Moritz Richter entführt willige Besucher in skurrilem Hotel / Dritter Escape Room kommt

Spannung und Nervenkitzel

+
Moritz Richter ist ein großer Tüftler und Bastler. Zurzeit ist er dabei, seinen dritten Escape Room einzurichten.

FEHMARN – Von Simone Walper Seit einigen Jahren haben sich die „Room Escape“-Spiele auch im realen Deutschland etabliert. Einer der bekannteren Escape Rooms ist das Skurrilum in Hamburg. Aber auch Fehmarn mischt seit zwei Jahren in der Szene dank Moritz Richter mit.

Das ursprünglich in der virtuellen Welt angebotene Genre der Abenteuerspiele, bei denen man, um einem Raum zu entfliehen, Aufgaben lösen muss, funktioniert in der realen Welt auch. Allerdings steht hier die Kommunikation der Spielgruppe im Vordergrund, die gut funktionieren muss, damit die Spielpartner gemeinsam die Aufgaben, die sie weiterbringen, lösen können.

Mitte 2017 hat Moritz Richter sein „Hotel Escape“ in einem leer stehenden Hotel im Hinterhof in der Osterstraße 36b eröffnet. Bisher gibt es zwei Suiten. Die Labor Suite sei sehr gut für jüngere Spieler geeignet, da man hier die Rätsel eher mit Haptik lösen könne und Mechanik und Hydraulik im Vordergrund stünden, erklärt der gerade 28-Jährige die Vorgehensweise in diesem Raum, wo der verrückte ältere Professor wohnt, der anscheinend nur harmlose Untersuchungen durchführt. Aber schnell merkt man, dass hier etwas nicht stimmt. Und so sollte man tunlichst versuchen, den merkwürdigen Experimenten des Professors zu entfliehen. Ein bisschen gruselig ist es schon, wenn man das Gehirn im Glas entdeckt.

Die Spion Suite lädt dann die älteren Besucher oder die, die bereits Erfahrung mit „Room Escapes“ haben, in die Zeit des Kalten Krieges ein. Los geht es im originalgetreu nachgebauten Zimmer eines sowjetischen Spions, der im Besitz einer Atombombe ist. Man hört das Ticken der Bombe. Aber schafft man es auch, rechtzeitig zur Bombe vorzudringen und diese zu entschärfen? Es geht also ganz schön spannend zu in dem alten Hotel mit den sonderbaren Gästen. Und damit es weder ihm noch den Besuchern langweilig wird, hat sich Moritz Richter, der im wirklichen Leben Philosophie und Kunstgeschichte studiert, in den Semesterferien daran gemacht, eine neue Suite zu bauen. In dieser geht es um einen Ägyptologen, bei dem die Mumie umgeht. Es wird also wieder extrem spannend. Geplant ist, dass die ersten Besucher dem Ägyptologen im Sommer auf die Schliche kommen.

Auf der Suche nach einem Sarkophag

Das Ganze hört sich so einfach an, ist es aber gar nicht. Weder das Lösen der Rätsel ist einfach, noch das Bauen und Bestücken der Räume. So erzählt der gebürtige Fehmaraner: „Da ich alles selbst bastele und programmiere, dauert es natürlich, bis ich eine Suite fertig habe.“ Begonnen habe er 2017 mit der Labor Suite. Um die Räume originalgetreu einzurichten, müsse er lange suchen, bis er die passenden Gegenstände, Bücher oder Möbelstücke fände. So sei es auch nicht einfach gewesen, für die Ägypten Suite einen Sarkophag von Tutanchamun zu finden. Auf seinen weiten Reisen, unter anderem nach Japan und Ungarn, habe er die „Room Escapes“ kennengelernt, verrät Richter. Jedoch hätte dort die Thematik im Vordergrund gestanden. Das sei für ihn eher nebensächlich.

„Viel interessanter ist es, dass man bei diesen Spielen zusammenspielen muss“, lässt er wissen. Später habe er selbst während seines Studiums in Wien in einem „Escape Room“ gearbeitet. Das habe ihn auf den Geschmack gebracht. „Ich habe mir überlegt, dass ich etwas machen möchte, an dem ich Spaß habe. Und da ich gerne bastele und Sachen sammle, passt das sehr gut“, erklärt Richter. „Ich versuche immer, einen kleinen Lehraspekt mit einzubauen und möchte natürlich auch kulturell sensibel sein“, erläutert der 28-Jährige seine Vorgehensweise beim Bau der Suiten.

Abschließend erklärt er, dass die Türen beim Spiel immer offen blieben: „Die Spieler gehen durch eine Tür in einen Raum rein, rätseln sich an einem roten Faden entlang und kommen durch weitere Räume und am Ende durch eine andere Tür wieder heraus. Es wird niemand eingeschlossen.“ Dies sei kein integraler Bestandteil des Spiels. „Es lässt sich durch Worte darstellen, dass man eingeschlossen ist.“

Wer jetzt Lust bekommen hat mitzumachen – das Spiel ist für alle, die Spaß am Rätseln haben, geeignet, für Familien, Freunde oder auch Firmen, die ihre Mitarbeiter im Teambuilding schulen wollen. Alle Infos hierzu im Internet unter www.fliehwenndukannst.jetzt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Regeln fürs Kommentieren: Bitte bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht.