Bürgermeister der Kommune Lolland wünscht sich Auseinandersetzen mit den Chancen

Schou Rasmussen kritisiert einseitige Sicht der Beltretter

+
Lollands Bürgermeister Holger Schou Rasmussen (l.) im Gespräch mit dem Deutschlandfunk am Rande der Erörterungstermine in Lübeck im Juni 2017.

FEHMARN/LOLLAND - hö - Kürzlich hatte Lollands Bürgermeister Holger Schou Rasmussen mit seiner Aussage, der erste Spatenstich für den Fehmarnbelttunnel könnte vorgezogen werden und bereits im Frühjahr 2019 erfolgen, für Gesprächsstoff gesorgt. Die Beltretter bezeichneten die Möglichkeit eines vorgezogenen Baubeginns als „Quatsch“.

Der Bürgermeister der Kommune Lolland möchte dieses auf keinen Fall so stehen lassen. „Wenn Karin Neumann und die Beltretter in einer Pressemitteilung meine Aussage über einen vorgezogenen Baustart in 2019 als Nonsens bezeichnen, ist das abermals ein Ausdruck der einseitigen Haltung der Gegner des Fehmarn-Projekts“, so Schou Rasmussen gegenüber dem FT. Die Beltretter hätten sich in eine Position begeben, aus der sie den Tunnel ausschließlich als „ein großes Unglück sehen können und sich nicht mit den positiven Chancen und Gewinnen auseinandersetzen, den der Tunnel für die Bevölkerung beider Seiten bringt“.

Von dänischer Seite her erkenne man das deutsche Planfeststellungsverfahren zum Fehmarnbeltprojekt in Gänze an, zudem sei man ebenfalls ganz klar der Meinung, dass die Konsequenzen für die Umwelt „durch den kommenden Tunnel“ gründlich untersucht werden müssen, „genau wie wir das in Dänemark von anderen bedeutenden Infrastrukturprojekten wie zum Beispiel der Großen-Belt-Brücke und der Örresundbrücke kennen“. Genau deshalb sei das Fehmarnbelt-Projekt bis dato eines der am besten dokumentierten Bauprojekte, sowohl in Bezug auf die Umwelt als auch auf Sicherheit und Wirtschaftlichkeit, ist Schou Rasmussen überzeugt. Gespannt schaue man in Dänemark im nächsten halben Jahr auf den Ausgang des deutschen Genehmigungsverfahrens, welches aus seiner Sicht eventuell ein Gerichtsverfahren nach sich ziehe. Sollte das geschehen, könne das „auf der einen Seite des Spektrums aufschiebende Wirkung für einen Baustart haben oder auf der anderen Seite des Spektrums grünes Licht für den Tunnelbau bedeuten“, so die Einschätzung des Bürgermeisters der Kommune Lolland, der noch einmal betont, dass er sich bei seiner Aussage zu einem vorzeitigen Baustart allein auf dieses mögliche Szenario bezogen habe.

Den kritischen Stimmen aus den Reihen der Beltretter entgegnet er, dass der Verein anerkennen sollte, dass es auch positive Seiten durch eine zukünftige Fehmarnbeltverbindung geben werde, und dass alle gemeinsam an der „Minimierung der eventuellen negativen Auswirkungen auf die Umwelt arbeiten sollten, die der Tunnelbau mit sich bringen kann“. Schließlich habe man auch in Dänemark ein Interesse daran, eine gesunde Umwelt und eine reichhaltige Natur im und um den Fehmarnbelt zu bewahren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.