Fehmarn SPD Marianne Unger Heinz Jürgen Fendt
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SPD-Vorsitzende Marianne Unger (r.) und Fraktionschef Heinz Jürgen Fendt verabschiedeten die langjährige Stadtvertreterin und Bürgervorsteherin Brigitte Brill.

SPD Fehmarn: Marianne Unger weiter an der Spitze

  • Andreas Höppner
    VonAndreas Höppner
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Erneut stellte sich Marianne Unger für den Vorsitz beim SPD-Ortsverein Fehmarn auf der Jahreshauptversammlung zur Verfügung.

  • Große Zahl an Beisitzern sinnvoll.
  • Brigitte Brill würdig verabschiedet.
  • Beratungsbedarf in Sachen Solarparks.

Fehmarn – Und sie macht es noch einmal. Marianne Unger, seit vier Jahren im Amt, stellte sich auf der Jahreshauptversammlung des SPD-Ortsvereins Fehmarn ein weiteres Mal zur Wahl und wurde bei 22 Jastimmen und einer Enthaltung erneut zur 1. Vorsitzenden gewählt. Und sie sagte, sie wolle es eigentlich so halten, wie ihr Enkelkind es immer sage: „Ein allerletztes Mal.“

Zwölf Beisitzer gewählt

Da Bewerber um Ehrenämter auch bei den Sozialdemokraten nicht Schlange stehen, fielen die weiteren Wahlen zum Vorstand ebenfalls in großer Einmütigkeit aus. So stehen an Ungers Seite als stellvertretende Vorsitzende Martina Wieske und Viktor zum Felde, als Schatzmeister unverzichtbar ist Hans-Jürgen Möller, den Schriftführerposten übernimmt Gunnar Gerth-Hansen, Anke Meyer bleibt Organisationswartin und Christa Höpner Gleichstellungsbeauftragte. Hinzu gesellen sich noch zwölf Beisitzer. Es sind Manfred Schramm, Rainer Schiweck, André Steffen, Uwe Epperlein, Michael Wulf, Britta Ehlers, Andreas Herkommer, Dirk Westphal, Clemens Rahlf, Jutta Liebke- Guttzeit, Klaus-Dieter Kurdyk und Bernd Remling.

Die große Zahl an Beisitzern sei durchaus sinnvoll, machte Marianne Unger deutlich, dass es gut sei, einerseits kommunalpolitische Themen breit diskutieren zu können, andererseits zu Terminen immer ausreichend Vorstandsmitglieder zur Verfügung zu haben. Obwohl an diesem Wochenende noch die Landtagswahl ansteht, haben Fehmarns Sozialdemokraten bereits die Kommunalwahl 2023 fest im Blick. Es braucht neue Kandidaten, die rechtzeitig gesucht und vor allem gefunden werden müssen.

Martina Wieske kandidiert nicht mehr

So kündigte die Kreistagsabgeordnete Martina Wieske an, aus beruflichen Gründen nicht erneut für den Kreistag kandidieren zu wollen. Doch nicht nur fürs Kreisparlament werden Kandidaten gesucht, auch im Stadtparlament bahnt sich ein größerer Umbruch an, denn Fraktionschef Heinz Jürgen Fendt erinnerte in seinem Jahresbericht noch einmal daran, dass er nicht weitermachen werde. Das trifft auch auf Bürgervorsteherin Brigitte Brill zu, die ihr Amt und das Mandat bereits am 31. März aus gesundheitlichen Gründen zur Verfügung gestellt hat (wir berichteten). Vorstand und Fraktion nahmen dies noch einmal zum Anlass, Brigitte Brill im Rahmen der Jahreshauptversammlung einen großen Dank auszusprechen für ihr jahrzehntelanges Engagement in der SPD und für die Gesellschaft. Sie sei immer bereit gewesen, „in herausgehobener Position Verantwortung zu übernehmen“, vor allem auch im sozialen Bereich, lobte Heinz Jürgen Fendt.

Brigitte Brill nahm die Auszeichnung und Würdigung ihrer Verdienste sichtlich bewegt entgegen, versicherte den applaudierenden Sozialdemokraten jedoch, sich weiterhin mit Kritik in sachlicher Form zu Wort zu melden und den Weg der SPD Fehmarn kritisch zu begleiten.

Heinz Jürgen Fendt ging in seinem Rückblick noch einmal darauf ein, dass es durch die Gründung von zwei neuen Fraktionen (F³, FDP-WUW) im Stadtparlament schwieriger geworden sei, „Mehrheiten zu bekommen“, da man dadurch jeweils einen Sitz im Finanz- sowie Bau- und Umweltausschuss verloren habe. Fendt sagte aber auch, dass an der Außendarstellung der Fraktion gearbeitet werden müsse. Es gebe zwar keinen Fraktionszwang, doch er ließ durchblicken, dass er sich mitunter ein einheitlicheres Meinungsbild innerhalb der Fraktion gewünscht hätte.

Jüngstes Beispiel: Vom Vorsitzenden des Bau- und Umweltausschusses, Andreas Herkommer (SPD), wurde das Thema der Ausweisung von Photovoltaikfreiflächen von der Tagesordnung genommen, um es noch einmal breiter in der Partei diskutieren zu können (wir berichteten). „Es stört mich, wenn ich als Fraktionsvorsitzender davon nichts weiß, so funktioniert das nicht“, haderte Fendt, der darauf verwies, dass die Fraktion im Vorwege bereits beraten und abgestimmt hatte.

Über Nutzung des Stroms reden

Dass es durchaus noch Beratungsbedarf in Sachen Solarparks gibt, zeigte die kurze Diskusssion, die Marianne Unger zu diesem Thema ermöglichte. So erinnerte Gunnar Gerth-Hansen daran, dass der im Zuge der Energiewende durchaus benötigte Strom aus Solarparks aufgrund des fehlenden Netzausbaus voraussichtlich bis 2027 nicht abtransportiert werden könne, sondern abgeregelt werde. Dieser Strom müsse aber auf der Insel bleiben, so Gerth-Hansen. „Wir brauchen den Strom. Wie er genutzt wird, darüber müssen wir reden.“ Aus Sicht von Bernd Remling dürfe man keine Zeit verlieren, da die Kosten für die Errichtung solcher Solarparks, der allgemeinen Wirtschaftslage geschuldet, geradezu explodieren würden.

SPD-Kreisvorsitzender Niclas Dürbrook und SPD-Ortsvorsitzende Marianne Unger (3.v.r.) mit den gut gelaunten Geehrten im Gasthof Meetz (v.l.): Hans-Heiner Luitjens, André Steffen, Eva-Maria Breuker und Gretel Luitjens.

Ansonsten war die Jahreshauptversammlung aber geprägt von Harmonie, wie unter anderem die Ehrung langjähriger Mitglieder unter Beweis stellte. Zu den Anwesenden, die geehrt wurden, zählten André Steffen für 25 Jahre, Eva-Maria Breuker für 40 Jahre sowie das Ehepaar Gretel und Hans-Heiner Luitjens für 50 Jahre.

Zu Gast war an diesem Abend im Bannesdorfer Gasthaus Meetz auch der SPD-Kreisvorsitzende und Wahlkreiskandidat Niclas Dürbrook, der trotz der letzten Umfrageergebnisse, „die bisschen besser sein könnten“, räumte Dürbrook ein, im Hinblick auf die Landtagswahl am Sonntag Optimismus versprühte, da „40 Prozent der Wähler“ noch unentschlossen wären.

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