Andreas Schou gewinnt Großen Preis beim Fehmarn-Pferde-Festival

Sieg geht nach Dänemark

+
Der dänische Championatsreiter Andreas Schou gewann am Sonntag beim Fehmarn-Pferde-Festival mit „Afghan“ den Großen Preis des Kaufhauses Stolz.

Fehmarn – Von Lars Braesch Der dänische Championatsreiter Andreas Schou hat am Sonntag beim Fehmarn-Pferde-Festival den Großen Preis des Kaufhauses Stolz gewonnen. Mit dem zehnjährigen Westfalen „Afghan“ blieb Schou im Stechen mit extremen Wendungen fehlerfrei. Die Uhr stoppte bei 41,31 Sekunden. Als erstes Paar sorgten beide auch im Normalparcours mit 72,24 Sekunden für den ersten Null-Fehler-Ritt

  • Acht Paare fürs Stechen qualifiziert
  • Letztes Hindernis, ein Oxer im Großen Preis ließ Reiter verzweifeln
  • Stechen ohne fehmarnsche Beteiligung
Zweiter wurde der Spanier Borja Garcia-Gallardo Garcia. Auf Fehmarn saß der für den RFV Eichengrund-Lentföhrden startetende Reiter auf „Chantalle“. Er überquerte fehlerfrei in 42,07 Sekunden die Ziellinie. Im Umlauf sorgte Garcia mit 71,56 Sekunden für eine schnelle Zeit. Platz drei sicherte sich Pheline Ahlmann mit „Dialo“, einem von Klaus-Peter Wiepert gezogenen Holsteiner. Die Amazone ritt im Stechen ein bisschen vorsichtiger (43,17 Sekunden). Im Normalparcours waren es 73,28 Sekunden.

Das Stechen fand ohne fehmarnsche Beteiligung statt. Acht Paare hatten sich für den finalen Durchgang beim Fehmarn-Pferde-Festival qualifiziert. Mit „Singu“ wurde Hans-Thorben Rüder mit Platz zehn bester Reiter des gastgebenden Fehmarnschen Ringreitervereins (FRRV). Hans-Thorben Rüder war direkt hinter Schou als Zweiter von 54 Paaren gestartet, blieb mit einem Abwurf aber nicht fehlerfrei. Platz zwölf gab es für Rüder mit seinem Pferd „Dakota“. Am fünften Hindernis, einem Oxer, kam es zu einem Fehler. Mit ihrem ersten Pferd „Adagio de Talma“ wurde Inga Czwalina Vierzehnte. Es gab einen Abwurf. Mit „Armata“ gab es zwei Abwürfe. Rang 16 belegte Torben Köhlbrandt mit „Carioca“. Beim Aussprung der dreifachen Kombination fiel eine Stange. Mit 21 Fehlerpunkten belegte Ina Reimers am Ende mit „Chevron“ Rang 49. Der fehmarnsche Vielseitigkeitsreiter Kai Rüder schonte sein Pferd „Cross Keys“ und gab im Normalparcours auf. Hinerk Köhlbrandt hatte zwar mit „Cedric“ für den Großen Preis gemeldet, jedoch hatte sich das Pferd am Sonnabend verletzt. „‚Cedric‘ hat ein dickes Bein“, erklärte Hinerk Köhlbrandt am Sonntag am Rande des Hauptspringens auf Nachfrage. Ebenfalls aufgegeben hatte Jule Lind (RFV Uetersen) mit „Sternenbanner“. Am dritten Hindernis fiel Hannes Ahlmann von „Nerrado“. Der Sturz verlief glimpflich, führte jedoch zum Ausschluss.

Der Fanfarenzug läutete am Sonntag mit drei Musikstücken das große Finale ein.

Traditionell leitete der Fanfarenzug des gastgebenden Vereins mit drei Musikstücken das große Finale ein. Die Bläser sorgten somit für etwas Atmosphäre beim Festival, das ja bekanntlich ohne Zuschauer stattfindet. Anschließend ritt Andreas Schou als erster Starter auf den Hauptplatz ein. Der Normalparcours hatte eine Länge von 470 Metern. Die Teilnehmer mussten zwölf Hindernisse und 15 Sprünge überwinden. Zunächst betrug die erlaubte Zeit 81 Sekunden. Die Richter Heino Kracht und Werner Peters korrigierten die Zeit zunächst auf 79 Sekunden, dann endgültig auf 76 Sekunden.

Im Normalparcours verzweifelten am Sonntag viele Reiter am letzten Hindernis, einem Oxer. An Hindernis zwölf fielen einige Stangen. Somit war hier Endstation. „Der Parcours ist dem Niveau der Teilnehmer ganz gut angepasst“, erklärte Parcourschef Joachim Stratmann in einer Pause des Großen Preises. Es seien einige Distanzen drin und eine dreifache Kombination. Die Teilnehmer müssten sich bis zum Schluss konzentrieren. Bis zur Pause hatten sich drei Reiter fürs Stechen qualifiziert.

„Wir sind froh, dass die ersten vier Tage unter diesen Bedingungen reibungslos über die Bühne gegangen sind“, bilanzierte Hinrich Köhlbrandt, Chef des Fehmarnschen Ringreitervereins (FRRV). „Wir haben sehr guten Sport hier gesehen mit vielen Reitern, die hier zum ersten Mal waren“, so der Vereinsvorsitzende weiter. Das Fehmarn-Pferde-Festival war das erste Rasenturnier in Holstein in diesem Jahr. Die Aufgaben wegen Corona habe der Verein gut umgesetzt. „Die ehrenamtlichen Helfer haben uns sehr gut unterstützt. Letztlich ist die Veranstaltung durch die Unterstützung unserer Sponsoren sehr gut abgesichert“, erklärte Fehmarns  Reitchef weiter. Die Aufteilung auf zwei Wochenenden habe sich bewährt.

„Im letzten Springen fehlte unseren Reitern das Glück. Keiner konnte sich ins Stechen hineinreiten. Viele hatten einen Fehler und waren damit noch platziert. Wir kamen damit nicht in die Entscheidung, dass muss man ganz klar sehen. Auf der anderen Seite gab es an den anderen Tagen zuvor eine ganze Reihe guter vorderer Platzierungen, sodass man unterm Strich auch mal damit zufrieden sein muss“, zog Hinrich Köhlbrandt auch eine sportliche Bilanz über die ersten vier Turniertage. Die Konkurrenz sei in diesem Jahr nochmal ein ganzes Ende besser gewesen als 2019. Sieger Andreas Schou habe sein ganzes reiterliches Können auf Fehmarn gezeigt.

Am Sonntag ab 8.30 Uhr wurde das Fehmarn-Pferde-Festival mit dem dritten S-Springen (Springprüfung der Klasse S*) fortgesetzt. In dieser Prüfung am vierten Turniertag siegte Jesse Luther (RFV An der Talmühle-Havekost) mit einem fehlerfreien Ritt auf „Chinell“ in 61,74 Sekunden in der ersten Abteilung. FRRV-Reiter Sven Gero Hünicke sicherte sich mit „Sunshine Brown“ Platz zwei (0/62,64). Platz drei ging an Takashi Shibayama Haase (Equestieran-Sport-Club) mit „Cassaltum“ (0/66,32).

Die zweite Abteilung gewann der für den Reit- und Fahrverein Elsmhorn und Umgebung startende Däne Mathias Noerheden Johansen mit „Conrisko“ (0/61,96) vor Robin Naeve (RV Am Wittensee) mit „Casalia“ (0/64,92) und Hannes Ahlmann (RuFV Hanerau-Hademarschen) auf „Caracas“ (0/66,81).

Mit der zwölfjährigen Holsteiner Stute „Armata“ gewann Inga Czwalina am Sonnabend das dritte S-Springen beim Fehmarn-Pferde-Festival.

Am Sonnabend gewann Lokalmatadorin Inga Czwalina das zweite S-Springen (Springprüfung der Klasse S** beim Fehmarn-Pferde-Festival. Mit der zwölfjährigen Holsteiner Stute „Armata“, mit der die Reiterin noch am Freitag Platz zwei belegte (wir berichteten), war Inga Czwalina siegreich. Das Paar blieb in 64,04 Sekunden fehlerfrei und ließ zwei Derbysieger hinter sich. Der Derbysieger von 1999 und 2010,Carsten-Otto Nagel (RFV Stall Moorhof), belegte mit „La Conga“ Platz zwei (0/65,36 Sekunden). Der dreifache Derbysieger (2012, 2014 und 2019), Nisse Lüneburg, sicherte sich mit „Look at me“ Platz drei (0/65,79).

„Der Ritt ist mir ziemlich gut gelungen. Ich bin gut angefangen. Sprung eins, zwei, drei gute Wendungen geritten. Das Grundtempo war sehr schön. ‚Armata‘ ist immer griffig und angriffsbereit. Ich glaube, ich habe das aus ihr rausgeholt, was sehr gut ging“, bilanzierte die strahlende Siegerin auf FT-Nachfrage.

„Armata“ ist festes Familienmitglied

Auf dem Hof in Klausdorf sei „Armata“ ein festes Familienmitglied. „Wir haben mit vier Jahren angefangen sie einzureiten, mit fünf Jahren ist ‚Armata‘ erstmalig bei einem Turnier gestartet. Nun ist sie zwölf, erklärte die

Klausdorferin weiter. Ohne Zuschauer zu reiten, sei sie gewöhnt, auch außerhalb von Corona, da sie auch unter der Woche an Profiturnieren teilnehme, wenn die meisten Zuschauer arbeiteten

Für das Hauptspringen am Sonnabend wurde der Hauptplatz geschont. Diese Maßnahme sollte sich auszahlen, denn die 60 Starter beim dritten S-Springen fanden somit ideale Bedingungen vor. Der dritte Turniertag begann mit einer Springprüfung der Klasse M**, geritten in vier Abteilungen. In der ersten Abteilung siegte Valerie Fröhberg (RFV Fröhberg) mit „Celine“ (0/54,46 Sekunden). Platz zwei ging mit Sönke Sdunnus mit „Caruso“ (0/55.46) an den gastgebenden Verein. Dritte wurde Kellie Allen (ZRV Riesenbeck) mit „Cookies n Cream“ (0/57,72 Sekunden).

In der zweiten Abteilung gab es mit Petra Rüder mit „Latigo“ (0/58,01) einen weiteren Heimsieg. Platz zwei sicherte sich Katharina Adam (RFV Lensahn) mit „Viva Balou“. Mit Freya Sophie Langhans und „Curt“ (0/62,69) ging Platz drei ebenfalls an die Gastgeber.

Sven Gero Hünicke war mit „Sunshine Brown“ (0/53,59) in der dritten Abteilung an der Spitze. Zweiter wurde Mads Laffrenzen (RFV Mildstedt) mit „Contino“ (0/56,65). Auf Rang drei platzierte sich Tim Markus (TRSG Holstenhalle Neumünster) mit „Carlotta“ (0/58,32). Zum Abschluss des dritten Turniertages wurde bei den Junioren und Children das Finale des schleswig-holsteinischen Nachwuchschampionat ausgetragen. Es wurde eine Stilspringprüfung der Klasse M* mit Stechen geritten. Mit einer Wertnote von 9,2 siegte der Fehmaraner Mathies Rüder (aktueller deutscher Meister in der Altersklasse Children). Der Nachwuchsreiter siegte im Sattel von „Coco Chambato“. Esther Bichmann (RC Damp) folgte mit „Felicitas“ knapp dahinter (9,0). „Silent Pepper“ und Malin Asmussen erhielten eine 8,5 von den Richtern Werner Peters und Reimer Köhlbrandt, was am Ende Rang drei bedeutete.

Das Fehmarn-Pferde-Festival in Bildern

Mit einem Springpferdetag wird das Fehmarn-Pferde-Festival am Mittwoch (24. Juni) ab 10 Uhr fortgesetzt. Vom 26. bis zum 28. Juni (Freitag bis Sonntag) zeigen die unteren Leistungsklassen ihr Können auf der Reitsportanlage im Grünen Weg. Coronabedingt sind es auch an den nächsten vier Turniertagen keine Zuschauer beim Fehmarn-Pferde-Festival zugelassen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.