Gabriele Freitag-Ehler und Niclas Dürbrook
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Gabriele Freitag-Ehler aus Gremersdorf ist die neue Co-Vorsitzende neben dem bisherigen Vorsitzenden der SPD Ostholstein, Niclas Dürbrook, der wiedergewählt wurde.

Duo führt Kreisverband an

SPD Ostholstein wählt Doppelspitze und zeigt sich mit Blick auf die Bundestagswahl kämpferisch

  • Manuel Büchner
    VonManuel Büchner
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Beim digitalen SPD-Kreisparteitag haben sich heute (12. Juni) die Sozialdemokraten in Ostholstein mit einer Doppelspitze und einer Verkleinerung des Kreisvorstandes neu aufgestellt.

  • Der digitale SPD-Kreisparteitag wählt neues Führungsduo für Ostholstein.
  • Deutliche Zustimmung für beide Kandidaten.
  • Kämpferisch und selbstbewusst in den Bundestagswahlkampf ziehen.

Scharbeutz – Vorstandswahlen und eine Modernisierung der Satzung standen am heutigen Sonnabend (12. Juni) beim SPD-Kreisparteitag im Fokus. Während das Präsidium sein Lager im Scharbeutzer Bürgerhaus aufgeschlagen hatte, waren die restlichen Genossen sowie die Gäste digital über Zoom dabei. Die Wahlen fanden quasi als Stimmungsbild statt, bevor ab 14.30 Uhr zwei Wahllokale (Scharbeutz und Oldenburg) für den Urnengang geöffnet wurden. Erst dadurch kam ein bindendes Ergebnis zustande.

Ab 14.30 Uhr waren heute (12. Juni) in Oldenburg und Scharbeutz zwei Wahllokale geöffnet.

Veraltete Satzung in die Gegenwart geholt

Mit großer Mehrheit (56 Ja- und vier Neinstimmen) wurde die in die Jahre gekommene Satzung der Sozialdemokraten überarbeitet. Heißt: Im Kreisvorstand gibt es statt elf nur noch fünf Beisitzer, „für eine bessere Arbeitsfähigkeit“, sagte Kreischef Niclas Dürbrook. Außerdem besteht ab sofort die Möglichkeit, den Vorsitz als Doppelspitze zu wählen. Bei jeder Wahl wird vorher darüber befunden, ob dies von der Mehrheit der Mitglieder gewünscht ist.

Doppelspitze für die SPD Ostholstein

Bei dieser Wahl war es eindeutig gewünscht (Ja: 54, Nein: fünf, Enthaltung: zwei). Nicht zuletzt erhofft sich Dürbrook, der im kommenden Jahr für den Landtag kandidieren möchte, sicherlich etwas Entlastung. „Ich bewerbe mich, damit zwischen Fehmarn und Süsel die Menschen wieder besser in Kiel vertreten sind.“ Die CDU habe es jedenfalls „nicht gebacken bekommen“.

Niclas Dürbrook fast einstimmig bestätigt

63 Jastimmen und nur zwei Gegenstimmen bestätigten den bisherigen Kreisvorsitzenden in seinem Amt. „Die Pandemie hat unserer Leben in den letzten 15 Monaten auf den Kopf gestellt“, spannte Dürbrook in seiner Bewerbungsrede zunächst den nationalen Bogen. „Viele sind in dieser Zeit über sich hinausgewachsen, aber einige haben auch den Hals nicht voll genug bekommen“, spielte der gebürtige Eutiner auf die Maskenaffäre der CDU an.

Die Gesellschaft werde nach der Pandemie eine andere sein. „Davon bin ich überzeugt“, so Dürbrook. Nun gelte es, die richtigen Weichen zu stellen. Er wundere sich sehr, wie viele Menschen glauben würden, dass die Bundestagswahl bereits gelaufen sei. „Das ist sie nicht, auch wenn es für uns momentan ziemlich mies aussieht.“ Er warnte vor voreiligen Prognosen. Die Landtagswahlen in Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt hätten dies gezeigt.

Für die „freiheitliche, soziale Demokratie“ einsetzen

Kämpferisch im Ton meldete sich auch Gabriele Freitag-Ehler zu Wort, die als einzige Bewerberin auf den Co-Vorsitz nicht ganz so viel Zustimmung erhielt (51 Ja-, zehn Neinstimmen und vier Enthaltungen). „Wir wollen nicht stehenbleiben, sondern sichtbar machen, dass wir eine Partei sind, die sich für die freiheitliche, soziale Demokratie einsetzt.“ Die Mittelschicht schrumpfe in Deutschland – Arme würden ärmer werden, Reiche hingegen reicher. „Dem wollen wir uns entgegenstellen.“ Dafür müsse man demokratisches Selbstbewusstsein zeigen, so Freitag-Ehler, die auch einen engeren Kontakt zu den Ortsverbänden aufbauen möchte. „Ich will feste Ansprechpartnerin sein.“

Mehr zum Kreisparteitag der SPD Ostholstein und den genauen Wahlergebnissen am Montag im Fehmarnschen Tageblatt und der Heiligenhafener Post.

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