30 Grad Außentemperatur und Fahrzeug verschlossen / Passant schlägt Seitenscheibe ein

Schreiender Säugling aus Pkw geholt

Fehmarn – hö – Am vergangenen Freitag sah sich ein Passant genötigt, die Scheibe eines auf einem Parkplatz in Burgstaaken abgestellten Pkw einzuschlagen, um ein schreiendes Baby aus dem Fahrzeug zu holen. Das teilte Polizeipressesprecher Dierk Dürbrook gestern auf Anfrage des FT mit.

Als auf die lautstark über den Parkplatz gerufene Nachfrage nach dem Fahrzeugbesitzer keine Reaktion erfolgte, habe der Zeuge um 11.44 Uhr eine Seitenscheibe des Pkw eingeschlagen, so Dürbrook. Der Zeuge berichtete den Beamten der Polizeistation Fehmarn am Einsatzort weiter, dass er seinen Pkw neben dem Toyota mit dem schreienden Baby auf den Parkplatz abgestellt hatte. Er habe daraufhin ins Fahrzeug hineingeschaut, wo er den im abgeschlossenen Pkw befindlichen Säugling erkennen konnte. Das im Fahrzeug ausliegende Parkticket sei elf Minuten zuvor gelöst worden.

Als auch auf seine über den Parkplatz gerufene Nachfrage, wem denn das Auto gehöre, und auf die direkte Ansprache zweier in unmittelbarer Nähe befindlicher Männer keine Hinweise zu dem Auto erlangt werden konnten, habe der 47-jährige Mann aus dem Landkreis Celle den Entschluss gefasst, bei 30 Grad Celsius Außentemperatur und wolkenlosem Himmel nicht noch länger zu warten und das Baby aus seiner misslichen Lage zu befreien.

Der 57-jährige Besitzer des Toyota aus Bremen kehrte wenig später zu seinem Pkw zurück. Dieser wiederum berichtete, dass er und seine Familie sich auf dem Parkplatz ein wenig die Beine vertreten und die Sanitäreinrichtungen aufgesucht hätten. Weil der Säugling tief und fest geschlafen und der Wagen im Halbschatten gestanden habe, sei das Baby kurz im Auto geblieben. Und nach circa zehn Minuten sei er ja auch schon wieder da, um nach dem Säugling zu schauen.

Der Familienvater aus Bremen habe die Maßnahme des 47-Jährigen aus dem Landkreis Celle als unverhältnismäßig beurteilt und auf eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung bestanden, berichtet Dürbrook.

Vonseiten der Polizeistation Fehmarn sei sodann neben der Anzeige wegen Sachbeschädigung zusätzlich ein Bericht über den Verdacht der Kindeswohlgefährdung gefertigt und der zuständigen Behörde zugesandt worden.

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