Die acht Direktkandidaten im Wahlkreis Ostholstein-Nord / Heute: Stephan Hedicke (Freie Wähler)

Das Spiegelbild nicht trüb werden lassen

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Stephan Hedicke kandidiert für die Freien Wähler.

OSTHOLSTEIN -hö- Am 7. Mai findet die Landtagswahl statt. Im Wahlkreis Ostholstein-Nord (WK 17) konkurrieren acht Kandidaten um das Direktmandat: Peer Knöfler (CDU), Andreas Herkommer (SPD), Christiane Stodt-Kirchholtes (Grüne), Sebastian Kraatz (FDP), Sven Jörns (Piraten), Lorenz Gösta Beutin (Die Linke), Stephan Hedicke (Freie Wähler) und Dr. Frank Brodehl (AfD). Wer die meisten Stimmen (Erststimme) bekommt, zieht direkt in den neuen Landtag ein. Heute stellen wir Stephan Hedicke vor:

Jugend und Soziales, das sind die politischen Betätigungsfelder, die das Interesse des 65-jährigen Stephan Hedicke, der seit 1986 in Grube lebt, schon immer geweckt haben. Das hat wohl auch damit zu tun, dass der gebürtige Heidelberger einem sozialdemokratisch geprägten Elternhaus entstammt.

Der gelernte Bauzeichner leistete seinen Grundwehrdienst ab und blieb der Bundeswehr als Berufssoldat treu. Bei der Marine versah er in einer Fernmeldeeinheit an unterschiedlichen Standorten seinen Dienst, darunter auch in Marienleuchte.

Nach dem Eintritt in den Ruhestand 2004 war mehr Zeit da, sich politisch zu betätigen. Und als sich der SPD-Ortsverein Grube auflöste, sei die Unabhängige Wählergemeinschaft Grube aus der Taufe gehoben worden, um der CDU etwas entgegensetzen zu können, so Hedicke. 2013 trat er sogar als Bürgermeisterkandidat an. Die Wahl verlor er, doch bereut habe er seine Kandidatur nicht.

Zu diesem Zeitpunkt war er für die Freien Wähler bereits als Nachrücker in den Kreistag gelangt. Diesem gehört er auch in dieser Legislaturperiode an, doch mittlerweile als Einzelkämpfer, denn die Fraktion der Freien Wählergemeinschaft Ostholstein hat er verlassen. Man sollte sich nicht verbiegen lassen, so Hedicke. „Wenn das Spiegelbild trüb wird, muss man Konsequenzen ziehen.“

Gleichwohl fühle er sich nicht als „Querschläger“. In der Sache konsequent, aber stets konstruktiv diskutieren und argumentieren, das habe er schon immer beherzigt. So würde er auch konsequent dafür eintreten, das Schulsystem bundesweit zu vereinheitlichen. Gleiche Lehr- und Lernmittel, Lehrpläne und Prüfungsanforderungen. Auf dem Weg zum Abitur würde er den Jugendlichen mehr Zeit geben und favorisiert deshalb G9.

Auch für Kindergärten fordert er eine gleichwertige Ausstattung. Die Zahlung eines Elterngeldes hält er für wenig sinnvoll, die Finanzmittel sollten lieber in die Ausstattung der Einrichtungen und in die Ausbildung der Erzieher fließen, findet Hedicke. Sorge bereitet dem 65-Jährigen auch der öffentliche Personennahverkehr. Dieser müsste seiner Auffassung nach viel besser auf die Bedürfnisse der Bevölkerung abgestimmt und ein einjähriger Fahrplan unter Einbindung der Schülerbeförderung erstellt werden.

Eine klare Meinung vertritt Hedicke zum Projekt der Festen Fehmarnbeltquerung. „Vom wirtschaftlichen Standpunkt her ist sie wichtig.“ Er ist überzeugt davon, dass Fehmarn und die Region durch den Belttunnel einen Aufschwung erleben werden.

Wie es mit seinen politischen Aktivitäten in den nächsten Jahren weitergeht, das hat Hedicke für sich noch nicht entschieden. Möglicherweise reize ihn noch einmal der Kreistag.

Privat hat er für sich das Reisen entdeckt, gerne auch mit der Volkshochschule, auch wenn es anstrengend sei, gesteht er. Erst vor zwei Tagen ist er von einer Prag-Tour zurückgekehrt. Er hält sich gerne in der freien Natur auf, unternimmt Spaziergänge mit seinem Labrador, widmet sich der Fotografie oder der Gartenarbeit.

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