbau in Ostholstein mit neun Millionen Euro

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Von: Manuel Büchner

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Glasfaser Ministerpräsident Daniel Günther ZVO Fehmarn
Ministerpräsident Daniel Günther (2.v.l.) überreichte im Beisein des stellvertretenden Landrats Timo Gaarz (l.) neun Millionen Euro Förderung an Verbandsvorsteher Frank Spreckels (2.v.r.) und ZVO-Breitbandchef Torsten Hindenburg. © Manuel Büchner

Für den kommunalen Glasfaserausbau in 29 Kommunen in Ostholstein übergab Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) einen Förderbescheid über neun Millionen Euro. Auf Fehmarn verzögert sich der Ausbau.

Sierksdorf – Eine Finanzspritze von über neun Millionen Euro hatte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) in der Tasche für den kommunalen Glasfaserausbau in 29 Kommunen des Kreises, als er am Mittwoch beim Zweckverband Ostholstein (ZVO) zu Besuch war. Der ZVO baut die Infrastruktur in den unterversorgten Gebieten auf, die TNG Stadtnetz GmbH ist Pächterin und Betreiberin. Auch der Bund wird sich noch am Ausbau in Ostholstein mit einer Fördersumme von mindestens 15 Millionen Euro beteiligen. Die genaue Summe steht bis jetzt noch nicht fest.

Der Landesregierung ist es wichtig, das Vorhaben zu unterstützen.

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU)

Günther sprach von einem „enormen Projekt“, das „absolut wegweisend“ sei. „Der Landesregierung ist es wichtig, das Vorhaben zu unterstützen“, so Günther, denn schnelles Internet sei eine „Grundlage, um eine attraktive Region zu bleiben“, es sei fast so unverzichtbar wie die Versorgung mit Wärme, Strom und Wasser.

Unser Projekt setzt dort an, wo sich ein Ausbau für die Privatwirtschaft bisher nicht gelohnt hat.

ZVO-Verbandsvorsteher Frank Spreckels

ZVO-Verbandsvorsteher Frank Spreckels dankte Günther und dem Land für die „erhebliche Unterstützung“. „Unser Projekt setzt dort an, wo sich ein Ausbau für die Privatwirtschaft bisher nicht gelohnt hat.“ Für die Menschen sei der Ausbau in diesen Regionen aber genauso wichtig. Oder wie es der stellvertretende Landrat Timo Gaarz (CDU) mindestens genauso passend formulierte: Es sei „die Resterampe, die die Privatwirtschaft nicht versorgt hat“ – in einem Bereich, der nicht nur zur Daseinsvorsorge gehöre, sondern auch ein Stück Wirtschaftsförderung darstelle.

Die Gesamtkosten von 109 Millionen Euro würden deutlich machen, welch enorme Anstrengungen durch die Kommunen zu leisten seien, so der Ministerpräsident. Der Glasfaserausbau in unterversorgten Gebieten ist für Günther in Schleswig-Holstein sowieso eine „Erfolgsgeschichte der Kommunen“. Fast 190 Millionen Euro nimmt das Land zur Förderung von Glasfaser in die Hand. Bereits jetzt sei man mit rund 58 Prozent der erreichten Hausanschlüsse Spitzenreiter unter den Bundesländern. Zum Vergleich: Der bundesweite Durchschnitt liegt bei rund zwölf Prozent. Aber kein Grund zum Verschnaufen. Günther will, dass bis 2025 alle Haushalte im Land mit Glasfaser versorgt werden können.

Am Ende seien es mindestens 13000 Verträge, die man bediene, so Spreckels. Vom Singlehaushalt bis zum Unternehmen mit Dutzenden von Arbeitsplätzen. Torsten Hindenburg, Leiter der Breitbandsparte beim ZVO, geht sogar von einer zusätzlichen Erschließung im vierstelligen Bereich aus durch Nachzügler.

50 Millionen Euro bereits verbaut

Und wie geht der Ausbau voran? Alle Aufträge für Tiefbau und Glasfasermontage sind vergeben. Zurzeit finden in 20 Kommunen Baumaßnahmen statt. Rund 3200 Hausanschlüsse sind bereits aktiv. 500 Kilometer Tiefbau und 6000 Hauseinführungen sind fertig, über 800 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Knapp 50 Millionen Euro habe man bereits verbaut, weiß Hindenburg.

Projektabschluss auf Fehmarn wohl erst 2024

Und wie sieht es aktuell im Nordkreis aus? Gremersdorf, Heringsdorf, Neukirchen, Großenbrode und Fehmarn sind zuletzt in die Ausschreibung gegangen, Bautätigkeiten sollen in den nächsten Monaten starten. Zuerst in Neukirchen, wo bereits gegraben werde, so Hindenburg, und in der zweiten Hälfte des Jahres auch auf Fehmarn, wo die Arbeiten aufgrund der Fläche, der vielen Dörfer und der Bodengegebenheiten am längsten dauern werden.

Während der Breitbandausbau in den 28 Gemeinden auf dem Festland weiterhin Ende 2023 beendet sein soll, rutscht Fehmarn wohl oder übel ins Jahr 2024 „So ehrlich müssen wir sein“, bekennt Torsten Hindenburg. Mitte 2024, heißt es vom ZVO, wobei man einen Puffer eingebaut habe, so der Breitbandchef, denn das Ziel sei es, früher fertig zu werden.

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