Bei der Delegiertenkonferenz übergibt der SPD-Kreisvorsitzende Niclas Dürbrook vor einer roten Wand Bettina Hagedorn nach der Nominierung einen Blumenstrauß.
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Nominiert Der SPD-Kreisvorsitzende Niclas Dürbrook gratuliert Bettina Hagedorn nach der Abstimmung mit einem Blumenstrauß.

Fast einstimmig bei zwei Enthaltungen

SPD Ostholstein nominiert Bettina Hagedorn für den Bundestag

  • Manuel Büchner
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Die SPD-Bundestagsabgeordnete für Ostholstein/Stormarn-Nord wurde am Sonnabend von den Delegierten der Ortsverbände erneut für ein Bundestagsmandat nominiert. Hagedorn sitzt seit 2002 im Deutschen Bundestag.

Scharbeutz –Von Manuel Büchner– „Das ist kein Freizeitvergnügen, sondern eine der wichtigsten Aufgaben politischer Parteien: Dafür zu sorgen, dass es bei Wahlen Auswahl gibt“, bekräftigte der SPD-Kreisvorsitzende in Ostholstein, Niclas Dürbrook, eingangs bei der Kreiswahl- und Delegiertenkonferenz der SPD am Sonnabend in Pönitz. Und Auswahl schaffen, die vom Gesetzgeber nur in Präsenz erlaubt ist, bedeutet: 62 Delegierte (92 aus 32 Ortsvereinen waren eingeladen) schicken für den Wahlkreis 9 (Ostholstein/Stormarn-Nord) erneut Bettina Hagedorn auf den Weg in Richtung Bundestag.

Ich bin heute genauso aufgeregt wie bei der ersten Nominierung.

Bettina Hagedorn, SPD-Bundestagsabgeordnete

Im Oktober 2001 hatte sich Hagedorn zum ersten Mal um das Mandat beworben. Am Sonnabend sprachen die Delegierten der 64-Jährigen fast einstimmig (59 Jastimmen, bei zwei Enthaltungen und einer ungültigen Stimme) zum sechsten Mal das Vertrauen aus. Bereits vor vier Jahren hatte sie bei der Nominierung als Direktkandidatin für den Bundestag ein Ergebnis ohne Gegenstimme eingefahren. Die Kasseedorferin war auch diesmal die einzige Kandidatin. Es sei ihr eine Ehre, sagte sie. Und sichtlich gerührt, mit Tränen in den Augen: „Ich bin heute genauso aufgeregt wie bei der ersten Nominierung.“

Präsenz unter strengen Regeln: In der Sporthalle in Pönitz mussten alle Anwesenden zu jeder Zeit FFP2-Masken tragen, die am Eingang ausgehändigt wurden.

Auch wenn vorweg der Tagesordnungspunkt „Vorstellung der Kandidatin“ im Fall Hagedorns etwas überflüssig anmuten mochte, die Bundestagsabgeordnete hatte etwas zu sagen. Sie dankte zuallererst der Kreis-SPD, „für die Nerven, die Veranstaltung durchzuziehen“. Wirtschaftskrise, Flüchtlingskrise – „es waren wilde Zeiten“ –, aber die Herausforderungen an die Politik in 2020 „hätte ich mir vor einem Jahr nicht ansatzweise vorstellen können.“

Union profitiert noch von der Kanzlerin

Einen kleinen, verbalen Vorgeschmack, wie sich der Wahlkampf in 2021 anhören könnte, gab Hagedorn den Delegierten in der Pönitzer Sporthalle gleich mit auf den Weg. „Die Umfragewerte sind nicht doll“, sagte Hagedorn. Sie sei dennoch „fest davon überzeugt, dass sich dies im Laufe des nächsten Jahres ändern wird“. Denn die Union profitiere im Moment noch sehr stark von der Bundeskanzlerin. Vor dem Hintergrund glaube sie, „dass den Menschen in 2021 stärker bewusst werde, „wie stark der Anteil der SPD an der Regierung war und ist“.

Das ist ganz klar SPD-Handschrift.

Bettina Hagedorn, SPD-Bundestagsabgeordnete

Die Bundestagsabgeordnete nannte exemplarisch das Kurzarbeitergeld. 20 Milliarden Euro habe man mit diesem Instrument in diesem Jahr bereits ausgegeben. „Millionen Menschen würden vor der Arbeitslosigkeit stehen, wenn wir nicht gehandelt hätten.“ Es sei Olaf Scholz als Arbeitsminister gewesen, „der in der Finanz- und Wirtschaftskrise 2008/2009 dieses Stück sozialer Sicherheit, auf das wir stolz sein können, entwickelt hat“, so Hagedorn, die Applaus von den Genossinnen und Genossen erntete, als sie die Worte „Olaf Scholz“ und „guter Kanzlerkandidat“ in einem Satz ausformulierte. Nicht anders sehe es bei der Grundrente und der Unterstützung für Familien aus. „Das ist ganz klar SPD-Handschrift“, so Hagedorn.

Marianne Unger zu Bettina Hagedorn: „Wir brauchen dich in den nächsten Jahren mehr denn je.“

Wir brauchen dich in den nächsten Jahren mehr denn je.

Marianne Unger, SPD Fehmarn

Dass auch die Basis bissig ist, zeigte Marianne Unger. Die 1. Vorsitzende der SPD Fehmarn lobte Hagedorn konkret für ihr Engagement hinsichtlich des Themas Feste Fehmarnbeltquerung und sagte: „Wir haben noch einen anderen Bundestagsabgeordneten, der von der Insel kommt.“ Und meinte damit natürlich Ingo Gädechens (CDU). „Wenn er nur ein Zehntel oder Zwanzigstel deiner Energie in das Vorhaben stecken würde, würde es wahrscheinlich noch besser aussehen.“ Es sei entschieden, es werde gebaut, so Unger und richtete den Blick auf Hagedorn: „Wir brauchen dich in den nächsten Jahren mehr denn je.“

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