Die Seenotretter retteten drei Männer in einem kleinen Angelboot auf der Ostsee.
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Die Seenotretter der Station Großenbrode der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger rettete in der Nacht zum Sonntag drei Männer mit einem kleinen Angelboot auf der Ostsee.

Über zwei Stunden im Dunkeln auf der Ostsee

Seenotretter retteten drei Männer in einem kleinen Angelboot vor Fehmarn

  • Manuel Büchner
    VonManuel Büchner
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Am Sonnabendabend retteten die Seenotretter der Station in Großenbrode drei Angler in einem kleinen Boot vor der Küste Fehmarns. Die Angler und ihr Boot überstanden die Havarie unbeschadet.

  • Drei Angler hatten auf der Ostsee in ihrem kleinen Boot vor der Küste Fehmarns im Dunkeln die Orientierung verloren.
  • Der Empfang für Smartphones war an der Stelle, wo sie sich befanden sehr schlecht.
  • Die Seenotretter rückten mit dem Seenotrettungskreuzer „Bremen“ aus und orteten die Angler mittels Radarecho.

Fehmarn/Großenbrode – Nach einer langen Suche haben die Seenotretter der Station Großenbrode der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) in der Nacht zum Sonntag drei Männer mit einem kleinen Angelboot auf der Ostsee gerettet. Nach einem Maschinenausfall trieben sie mit ihrem offenen Boot über zwei Stunden lang im Dunkeln auf der Ostsee.

Auf ihre missliche Lage machten die Angler selbst über die Notrufnummer 112 aufmerksam. Die Rettungsleitstelle Süd hatte daraufhin die Seenotleitung Bremen alarmiert. „Der Rückruf beim Havaristen lieferte wenig Informationen, da die Angler sich in einem Bereich mit sehr schlechter Netzabdeckung befanden“, erklärt DGzRS-Sprecherin Antke Reemts. In der Seenotleitung sei lediglich die Information angekommen, dass sich die Angler zwischen Staberhuk und Puttgarden befänden, so Reemts, einer etwa zwölf Kilometer langen Küstenstrecke vor Fehmarn.

Der Seenotrettungskreuzer „Bremen“ aus Großenbrode lief aus, und zahlreiche weitere Schiffe im gesamten Revier wurden um scharfen Ausguck gebeten. Schließlich meldete sich ein Anrufer bei den Seenotrettern: Einer der Angler hatten seinem Bruder zwei Positionen über einen Messengerdienst geschickt. „Beide angegebenen Positionen wurden daraufhin weiträumig, aber erfolglos abgesucht. Eine erneute Kontaktaufnahme zum Havaristen war nicht möglich“, so die Sprecherin.

Angler mittels Radarecho gefunden

Gegen 19 Uhr meldete dann die Fähre „Finnstar“ 14 Kilometer östlich der Insel Fehmarn ein Radarecho, bei dem es sich möglicherweise um ein kleines Fahrzeug handeln könne. Die Seenotretter benötigten etwa 30 Minuten bis zur angegebenen Position. „Dort fanden sie tatsächlich das offene, vermisste Boot vor. Nach dem Maschinenausfall war es immer weiter von der Küste abgetrieben worden. Die drei Angler im Boot waren wohlauf“, sagte die Sprecherin.

Nach einer nahezu dreistündigen Schleppreise erreichte die „Bremen“ mit dem 5,20 Meter langen Havaristen kurz vor 23 Uhr Burgstaaken. Die Angler und ihr Boot überstanden die Havarie unbeschadet.

Die Seenotretter weisen in diesem Zusammenhang noch einmal auf ihre kostenlose Sicherheits-App „SafeTrx“ hin. Die App zeichnet über das GPS des Smartphones die Route des Wassersportlers auf. Diese kann in der Seenotleitung Bremen im Notfall direkt abgefragt werden. Bei Anruf wird die Position direkt mit an die Seenotleitung übertragen. Darüber hinaus können in einem Routenplan wichtige Informationen abgefragt werden, sodass auch bei Verlassen des mobilen Abdeckungsbereiches „SafeTrx“ für die Seenotretter in einem Notfall eine wichtige Informationsquelle darstellt. Die App steht kostenlos zum Download zur Verfügung.

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