Fehmarns neue Tourismusdirektorin Imke Grotelüschen hält sich im Detail noch sehr bedeckt

„Sehe mich als Moderatorin“

Arbeitet sich erst ein: Fehmarns neue Tourismusdirektorin Imke Grotelüschen.

Von Peter Löbenbrück FEHMARN • „Von allen bin ich so nett und freundlich aufgenommen worden, darüber habe ich mich sehr gefreut“, sagte Fehmarns neue Tourismusdirektorin Imke Grotelüschen (41), die gestern vor die Presse trat, um sich offiziell vorzustellen.

Sie steckt noch mitten in der Einarbeitungsphase. Mit ihren Plänen für die Zukunft und Positionierungen zu den aktuellen touristischen Schwerpunktthemen hielt sich noch sehr zurück.

„Für mich war es die richtige Entscheidung, nach Fehmarn zu kommen. Nicht nur, weil das Aufgabengebiet hochinteressant und vielfältig ist, sondern auch, weil es hier wunderschön ist. Die Sonnenaufgänge über der Ostsee sind traumhaft“, schwärmt Grotelüschen, die bis Ende letzten Jahres für die Geschicke des Tourismus in der Lüneburger Heide verantwortlich zeichnete. Fremd sind ihr Ostholstein und das Meer aber ganz und gar nicht. Sie wuchs an der Ostseeküste auf und lenkte in der Vergangenheit den Tourismus in Plön und Dahme.

„Können mit Usedom und Rügen mithalten“

Den ersten fehmarnschen Veranstaltungen konnte sie als neue Direktorin des Tourismus-Service Fehmarn (TSF) bereits beiwohnen. „Das Neujahrsschießen, der Neujahrsempfang und das Anbaden der Landjugend waren sehr interessant und haben viel Spaß gemacht“, so Grotelüschen. Nun will sie sich zunächst einen Überblick über die verschiedenen aktuellen Aufgaben verschaffen und die Kolleginnen und Kollegen kennenlernen. „Dann ergeben sich die ersten Themen, die angepackt werden müssen, von alleine“, so Grotelü-schen weiter.

Fehmarn sieht sie touristisch in einer guten Position. „Die Insel ist ein besonderer Urlaubsort und kann mit Rügen oder Usedom ohne Weiteres mithalten“, sagte die 41-Jährige. Doch beginnt sie ihren Job unter nicht idealen Vorzeichen. In ihrem ersten Jahr wird der Burger Südstrand, das Epizentrum des fehmarnschen Tourismus, durch den Bau des „Erlebnisbades“ eine Großbaustelle sein. Hinzu kommt die Bebauung der Spielweise mit einem Hotel und Appartements. „Ich freue mich, dass hier so etwas Tolles entsteht“, sagte dazu Grotelü-schen, ohne die „Herausforderung“ zu ignorieren, den Gästen den Südstrand während der Bauzeit schmackhaft zu machen: „Wir müssen versuchen, dem Gast den Aufenthalt dennoch so gut es geht zu verschönern. Neue und alternative Angebote müssen vorgehalten werden.“

Ins Detail ging die Nachfolgerin von Rolf Harenberg jedoch nicht. Ein Premium-Hotel und schicke Appartements werden voraussichtlich eine gehobenere Klientel an den Südstrand locken. Wie soll die beworben werden ? Welche Aufgabenstellung ergibt sich bei 1 000 zusätzlichen Betten in Burgtiefe ? „Wir müssen erst abwarten, welche Schwerpunkte die Betreiber setzen werden“, so Grotelüschen. Auch zur praktischen Ausgestaltung des hiesigen Tourismuskonzeptes mit besonderem Augenmerk auf die so genannten „Best ager“ wollte Grotelüschen sich noch nicht äußern.

Interessant dürfte auch das spätere Nebeneinander des TSF und den Betreibern des „Erlebnisbades“ werden, das ja von der Mittelzentrumsholding und nicht vom Tourismus-Service gelenkt werden wird. Dazu Imke Grotelüschen: „Wir werden die konstruktive Zusammenarbeit suchen. Die Gespräche laufen schon.“

Noch keine Positionierung zur Kurabgabe

Als „Herausforderung“ sieht sie auch die künftige Regelung der Kurabgabe. Auf FT-Nachfrage hielt sich Grotelüschen aber sehr bedeckt, sie habe keine persönliche Präferenz, was für eine Regelung erstrebenswert wäre. Sie sagte nur: „Zwei Jahre bleibt die aktuelle Situation ja erst einmal noch bestehen. Trotzdem sehe ich keinen Grund, nicht jetzt schon Gespräche zu führen.“

Besonders wichtig sei ihr eine „gute und konstruktive Zusammenarbeit“ mit den politischen und touristischen Akteuren der Insel sowie mit den überregionalen Tourismusorganisationen. „Wenn viele betroffen sind, gibt es auch viele Meinungen. Dann muss man sich zusammensetzen und Lösungen finden. Ich sehe mich da auch als Moderatorin. Die ganze Insel ist das touristische Produkt. Deshalb wünsche ich mir, dass wir alle an einem Strang ziehen“, so Grotelü-schen.

Ein wichtiger Posten neben der Tourismusdirektorin ist übrigens noch vakant: Wer tritt die Nachfolge von Veranstaltungsleiterin Kerstin Krebs an ? Grotelüschen: „Es liegen sehr viele Bewerbungen vor. Ich bin guter Dinge, dass die Nachfolge schnell geklärt ist.“

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