Angler bestehen nach wie vor auf ihre Baglimit-Forderung – erarbeiteten aber Alternativangebot

Für die Sieben ging‘s nach Brüssel

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Für Gespräche zur Zukunft des Angeltourismus an der deutschen Ostseeküste reisten Sandra Belka, Lars Wernicke, Thomas Deutsch sowie Dr. Harry Strehlow auf Einladung von Niclas Herbst ins Europäische Parlament nach Brüssel (v.r.).

Fehmarn – Von Nicole Rochell „Wir müssen über Berlin nach Brüssel, um zu retten, was noch zu retten ist“, fasste Europaabgeordneter Niclas Herbst auf dem Oldenburger Krisengipfel zusammen. Zum Spitzen- treffen zur Zukunft des Angeltourismus waren Mitte September über 40 Inhaber angeltouristischer Betriebe aus Schleswig-Holstein und Meckelenburg-Vorpommern im Gewerbezen- trum zusammengekommen (wir berichteten). Mit politischen Vertretern diskutierten sie die Frage, wie der Angeltourismus an der deutschen Ostsee jetzt noch zu retten ist, nachdem die Empfehlung der EU-Kommission als Fangmenge für 2020 statt derzeit sieben bekanntlich nur noch zwei Dorsche pro Tag und Angler vorsieht.

Bald entscheiden Fischereiminister

Am 14. und 15. Oktober werden die europäischen Fischereiminister darüber entscheiden, welche Maßnahmen künftig für den Dorsch gelten sollen, kurzum: die Fangmenge festlegen. Bevor dies passiert, hatte Niclas Herbst (CDU), einziges deutsches Mitglied im Fischereiausschuss, noch während der Zusammenkunft angesichts der düsteren Zukunftsaussichten im Oldenburger Gewerbezentrum eine Einladung nach Brüssel ausgesprochen, um unmittelbar mit den zuständigen Vertretern im Europäischen Parlament über die dramatischen Auswirkungen eines geplanten Baglimits von zwei Dorschen zu sprechen.

Hin reisten sie mit leichtem Gepäck, zurück fuhren sie mit der Aufforderung, mögliche alternative Szenerien unter Berücksichtigung der notwendigen wissenschaftlichen Aspekte zum Schutz des Dorschbestandes zu erarbeiten. Dazwischen lagen für die Delegation bestehend aus Lars Wernicke (Wassertourismus in Schleswig-Holstein), Thomas Deutsch (Stellvertretender Vorsitzender des Verbandes der Hochseeangel- und Bäderschiffe), Sandra Belka (Entwicklungsgesellschaft Ostholstein) und Dr. Harry Strehlow (Thünen-Institut für Ostseefischerei in Rostock) „intensive, mitunter kontroverse, aber auch lösungsorientierte Gespräche“ mit der Ständigen Vertretung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) sowie mit Vertretern der Generaldirektion Mare, die unmittelbar Einfluss auf die Empfehlung der EU-Kommission nehmen können.

„Wir kommen mit einem Hoffnungsschimmer aus Brüssel zurück und haben in den vergangenen Tagen mit Hochdruck und gemeinsam mit dem Thünen-Institut an möglichen Optionen gearbeitet“, so Lars Wernicke in einer Mitteilung des Vereins Wassertourismus in Schleswig-Holstein.

Am Dienstag mit den betroffenen Betrieben aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern diskutiert und abgestimmt, wurde jetzt am Freitag die offizielle Stellungnahme der gemeinsamen Partner Wassertourismus in Schleswig-Holstein, Verband der Hochseeangel- und Bäderschiffe und Entwicklungsgesellschaft Ostholstein mit der nach wie vor bestehenden Eins-a-Lösung eines Baglimits von sieben Dorschen, aber auch mit einem weiteren Alternativangebot, ans Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Berlin sowie an die Generaldirektion Mare in Brüssel als Vorbereitung auf die Mitte Oktober stattfindende Konferenz der EU-Fischereiminister übergeben. Wie das erarbeitete Alternativangebot aussieht, dazu konnte das FT am Wochenende zunächst keine Stellungnahme bekommen.

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