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Beliebt bei Jung und Alt: die Kutterfahrten von Burgstaaken auf die Ostsee.

Tourismus-Service will Jahresverlust weiter reduzieren / 2021 kein Stadt- oder Hafenfest

Wo ist die schwarze Null?

Fehmarn – Von Andreas Höppner Rote Zahlen und die schwarze Null sind allgegenwärtig, wenn es darum geht, öffentliche Haushalte zu diskutieren und über sie zu befinden. So war es auch in der Sitzung des Tourismusausschusses, wo der Wirtschaftsplan des Tourismus- Service Fehmarn (TSF) zur Abstimmung stand. Der TSF plant für 2021 zwar mit einem Jahresverlust von 285 000 Euro, doch der Ausschuss zeigte sich mehr als zufrieden mit dem Zahlenwerk, das er einstimmig durchwinkte.

  • Jahresverlust von 249000 Euro in 2019
  • Hervorragende Nachsaison im Corona-Jahr
  • Tourismus-Service setzt bei Veranstaltungen den Rotstift an

Zuvor hieß es bereits Daumen hoch für den Jahresabschluss 2019, für den der stellvertretende Tourismusdirektor Volker Aermes die Eckpunkte skizzierte. „Wir haben gut gewirtschaftet, wir sind auf dem Weg zur schwarzen Null“, so der Finanzexperte des TSF und verwies auf den durch den Wirtschaftsprüfer festgestellten Jahresverlust von knapp 249 000 Euro. In diesem Zusammenhang erinnerte Tourismusdirektor Oliver Behncke daran, dass für 2019 zunächst ein Minus von 341000 Euro erwartet worden war.

Mehr Kurabgabe trotz Lockdown

Überraschend positiv: die Entwicklung im Corona-Jahr 2020. „Das hätte ich nie gedacht“, berichtete Fehmarns Tourismuschef über eine „hervorragende Nachsaison“ und verwies gegenüber dem Vorjahr auf eine Steigerung der Kurabgabeeinnahmen um neun Prozent (Stichtag: 13. November 2020). 4,31 Millionen Euro stehen 3,94 Millionen Euro gegenüber. Ein Plus von etwas mehr als 40 000 Euro gebe es auch bei der Tourismusabgabe, so Behncke. Und das alles bei einem zweimonatigen Lockdown im Frühjahr.

Im Rahmen des Stadtfestes gehörte der große Umzug zu den Höhepunkten.

Beim Blick auf das kommende Jahr hat der TSF bei einigen Aufwendungen ein wenig den Rotstift angesetzt. So schlägt das Ressort Veranstaltungen nur noch mit 411 000 Euro zu Buche (2020: 420 000 Euro). Ganz gestrichen wird das Stadt- beziehungsweise das Hafenfest, das bislang jeweils im zweijährigen Rhythmus veranstaltet wurde. Es wird laut Behncke auch nur noch ein Konzert im Rahmen des Schleswig-Holstein Musik Festivals geben, sonst gab es zwei, 2019 sogar drei. Das kommende Jahr soll zudem dafür genutzt werden, Überlegungen anzustellen, ob und in welcher Form ein Stadt- oder Hafenfest ab 2022 gefeiert werden soll. Etwas weniger (minus 20 000 Euro) will der TSF auch für den Bereich Marketing- und Werbung ausgeben, sodass hier nur noch 393 000 Euro vorgehalten werden müssen.

Großer Unsicherheitsfaktor bei den Veranstaltungen bleibt aber auch in 2021 die Corona-Pandemie. Was kann stattfinden, was muss ausfallen? Nichtsdestotrotz müsse man Großveranstaltungen planen, so Behncke. „Wir können schnell von 100 auf 0, aber nicht von 0 auf 100“, machte er deutlich, dass auch in Corona-Zeiten eine langfristige Planung unabdingbar sei.

„FehMare“ bleibt das Sorgenkind

Sorgenkind bleibt das „FehMare“. Die pandemiebedingte Schließzeit hat voll durchgeschlagen, sodass in diesem Jahr ein Verlust von 1,3 Millionen Euro erwartet wird, 450 000 Euro mehr als ursprünglich geplant. Auch für 2021 rechnet der TSF coronabedingt mit einem Defizit von 1,1 Millionen Euro. Behncke hofft also, dass es das Schwimmbad nicht ganz so hart treffen wird wie in diesem Jahr.

120 000 Euro sind zudem noch eingeplant für die Sanierung des Steges Nr. 2 im Jachthafen Burgtiefe.

Ganz ohne Kredite will der TSF auskommen, um die Investitionen zu stemmen. Fast 4,2 Millionen Euro sind hierfür vorgesehen. Das schließt auch den Abschluss der Hochbauten im Rahmen des Promenadenneubaus am Jachthafen Burgtiefe mit ein. Der Turm soll im Herbst 2021 stehen.

Lückenschluss für Deichkronenradweg

Ein nicht unerheblicher Kostenfaktor mit 250 000 Euro ist der Lückenschluss der Deichkronenradwege im Süden der Insel. Er soll in Kooperation mit dem Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) vorangetrieben werden. In Angriff nehmen möchte der TSF auch die Errichtung eines Holzsteges in Burgstaaken östlich des Seenotrettungsmuseums. Optimal wäre es, so die Diskussion im Ausschuss, wenn der Steg auch noch um das U-Boot herum bis in den Kommunalhafen gezogen werden könnte. Hier hofft man auf eine positive Diskussion im Stadtwerke- und Hafenausschuss. 400 000 Euro sind hierfür in den Wirtschaftsplan eingestellt worden, allerdings mit Sperrvermerk.

Weitere 100 000 Euro sind vorgesehen für die Planungskosten einer Seebrücke. Deren Gesamtkosten werden aktuell auf 5,5 Millionen Euro geschätzt.

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