Deutsche Bahn tauscht bis 2021 aus

Sieben Seile raus – und sie hält bis 2035

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Der Kleiderbügel ist ein markantes Wahrzeichen Schleswig-Holsteins. Ein Austausch schadhafter Tragseile soll den Weiterbetrieb der Fehmarnsundbrücke bis mindestens 2035 sichern.

FEHMARN -hö- Nun steht es fest. An der 55 Jahre alten Fehmarnsundbrücke müssen weitere sieben Tragseile ausgetauscht werden. Ein erstes, relativ kurzes Seil war bereits im Herbst des letzten Jahres ausgewechselt worden. Eine entsprechende Information der Deutschen Bahn erging am Freitag an den in Berlin tagenden Rechnungsprüfungsausschuss des Deutschen Bundestages.

Es ist unverkennbar, am denkmalgeschützten Kleiderbügel hat der Zahn der Zeit mächtig genagt. Jedes zehnte der insgesamt 80 Tragseile muss also ausgetauscht werden, damit die von der Deutschen Bahn zugesicherte Weiternutzung der Fehmarnsundbrücke bis 2035 sicher aufrechterhalten werden kann.

Einen konkreten Zeitplan für den Austausch der Stahlseile gibt es noch nicht, er soll jedoch innerhalb der nächsten drei Jahre geschehen und spätestens im Jahr 2021 abgeschlossen sein. Noch keine Auskunft geben kann die Deutsche Bahn über den Kostenrahmen, der für den Austausch der Seile erforderlich ist.

Ein Tragseil der Fehmarnsundbrücke, das ausgetauscht werden muss.

„Es besteht keine Gefahr für den Straßen- und Bahnverkehr“, verdeutlicht Bernd Homfeldt, Projektleiter der Schienenanbindung der Festen Fehmarnbeltquerung, dass kein akuter Handlungsbedarf besteht, da ausreichende Sicherheitsfaktoren vorlägen. Im Rahmen der vorausschauenden Instandhaltung sei aber ein Tausch der stärker geschädigten Seile eingeplant. Für sämtliche Seile werde zudem die Planung zur Erneuerung des Korrosionsschutzes umgesetzt.

Ob die elf Millionen Euro, die die Deutsche Bahn bis 2021 für die Instandhaltung der Fehmarnsundbrücke aufbringen will, ausreichen, um auch den Austausch der Tragseile durchzuführen, ist nach Mitteilung von Bahnsprecher Peter Mantik offen. So liege der Untersuchungsbericht zum Zustand des bereits ausgetauschten Tragseils noch nicht vor. Und es seien auch noch Gespräche mit dem Seilkonstrukteur zu führen.

Homfeldt: Anspruchsvolle Herausforderung

Bernd Homfeldt geht davon aus, dass der Austausch der Tragseile „eine hoch anspruchsvolle und auch spektakuläre Herausforderung darstellt“. Teilweise sollen bei besonders langen Seilen auch Kräne zum Einsatz kommen.

Die Verantwortlichen der Deutschen Bahn wollen im kommenden Jahr dann den konkreten Plan bekannt geben, mit welchen Beeinträchtigungen während der Arbeiten zu rechnen ist. Die Maßnahme wird auf jeden Fall witterungsabhängig sein. Beim Austausch des ersten Seils im vergangenen Jahr lautete die Vorgabe: mindestens 20 Grad Lufttemperatur und höchsten Windstärke 4. So dürfte nur das Sommerhalbjahr infrage kommen.

„Das Austauschen der Tragseile belegt, dass wir unserer Pflicht nachkommen, die Brücke in einem guten Zustand zu halten“, sagte Bernd Homfeldt abschließend.

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